Touchpanels: Apple schnappt sich 60 Prozent Weltmarkt-Kapazität

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Um 2011 das interne Verkaufsziel von 40 Millionen iPads zu erreichen, hat sich Apple knapp 60 Prozent an weltweit verfügbarer Touchpanel-Kapazität gesichert. Aus den Reihen vorgelagerter Komponentenhersteller der Lieferkette heißt es, dass diese Maßnahme Apples Mitbewerber mit Lieferengpässen konfrontiert, schreibt das Branchenportal Digitimes.

Apples Vorstoß auf die Touchpanel-Vorräte erschwert insbesondere kleinen Unternehmen den Zugriff auf Panel-Kapazität gewaltig. (Foto: Apple)

Vorwiegend kleinere Tablet-Hersteller ließen verlauten, dass die Komponenten-Knappheit dazu führt, dass ihre Absatzzahlen nicht mit den Bestellungen Schritt halten könnten. Seitdem Apple die Kapazität von großen Touchpanel-Produzenten wie Wintek und TPK kontrolliert, sind die Kleinen immer stärker unter Druck geraten. Zumal ernst zu nehmende Konkurrenten wie RIM, Motorola oder HP den Markt im Wettbewerb um die betreffenden Komponenten sowieso schon zum Haifischbecken machen.

Den Quellen zufolge sind es hauptsächlich kapazitive Touchpanels aus Glas, denen die kleinen Unternehmen vergeblich nachjagen. Obschon auch dünnschichtige kapazitive Touchpanels für Tablets angepasst werden können, geht die Branche davon aus, dass sich bei den begehrten Gadgets Panels aus Glas durchsetzen. Als Gründe dafür geben Insider an, dass die Dünnschicht-Panels in Sachen Haltbarkeit und Haptik schlechter geeignet sind als ihre Glas-Pendants. Die Nachfrage nach der Dünnschicht-Technologie soll demnach eher aus dem Markt für Smartphones kommen.

iPad-Distributoren zufolge waren schon die Bestell-Prognosen, die Apple 2010 an seine OEM-Partner ausgab, sehr hoch. Das größte Problem war jedoch nicht die Kapazität, sondern eine zu niedrige Produktions-Ausbeute bei den Touchpanels. Insofern dürfte Apples Strategie aufgehen, so viel Kapazität wie möglich an sich zu reißen, und dem Unternehmen in kurzer Zeit hohe Verkaufszahlen bescheren, während die Absätze beim Wettbewerb schrumpfen dürften.

Die Reaktion einiger Notebook-Marken wie Samsung Electronics, Acer und HP besteht darin, zu kleinen Touchscreen-Anbietern Sintek Photronic, Egalax-empia Technology (EETI), AimCore Technology und J Touch zu wechseln, was deren Auslastungsraten in die Höhe treibt. Eine kürzlich zwischen Samsung und Sintek vereinbarte Kooperation soll Nachschub sichern und Engpässe vermeiden.

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