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TESTBERICHT: Acer Iconia Dual Screen

Autor: Erich Roos
30.03.2012

Einleitung

Acer bezeichnet das Iconia als das weltweit fortschrittlichste Touchbook. Zwei Displays mit Touch-Oberfläche können ein einzigartiges Unterhaltungserlebnis bieten. Die intuitive Bedienung geschieht durch Multitouch-Gesten, bei denen bis zu zehn Finger gleichzeitig erkannt werden. Auch Tastatur und Touchpad erscheinen virtuell und geben den Bildschirm frei, wenn sie nicht benötigt werden. Das Bündel aus Touch Music, Touch Photo und Touch Video öffnet die Tür zur gestengesteuerten Multimedia-Welt.

Im unserem Test muss das Acer Iconia zeigen mit welchen Eigenschaften und Leistungen das "Dual Screen Tablet" aufwarten kann.

Optik und Handhabung

Das Gehäuse des Iconia besteht aus einem schwarzen Rahmen mit eleganten Außenschalen aus bronzefarben anodisiertem Aluminium. Ober- und Unterteil fügen sich mit ihren abgeschrägten Außenkanten zu einer dezenten Schattenfuge zusammen. Die Verarbeitung ist gut, unschöne Spalten oder hervorstehende Kanten sind nicht zu sehen. Auch die Übergänge zwischen den Gehäuseteilen sind einwandfrei gefertigt.

Der blau hinterleuchtete Ein-/Aus-Schalter wurde im rechten Kopfende des Klappscharniers untergebracht – eine clevere Idee. Ein gleichartiger Taster im linken Ende ruft die virtuelle Tastatur auf - dazu später mehr.

Das Iconia von vom (Fotos: Acer).

Mit 347 x 249 x 32 Millimeter ist das Iconia so groß wie typische Notebooks der 15 Zoll-Klasse. Das stattliche Gewicht von 2,8 Kilogramm entspricht sogar eher noch der nächsthöheren Größenordnung. Der recht wuchtige und solide Auftritt wird durch die kantige Formgebung noch betont.

Bedienung

Äußerlich wirkt das Acer Iconia zunächst wie ein typisches Notebook, daher ist man beim Aufklappen ziemlich überrascht: hier gibt es weder Tastatur noch Touchpad. Stattdessen besteht der untere Teil des Gerätes aus einem zweiten Display, auf dem bei Bedarf eine virtuelle Bildschirmtastatur samt Touchpad und zwei Maustasten eingeblendet werden kann. Zunächst wirkt die Idee genial, schließlich braucht man diese lästigen Eingabegeräte ja nicht immer und hätte nun einen zusätzlichen Bildschirm, falls benötigt.

Virtuelles Keyboard auf dem unteren Panel (Foto: Acer).

Praktikabel ist das aber eher für echte Tastaturmuffel und Wenigschreiber, denn trotz geschickter Gestaltung und Konfiguration kommt beim Schreiben keine Freude auf. Stets warten die Finger auf einen Druckpunkt und die Ohren auf ein bestätigendes Klicken. Beides kommt nicht, dafür wummert das Iconia unter dem Schreibstaccato, und die Fingerkuppen schmerzen schon nach kurzer Zeit. Das Touchpad geht dagegen deutlich besser, sobald man etwas Erfahrung mit der geschwindigkeitsabhängigen Mauszeigersteuerung gesammelt hat. Fazit: Es funktioniert auch virtuell, aber es ist extrem gewöhnungsbedürftig.

Kommunikation

Die Anschlüsse sind an den beiden Seitenflächen untergebracht. Links finden wir zweimal USB 2.0 und HDMI, dazu die Stromversorgungsbuchse. Rechts werden LAN und VGA angeschlossen, dazu gibt es noch einmal USB 3.0 und zwei Klinkenbuchsen mit 3,5 mm für Kopfhörer und den Audioeingang.

Anschlüsse rechts und links (Fotos: Acer).

Im Inneren ist ein WLAN-Chip von Broadcom verbaut, der die Standards 802.11 b/g/n unterstützt. Das Bluetooth-Modul bietet die Version 3.0. Ein Kartenleser ist nicht vorhanden.

Display

Die beiden Displays des Acer Iconia wecken keine Begeisterung. Die jeweils 14 Zoll großen Panels mit LED-Beleuchtung zeigen die typische starke Blickwinkelabhängigkeit der preisgünstigen TN-Technologie: von unten betrachtet wird das Bild schnell dunkel, von oben her bleicht es sehr schnell aus. Dazwischen verbleibt nur ein recht schmaler Bereich mit guter Darstellung. Glücklicherweise wirken sich zumindest die seitlichen Betrachtungswinkel sehr viel weniger aus.

Hands on Acer Iconia als YouTube Video

Die Farben wirken bei optimaler Draufsicht natürlich, wenn auch etwas zu kräftig. Schnell kommt aber der Wunsch nach mehr Helligkeit auf. Das Datenblatt nennt eine maximale Leuchtdichte von 200 cd/m², das ist an sich schon nicht viel. Im Labor nehmen wir uns zunächst das obere Display vor und messen nur schwache 162 cd/m² in der Bildschirmmitte. Nach unten hin endet der Regelbereich bei eher sinnfreien 17 cd/m², dazwischen liegen 9 Helligkeitsstufen, die mit der Kombination Fn+links bzw. Fn+rechts zu erreichen sind.

Der Schwarzwert geht linear mit und liegt zwischen 0,06 bis 0,58 cd/m². Für ein derart schwach beleuchtetes Display ist das schon recht viel, das resultierende Kontrastverhältnis von nur 280:1 verdient nur die Note Ausreichend.

Helligkeit und Kontrast können nicht überzeugen.

Die Untersuchung der Helligkeitsverteilung zeigt, dass der linke Rand die Herstellerangabe 200 cd/m² tatsächlich erreicht. Leider kann der Rest des Displays nicht mithalten: bis der rechte Rand erreicht wird, sind schon an die 30 Prozent Helligkeitsverlust zusammen gekommen – das ist auch mit bloßem Auge nicht zu übersehen.

Als viel gleichmäßiger erweist sich das untere Display, auf dem meist aber nur die virtuelle Tastatur zu sehen ist. Hier ist es der obere Rand, an dem das Licht ein wenig nachlässt, aber ohne dass dies dem bloßen Auge auffallen würde. Die mittlere Leuchtdichte liegt bei beiden Displays bei 165 cd/m².

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