Test Tablet Acer Iconia Dual Screen
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Multimedia

Auf der Vorderseite des oberen Panels ist eine Webcam eingebaut. Mit 1,2 Megapixeln liefert sie ein ansprechendes Bild, das für Videochats etc. mehr als ausreichend ist. Als Software gibt es den Video Conference Manager dazu. Eine zweite Kamera ist nicht vorhanden.

Für den Sound sind zwei Lautsprecher zuständig, die an der Unterseite eingebaut wurden. Unterstützt durch die Dolby Home Theater Technik ist der Klang unerwartet gut. Auch die Lautstärke ist kräftig genug für eine kleinere Runde. Wenn das nicht reicht, ist der regelbare Kopfhörerausgang schnell mit einer Stereoanlage verbunden.

Der HDMI-Anschluss liefert FullHD mit 1.920 x 1.080 Bildpunkte Auflösung und HDCP-Unterstützung. Interessanterweise soll die Auflösung des VGA-Ausgangs mit 2.560 x 1.600 Bildpunkte bei 60 Hz noch höher hinausreichen – ausprobiert haben wir das nicht.

Software

Das Iconia wird mit Windows 7 Home Premium 64 Bit ausgeliefert. Damit kann das riesige Softwareangebot für Windows genutzt werden. Acer hält sich mit den vorinstallierten Zugaben angenehm zurück. Zu nennen sind hier das durchaus nützliche Microsoft Office 2010 in der kostenfreien Starter Edition, dazu noch McAfee’s Internet Security Suite und Norton’s Online Backup.

Wichtig sind natürlich die hauseigenen Zugaben von Acer, die sich rund um den Touch Screen und die Bildschirmtastatur drehen. Dazu gehört die insgesamt gelungene Programmsammlung Acer Ring Applications, ergänzt durch Microsofts Touch Pack für Windows 7.

Bildschirmeinstellung Gestensteuerung
Großzügige Bildschirmnutzung und eigenwillige Farbgebung bei den Acer Ring Tools

Die Eindeutschung ist sinnvoll und vollständig, Gelegenheiten zum Schmunzeln finden sich eher selten. Die Größengestaltung wirkt dagegen ziemlich unhomogen: während man im eng gedrängten Startmenü schnell einmal danebentippt, kommen manche Applikationen mit einer Riesendarstellung daher, die eher für ein kleines Smartphone angemessen wäre.

Performance

Unser Testmuster mit der Bezeichnung 484G64NS hat mit Intels i5-M480 noch eine CPU der ersten Generation an Bord. Ausgestattet ist sie mit zwei Kernen und Hyperthreading, der Arbeitstakt beträgt 2,66 GHz. Als Arbeitsspeicher sind standardmäßig 4GB DDR3-RAM eingebaut.

Die Grafik übernimmt Intels HD Graphics, das in die i5-CPU integriert ist. Für Spielefans bedeutet dies neben der begrenzten Leistungsfähigkeit auch, dass nur DirextX 10.0 verfügbar ist.

Technische Daten CPU
Technische Daten CPU
Technische Daten Grafikchip
Technische Daten Grafikchip

Dank Turbo Boost kann der i5 von seinen normalen 2,66 GHz noch auf 2,93 GHz beschleunigen. Kurze Tests mit Benchmark-Software liefern dieselben Ergebnisse wie vergleichbar ausgestattete Desktoprechner. Lässt man spezielle sehr rechenintensive Einsatzfälle beiseite, dann ist das für alle gewöhnlichen Anwendungen vollkommen ausreichend. Bei anspruchsvollen Spielen wird schließlich auch die Chipgrafik zum Engpass.

Die SATA-Festplatte mit 640 GB arbeitet ebenfalls so zügig wie man es von Notebooks dieser Leistungsklasse erwarten kann. Mit der gefühlten Performance der zunehmend verwendeten SSDs kann sie natürlich nicht mithalten.

Kühlung

Vor dem Einschalten fühlt sich die metallene Außenhülle des Acer Iconia immer etwas kühl an. Im Betrieb erwärmt sich dann vor allem die Unterseite, und selbst auf dem unteren Panel ist mit der Hand eine Temperaturzunahme spürbar. Im überwiegenden Idle-Betrieb ist das vielleicht sogar angenehm, bei längerer Vollast heizt sich das gesamte Unterteil allerdings stark auf.

Die Unterseite ist mit einem abnehmbaren Blechboden versehen, die Wärmeableitung über die Außenfläche ist an dieser Stelle deshalb nicht optimal. Dementsprechend mehr muss der Lüfter arbeiten, der schon im Dauer-Idle nie stehenbleibt. Ein leises Rauschen ist also immer dabei, und unter Last muss dann deutlich hörbar aufgedreht werden. Dabei entsteht ein kräftiger warmer Luftstrom, der an der linken Seite ausgeblasen wird.

Lüftungsschlitze an der linken Seite.
Lüftungsschlitze an der linken Seite

Thermal Throttling, von dem derzeit viele der ungleich kompakteren Ultrabooks betroffen sind, haben wir beim Iconia nicht festgestellt. Auch bei Volllast bleibt die Kerntemperatur im zulässigen Bereich.

Laufzeiten

Das hohe Gewicht des Iconia steckt wohl in den beiden Panels und nicht im Akku. Mit 3000 mAh fällt der für ein Gerät dieser Größe eher schwach aus, dementsprechend kurz sind die zu erwartenden Laufzeiten. Zudem wollen vielfach ja auch gleich zwei Backlights versorgt werden – kaum eine Tastatur dürfte soviel Strom ziehen wie die des Iconia. Sinnvollerweise kann sich das untere Panel bei Nichtbenutzung nach einiger Zeit unabhängig vom oberen abschalten.

Der übliche Griff zum Helligkeitsregler hilft hier leider nicht viel beim Stromsparen, denn gedimmt mag man das Iconia nicht allzu oft benutzen. Unsere Standardvorgabe 200 cd/m² für Tablets war gar nicht erst zu erreichen, also blieb es für den Test bei voller Helligkeit.

So war es schließlich nicht mehr sehr verwunderlich, dass der Laufzeittest bei Volllast schon nach 90 Minuten vorbei war. Mit einem durchschnittlichen Einsatzmix aus Internet, Office und Video kamen wir ohne Netzteil ebenfalls nur enttäuschende 165 Minuten weit.

Bewertung

3.5

BEFRIEDIGEND

Fazit

Die Idee eines tastaturlosen Touchbooks mit rein virtuellen Bedienelementen erscheint zunächst verlockend. Und tatsächlich hat das Konzept – viel Eingewöhnung vorausgesetzt – auch in der Praxis seinen Reiz, wenn man sich vorwiegend im Bereich Social Media oder Multimedia Entertainment bewegt.

Weniger gut wird derjenige zurechtkommen, der auch mal ernsthaft mit dem Iconia arbeiten möchte: echtes Schreiben wird zur Last, statt des Hin- und Wegzauberns der virtuellen wünscht man sich recht bald schon eine reale Tastatur. Auch die Vorteile des nur scheinbar verdoppelten Bildschirms mit dem breiten Scharnierbalken dazwischen wird man für Officezwecke eher selten nutzen können.

Auch in anderer Hinsicht erweisen sich die beiden Bildschirme mal wieder als schwächste Stelle des Gerätes: kostensenkende TN-Technik mit übermäßiger Blickwinkelabhängigkeit und die stark spiegelnden Displayoberflächen verderben den Spaß daran, der hier zudem noch durch eine ausgesprochen licht- und kontrastschwache LED-Hinterleuchtung getrübt wird.

Ausgesprochen portabel ist das Iconia ebenfalls nicht: mit 2800 Gramm ist es unzeitgemäß schwer, und sein schwacher Akku verlangt schon bald nach dem Netzteil und einer rettenden Steckdose. Eigentlich schade ums Konzept, für das die Technik noch nicht reif war – vielleicht könnte eine Neuauflage mit aktuellen Komponenten aus dem Ultrabook-Regal zeigen, welches Potential in dieser interessanten Idee noch steckt.

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