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TESTBERICHT: Eizo Foris FG2421-BK Teil 7


Turbo 240

Das Verhalten des Backlights ändert sich grundlegend, wenn die Option Turbo 240 aktiviert wird. Jetzt messen wir eine PWM-artige Taktung des Backlights, die synchron mit der Bildfrequenz läuft.

Jeder Backlight-Intervall dauert 8,33 Millisekunden (entspricht 120 Hz) und enthält zunächst eine erste Hellzeit von etwa 3 Millisekunden sowie nach einer ähnlich langen Dunkelphase noch eine zweite Hellzeit von knapp 1 Millisekunde. Das alles läuft exakt innerhalb eines Bildframes ab, daher ändert sich der Bildinhalt in dieser Zeitspanne nicht, es wird quasi dasselbe Bild noch einmal "nachgeblitzt".

Turbo 240 on: mit 240 Hz getaktetes Backlight mit unterschiedlichen Hellzeiten.

Dieses Verfahren imitiert das Verhalten eines Röhrenbildschirms (CRT), der anders als TFT-Displays nicht ununterbrochen Licht aussendet, sondern bei jedem Bildframe nur einen kurzen kräftigen Lichtimpuls erzeugt. Der menschliche Sehapparat reagiert darauf mit wesentlich weniger Bewegungsunschärfe (Motion Blur). Die Verbesserung gegenüber der normalen TFT-Technik ist beim FG2421 wirklich eindrucksvoll, mit dem mitgelieferten Testprogramm EIZO Motion Blur Checker kann man sich leicht davon überzeugen.

Eigentlich sollte der Turbo 240-Modus nur bei 120 Hz erreichbar sein, doch bei unserem Testgerät funktionierte er auch bei 60 Hz. Hier entfallen dann auf jeden Bildframe jeweils zwei aufeinanderfolgende Backlight-Intervalle, eine besondere Anpassung der Backlight-Charakteristik auf 60 Hz erfolgt nicht. Ein positiver Effekt war dennoch zu sehen, wenngleich er nicht so deutlich ausfällt wie bei 120 Hz.

Menschen, die unter Backlight Flimmern leiden, werden im Turbo 240-Modus wahrscheinlich auch negative Auswirkungen spüren. Ein anderer Nachteil ist, dass die maximale Helligkeit des Displays wegen der ausgeprägten Dunkelphasen um etwa 30 Prozent nachlässt. Da die Technik nur bei schnell bewegten Bildern wirken kann, schaltet man die Option bei eher statischen Bildinhalten besser aus.

Subjektive Beurteilung

Im Praxistest ist natürlich der Reaktionstest unabdingbar, wenn Eizo die Gamerherzen erobern will. Hier wird sich zeigen, ob die japanische Ingenieurskunst mit der technischen Raffinesse im Tuning punkten kann oder nicht. Und tatsächlich lässt sich nicht bestreiten, dass die technischen Daten von 1ms samt 120Hz + 240 Hz Turbomodus nicht enttäuschen. Mit stabilen 120Fps wirken die Bilder geschmeidiger als bei der Konkurrenz und auch die Pulsierung auf 240Hz schmeichelt dem Auge. Im Schlierentest ließ sich eine sehr gute Schärfe bei Bewegungen ausmachen und auch in Spielen lassen sich Texturen schnell und mit einem geringen Flimmern erkennen.

Besonders schnelle Ego-Shooter wie Call of Duty profitieren von der enorm schnellen Scharfstellung von Texturen. In mittelschnellen Spielen wie League of Legends oder World of Warcraft wirkt das Bild besonders bei bewegten Texten sehr angenehm. Spielernamen sind auch noch in Bewegungen gut zu lesen und flimmern kaum bis gar nicht.

Allerdings sei an dieser Stelle noch einmal angemerkt, dass zur perfekten Nutzung des Monitors ein leistungsstarker Computer vorausgesetzt wird. In Spielen müssen konstante 120Fps erreicht werden, um in den Genuss der geschmeidigen Wiedergabe zu gelangen. Auch soll über die Unterschiede 120Hz und 240Hz Klarheit herrschen, da der Monitor selbst zu jeder Zeit mit 120Hz angesprochen wird und die Pulsierung vom Monitor intern vorgenommen wird. Die richtige Einstellung im Treibermenü ist somit immer 120Hz. Der Turbomodus hingegen wird über die Einstellungen am Monitor selbst vorgenommen.

Sound

Tonsignale verarbeitet der Eizo FG2421 über HDMI und Display-Port sowie über einen 3,5 Klinken Input am Monitorrücken. Das Tonsignal wird durchgeschleift, kann aber über die Lautstärke variiert werden. Eizo bietet die Möglichkeit den Ton an einen separaten Kopfhörerausgang an der Seite auszugeben, oder an separat angeschlossene Boxen weiterzugeben.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an den HDMI-Eingang des FG2421 angeschlossen werden.

Einen Filmmodus hat der FG2421 nicht. Die angebotenen Voreinstellungen sind spieleorientiert, deshalb bevorzugten wir für das Video das etwas neutralere Bild der Web-Einstellung. Hier zeigte der FG2421 ein etwas kühl wirkendes Bild mit überbetonten Tiefen. Hauttöne wurden stimmig wiedergegeben.

Der Schwarzwert und Bildkontrast waren beeindruckend gut, hier kann die Kombination aus Semi-Glossy Oberfläche und VA-Technik ihre Stärken zur Geltung bringen. Die Detailzeichnung in hellen wie dunklen Szenen war gut. An den Schaltzeiten und der Abstimmung des Overdrive gab es nichts auszusetzen, in schnellen Szenen sahen wir weder Kantensäume noch Nachzieheffekte.

Den störenden Glow der IPS-Konkurrenten gibt es bei der VA-Technik nicht, und der etwas nachlassende Schwarzwert bei seitlicher Draufsicht fällt bei üblicher Wohnraumrestbeleuchtung gar nicht so sehr auf. Lästiger kann eventuell die Spiegelwirkung des Displays werden, je nach Sitzposition werden Raumlichter oder helle Wände reflektiert.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Für die Anpassung des Bildformats kennt die Option ScreenSize vier Einstellungen: Auto, Full, Enlarged und Normal. Nach einigem Probieren erweist sich Enlarged als die Allroundvariante: FullHD und HDready kommen als Vollbild, SD-Formate kommen seitengerecht skaliert mit voller Bildschirmhöhe. Die Einstellung Normal arbeitet dagegen wie eine 1:1-Option, alle kleineren Auflösungen als FullHD kommen damit in Originalgröße auf den Schirm.

Alle Skalierungen funktionieren bei 60 Hz und 50 Hz gleichermaßen gut. Die einzige Einschränkung bei 50 Hz ist ein geringfügiger Judder, der bei 60 Hz nicht auftritt. 24p wird – mit noch stärkerem Judder – ebenfalls angezeigt.

Auch Halbbildmaterial wird angezeigt, aber das (vor allem bei 50 Hz) stark zitternde Bild ist ungenießbar. Ein Deinterlacer ist also nicht eingebaut, hier muss der Medienplayer einspringen.

Overscan

Eine Overscan-Option finden wir im OSD des FG2421 nicht.

Farbmodelle und Signallevel

Die Einstellmöglichkeiten für den RGB-Signalumfang und das verwendete Farbmodell am HDMI-Eingang sind umfassend: RGB full und limited, YUV 4:4:4 und 4:2:2 sind alle da. Im Test passten die Werte am PC und am BD-Player automatisch, bei Umstellung der Bildquelle im laufenden Betrieb folgte der Monitor automatisch.

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