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TESTBERICHT: LG 34CB98-B Teil 6


Produktivitätssteigerung durch 21:9

In diesem Kapitel möchten wir zusammenfassend eine subjektive Einschätzung der Eignung des LG 34CB98-B für verschiedene Anwendungsfelder abgeben und dabei speziell auf die Steigerung der Arbeitseffizienz eingehen.
Selbstverständlich können wir dazu im Rahmen unseres Tests nicht mit aufwendigen Arbeitszeitmessungen aufwarten. Allerdings sollte der Vorteil eines großen, extra breiten Displays auch so bereits offensichtlich sein – spätestens, wenn man einmal selbst vor so einem Gerät gesessen hat.

Wer seinen Mitarbeitern Mehrkern-Prozessoren spendiert und dann am Display spart, hat zwar einen starken Motor, bringt die Kraft aber einfach nicht auf die Straße. Wer seine Vertriebsmitarbeiter dazu zwingt, zeitkritische Angebotsprozesse auf einem 14-Zoll-Notebook abzuwickeln (mit Word, Excel, Angebots-DB und Videokonferenz-Programm gleichzeitig geöffnet), der braucht sich über langatmige Prozesse in schlechter Qualität und zunehmende Ausfälle durch Burn-out-Syndrom nicht wundern.

Selbst in großen IT-Unternehmen ist es gängige Praxis, hochwertige IT-Produkte zwar an Kunden verkaufen zu wollen, die eigenen Mitarbeiter aber in Zeiten von Kosteneinschnitten mit einer Minimal-Ausstattung abzuspeisen. Umgekehrt erwächst daraus jedem Unternehmen, das es besser macht, schnell ein ernstzunehmender Wettbewerbsvorteil.

Windows steht für Fenster – viele davon, und zwar gleichzeitig. Erst dann hat Multitasking richtig Sinn. Auf dem LG 34CB98-B lassen sich problemlos ganze drei Fenster gleichzeitig öffnen – mit mehr als DIN A4 in der Höhe und ausreichend Platz, um jeweils auch noch Zusatzleisten wie Gliederungsansicht etc. darstellen zu können. Die lästige Suche nach dem Fenster im Hintergrund, das die gerade benötigten Informationen enthält, entfällt.

Office: Multi- und Single-Fenster

In Verbindung mit seiner durch die Wölbung entstehenden Rundumsicht eignet sich der LG 34CB98-B immer dann besonders gut, wenn mit mehreren Fenstern gleichzeitig gearbeitet wird oder Einzelanwendungen im Vollbildmodus eine sehr hohe Informationsdichte aufweisen und dementsprechend von viel Platz profitieren.

Neben Arbeitsplätzen im Bereich Office, Software-Entwicklung und Finanzwesen lenkt das den Blick zwangsläufig auch auf die Bild- und Videoverarbeitung. Die Übersichtlichkeit in der Raster-Ansicht von Lightroom ist schlicht gigantisch. Bei der Einzelbildbearbeitung in Photoshop braucht man sich um die Platzreduktion für das Hauptbild durch Seitenleisten keine Gedanken mehr zu machen. Für präzises Arbeiten bei Retuschen oder mit dem Pfadwerkzeug kann man sehr weit in das Bild hineinzoomen und hat dennoch einen Großteil des Motivs im Überblick.

Lightroom: Raster-Übersicht und Arbeiten mit einem Bild

Extra breite Monitore mit Wölbung, die speziell für farbkritisches Arbeiten in Verbindung mit einer Hardware-Kalibrierung gedacht sind, gibt es bislang leider noch nicht auf dem Markt. Mit Ausnahme des LG 38UC99 haben praktisch alle gewölbten 21:9-Monitore, die wir in letzter Zeit getestet haben, in der Werkeinstellung eher schlecht abgeschnitten und zeigen einen ähnlich kruden Verlauf bei der Gammakurve.

Der LG 34CB98-B lässt sich aber sehr gut kalibrieren. Was bleibt, sind die dadurch nicht zu behebende und subjektiv eher mäßige Bildhomogenität und gelegentlich sichtbar werdende Banding-Effekte. Außerhalb von Design- und Grafikarbeiten spielt diese Schwäche bei eher gemischten Bildinhalten aber keine so große Rolle.

Sofern nicht höchste Farbpräzision erforderlich ist, ist das aus unserer Sicht daher kein generelles K.-o.-Kriterium für die EBV. Insbesondere für Event-Fotografen, die ohnehin ausschließlich im sRGB-Farbraum arbeiten, stellt der LG 34CB98-B eine günstige Lösung für eine erheblich beschleunigte Bildauswahl dar. Videografen erhalten eine schier unendliche Timeline, die häufiges Rein-und-raus-Zoomen überflüssig macht.

Endlos Platz für die Timeline in der Videoverarbeitung

Sound

TTonsignale kann der LG 34CB98-B direkt über seine beiden eingebauten Stereo-Lautsprecher mit je 7 Watt Ausgangsleistung wiedergeben. Das klappte im Test via DisplayPort genauso gut wie am HDMI-Port. Im Gegensatz zu manchen Wettbewerbern verzichtet das Marketing von LG darauf, beim eingebauten Soundsystem überzogene Erwartungen mittels Harman-Kardon-Aufklebern etc. zu schüren. Stattdessen verbirgt das Testmodell hier noch einmal eine große Überraschung.

Bereits beim Einschalten überrascht das Gerät mit einem wohlklingenden Signalton, der an das Anschnallsignal im Flugzeug erinnert. Danach heißt es: "Anschnallen und los geht's!" Tatsächlich gehört die Klangqualität des LG 34CB98-B mit zum Besten, was wir bislang in PC-Monitoren vorgefunden haben.

Lautsprecher und MaxxAudio-Einstellungen im OSD

Im OSD gibt es zusätzliche Audio-Einstellungen, wobei die Option "MaxxAudio" standardmäßig für einen räumlichen Klang sorgt. Das funktionierte bei unserem Testvideo tatsächlich so gut, dass wir uns sogar trauen würden, einen guten Spielfilm auf dem Gerät anzuschauen oder gelegentlich ein Spiel zu spielen, ohne zusätzliche Lautsprecher dazuzustellen.

Dass naturbedingt der Klang in den Tiefen irgendwo seine Grenzen hat, merkt man am ehesten bei der Musikwiedergabe in höherer Lautstärke. Hier mag sich auch der eine oder andere Titel etwas blechern anhören. Die Klangqualitäten eignen sich aber auf jeden Fall weit über die Wiedergabe von Systemklängen hinaus – insbesondere im Business-Bereich für Videokonferenzen, Webinare, YouTube-Videos, Videobearbeitung etc., da vor allem die Sprachwiedergabe sehr gut gelingt.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des LG 34CB98-B angeschlossen werden, der Ton wird wahlweise an die integrierten Lautsprecher oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Mit seinen Farbraumfähigkeiten deckt der LG 34CB98-B auch die HDTV-Norm ab und bietet damit einen guten Ausgangspunkt für die Videowiedergabe und -bearbeitung. Für die Wiedergabe bietet das Gerät auch eine Voreinstellung für Filme (Bildmodus "Cinema") an. Vor allem für die externe Zuspielung hat sie uns sehr gut gefallen, da hier noch einmal ein zusätzlicher Kick beim Im-Bild-Kontrast wahrzunehmen ist. Die Farbtemperatur ist allerdings ähnlich kühl wie im nativen Werksmodus. Je nach Filminhalt ist das auch ein Stück weit Geschmackssache und passt mal besser, mal weniger gut (Science-Fiction vs. Liebesromanze).

Auf der Seite des Regisseurs ist man mit der HDTV-Norm, daher haben wir für die PC-Wiedergabe das Gerät in der von uns kalibrierten Einstellung belassen. Der LG 34CB98-B liefert hier glaubwürdige Farben mit gutem Kontrast auf einem IPS-Panel-typischen Niveau. Lediglich der Schwarzwert könnte besser sein.

Dank des IPS-Panels kommen bei Vorführungen auch trotz der Display-Wölbung weiter außen sitzende Zuschauer in den Genuss eines neutralen Blickwinkels. Das beste Seherlebnis hat man natürlich in zentrierter Sitzposition.

Am HDMI-Eingang kann der LG 34CB98-B mit der Schwarzwert-Option an den korrekten Signalpegel angepasst werden. Allerdings sind die Bezeichnungen etwas verwirrend. Soweit ersichtlich, wird bei "hoch" der volle Signalumfang mit RGB 0-255 erwartet, bei "niedrig" dagegen 16-235. Die Voreinstellung "hoch" erscheint uns daher etwas unglücklich. Die Einstellung "tief" verbessert den Schwarzwert erheblich. Bei Bedarf kann man mit dem Regler "Schwarzstabilisator" die Detailzeichnung in dunklen Bereichen dann wieder etwas anheben bzw. verbessern.

Besonders wichtig ist bei einem 21:9-Gerät in diesem Bereich auch eine gute Skalierung. Wie bereits im Kapitel "Interpolation" erwähnt, kann der LG 34CB98-B problemlos alle relevanten Video-Auflösungen seitengerecht auf ein maximal bildschirmfüllendes Format skalieren (480p, 576p, 720p, 1080p). Ferner bietet das OSD zwei Cinema-Modi an. Damit lassen sich Cinemascope-Spielfilme auch bei externer Zuspielung bildschirmfüllend und verzerrungsfrei ohne schwarze Balken darstellen.

Eine 24p-Wiedergabe ist allerdings laut Handbuch nicht möglich. Am PC war die entsprechende Auswahl auch weder via DisplayPort noch am HDMI-Port möglich. Für den Unterhaltungsbereich schränkt das zwar die Möglichkeiten vor allem bei der externen Zuspielung wieder etwas ein. Im Unternehmenseinsatz dürfte das aber kaum jemanden fehlen.


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846,42 €
++ sehr gut, + gut, +/- zufriedenstellend, - schlecht, -- sehr schlecht

Datenblatt

Diskussion im Forum


Fazit

LG ist ein Hersteller, der sich in unseren Tests immer wieder geräteübergreifend und kontinuierlich durch sehr durchdachte und ausgefeilte Gesamtpakete auszeichnet. Die Summe ist hier mehr als die Einzelteile.

Die Vorteile der Rundumsicht einer großen und gewölbten 21:9-Display-Fläche für die Arbeitseffizienz liegen in vielen Anwendungsfeldern auf der Hand. Beim LG 34CB98-B bekommt sie durch die ausgezeichnete Bedienung und die ausgefeilte Zusatz-Software sogar noch einmal einen Boost.

Größere Roll-outs in Unternehmen werden durch die einfache und werkzeugfreie Montage erleichtert. Design und Verarbeitung sind zweck- und budgetorientiert. Mit den vorhandenen Einstellmöglichkeiten lässt sich eine sehr gute Arbeitsplatz-Ergonomie sicherstellen.

Die bereits durch die Wölbung verbesserte Blickwinkelneutralität wird durch den Einsatz eines IPS-Panels auf ein exzellentes Niveau gebracht. Die Vorkalibrierung ab Werk konnte uns nicht überzeugen. Mit unseren Tipps zur Anpassung der RGB-Farbwerte lässt sich allerdings auch ohne Kalibrierung ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Wir empfehlen dennoch, den Monitor zu kalibrieren, wenn Foto- und Videobearbeitung eine größere Rolle spielen.

Sowohl die gebotene Qualität als auch die Fülle an Zusatz-Features wie USB-Schnelladefunktion, umfangreiche PiP-Funktionen, Thunderbolt-2-Anschlüsse etc. führen bereits bei Betrachtung des Einzelhandelspreises zwangsläufig zu einem PRAD-Preis-Leistungs-Tipp.

Bei einem aktuellen Straßenpreis von 785 EUR könnte das Gerät daher auch für Privatleute zum Geheimtipp werden – zumal das Display-Format für Unterhaltungsanwendungen und Spiele ebenfalls geradezu prädestiniert ist.

Gesamturteil: GUT


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