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REPORTAGE

TV-Guide: Worauf muss ich beim Kauf eines Plasma- oder LCD-TVs achten?

Von Simon Blohm, Denis Freund und Reinold Növermann
11.07.2008, 12:25 Uhr

Zunächst einmal: Anders als oft vermittelt wird, gibt es dabei tatsächlich kaum ein „zu groß“. Letztlich entscheiden Geldbeutel, Platzverhältnisse und Zuspielung über die Bilddiagonale.

Auch SD-Material wie herkömmliches PAL-Fernsehen kann auf großen Diagonalen noch ansehnlich wirken, wenn ein paar Grundregeln beachtet werden, die wir im Folgenden aufzeigen.

Kontrastreiches Fundament

Besonders wichtig bei Flachbild-TVs ist ein exzellenter Kontrast, da das menschliche Auge auf Kontraste sehr sensibel reagiert und kontrastarme Bilder emotionslos und flach wirken. Um dem gerecht zu werden sollte der Kontrast des verwendeten Plasma- oder LCD-Panels bereits in der Werkseinstellung gut ausfallen, sodass man bei Bedarf nur noch geringe Korrekturen vornehmen muss.

Der Wert sollte mindestens bei 800:1 liegen und besagt, wie groß der Helligkeitsunterschied zwischen einem schwarzen und weißen Bildpunkt ausfällt. Je höher, desto besser. Um den Kontrast am Bildschirm kontrollieren zu können, sollte bereits beim Kauf eine sogenannte Test-Disc mitgenommen werden. Im Normalfall enthält eine solche CD verschiedene Graustufenbilder, Schachbrettmuster, reale Testfotos und weiteres mehr.

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Vorsicht, dynamische Falle!

Wer sich beim Kauf auf die im Prospekt beworbenen Angaben verlässt, erlebt schnell einen Reinfall. Denn gerne werden LCD- und Plasma-TVs nur mit dem dynamischen Kontrast beworben. Dabei werden Farben und Helligkeit des dargestellten Bilds laufend vom Gerät angepasst und im Idealfall kann ein sehr hoher Kontrastwert erzielt werden. Leider handelt es sich aber um einen sehr theoretischen Wert, der in der Regel bei einem Wechsel von einer sehr dunklen Szene zu einer sehr hellen erzielt wird.

Im Gegensatz zum statischen Kontrast bezieht sich die Angabe des dynamischen Kontrasts nämlich nicht auf ein Standbild, sondern immer auf den Vergleich zweier aufeinander folgender Bilder bzw. Szenen. Werfen Sie deshalb einen Blick auf die Hersteller-Spezifikationen und fragen Sie den Verkäufer nach dem statischen Kontrast des Geräts. Denn der höchste dynamische Kontrast nützt wenig, wenn Farben durch die Korrekturen unnatürlich wirken oder in dunklen Szenen kaum noch Details erkennbar sind.

Wie Schwarz ist Schwarz?

Den Schwarzwert eines Flachbild-TVs kann man am besten in einem abgedunkelten Raum testen. Aufgrund der notwenigen Hintergrundbeleuchtung sieht das Schwarz bei den meisten LCD-TVs mit herkömmlichem Backlight immer etwas heller aus als bei Plasma-Bildschirmen.

Samsung F9 Reihe mit LED-Backlight. (Foto: Samsung)

Zur IFA 2007 hat Samsung mit den Geräten der F9 Reihe (52 und 70 Zoll) eine neue Linie mit LED-Backlight vorgestellt, welches also auf Leuchtdioden statt Leuchtstoffröhren (CCFLs) basiert. Während ein LED-Backlight an sich im TV-Bereich keine wirklichen Vorteile gegenüber der herkömmlichen CCFL-Lösung bietet, ist hierbei das Feature „local dimming“ entscheidend. Die LEDs sind in viele kleine Zonen aufgeteilt, die abhängig vom Bildinhalt in der Helligkeit separat geregelt werden können. Dadurch lässt sich der Schwarzwert bei LCD-TVs drastisch steigern.

Noch sind entsprechende Geräte sehr teuer; in den nächsten Monaten will  Sony ebenfalls mit LED-beleuchteten Flat-TVs nachziehen und auch Samsung plant bereits die Nachfolger der F9-Reihe.

Bei der taghellen Beleuchtung in den großen Elektronikmärkten ist es leider nahezu unmöglich den Schwarzwert zu testen. Deshalb ist es besonders wichtig, auf einen hohen statischen Kontrast zu achten.

Eine gleichmäßige Bildhelligkeit ist besonders in dunklen Szenen wichtig; wenn die Bildecken oder Unter- und Oberkante des Bildschirms ungleichmäßig ausgeleuchtet sind oder das Backlight durchscheint, leidet das Filmvergnügen. Keinesfalls sollten helle oder dunklere Flecken auf dem Bildschirm auftauchen.

Die Bildhelligkeit muss zudem ausreichend hoch sein, damit das Fernsehbild auch bei starkem Lichteinfall wie Sonneneinstrahlung erkennbar bleibt. Mache Geräte bieten eine automatische Regulierung der Helligkeit mit Hilfe eines Sensors an. Das ist nicht nur bequem, sondern spart nebenbei auch Energie.

Kleine Millisekunden und große Blickwinkel

Ebenfalls von elementarer Bedeutung ist die Reaktionszeit eines Flachbild-Fernsehers, denn sonst sieht das Bild beim Fußballschauen matschig aus oder Tennisbälle gleichen kleinen Kometen mit Schweif.

Die meisten aktuellen Modelle sind ausreichend schnell und Schlieren gehören weitestgehend der Vergangenheit an. Die Reaktionszeit eines modernen Flat-TVs sollte bei unter 12 ms liegen.
Wenn mit mehreren Personen Filme geschaut werden, sollte man unbedingt darauf achten, dass sowohl der horizontale als auch der vertikale Blickwinkel dafür groß genug sind. Sonst hagelt es Beschwerden von den weiter außen Sitzenden. Fast alle Flachbild-Fernseher mit Diagonalen ab 32 Zoll besitzen hochwertige Panels mit ausreichend weiten Blickwinkeln.

Nur bei kleineren Modellen sollten Sie vor dem Kauf nach dem Paneltyp fragen: Ist ein TN-Panel verbaut, so müssen Sie mit Einschränkungen rechnen, besonders beim vertikalen Blickwinkel. Wollen Sie den Fernseher dann an die Wand hängen und blicken von unten auf das Gerät, so erkennen Sie oftmals nur noch ein Negativ.

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