8K vs. 4K: Doppelblindstudie sieht kaum Unterschiede

Selbst bei hochwertigen 8K-Inhalten und nahem Sitzabstand sahen Probanden nur geringe Bildqualitätsvorteile

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Schon länger wird nicht nur von Fachleuten der Sinn von Fernsehgeräten mit 8K-Auflösung angezweifelt. Einerseits fehlt noch eine breite Verfügbarkeit nativer 8K-Inhalte, sodass die meisten Serien, Filme und Sendungen ohnehin via Algorithmus halbwegs verlustarm hochskaliert werden müssen. Andererseits ist fraglich, ob derart hohe Auflösungen bei aktuell gängigen Bilddiagonalen und normalen Sitzabständen annähernd ihre Vorteile ausspielen können.

LG 88Z9PLA (Bild: LG)
Der 88Z9 kam als 8K-Testbildschirm zum Einsatz (Bild: LG)

Dieser Frage ging Warner Bros. in Zusammenarbeit mit Amazon Prime Video, LG, Pixar und der American Society of Cinematographers nun im Rahmen einer Doppelblindstudie nach. Hierzu wurde insgesamt 139 Probanden, die in verschiedenen Abständen zum Bildschirm saßen, eine Reihe von Videoclips (etwa Szenen aus Dunkirk und A Bug’s Life) gezeigt, die ursprünglich im 8K-HDR10-Format (7680 x 4320 Pixel) vorlagen. Zu Vergleichszwecken wurden sie zusätzlich auf 4K (3840 x 2160 Pixel) herunterskaliert und unter Zuhilfenahme der Video-Software NUKE direkt wieder auf 8K hochskaliert. Auf diese Weise sollte sichergestellt werden, dass die Clips auf den 8K-Bildschirmen wie 8K aussehen – also unabhängig von ihrer tatsächlichen Originalauflösung.

Als Testausrüstung dienten ein LG 88Z9 (88 Zoll, OLED, 8K – siehe auch PRAD-News LG: Erster 8K-OLED-TV kostet 30.000 Euro), ein PC mit 18-Kern-CPU von Intel, SSD-RAID-Verbund und GeForce GTX 1080 Ti, das Videointerface BlackMagic 8K Pro mit vier 12G-SDI-Verbindungen sowie die Converter-Box Astrodesign SD-7075. Der ganze Aufwand sollte eine absolut flüssige und unkomprimierte Darstellung der Testinhalte, die eine konstante Bandbreite von 3 GB/s erforderten, gewährleisten.

Die Probanden sollten in den Testsessions mit A und B gekennzeichnete scheinbar (!) identische Videoclips hinsichtlich der Darstellungsqualität bewerten, wobei von „Viel besser“ über „Etwas besser“ bis hin zu „Identisch“ verschiedene Optionen bestanden. In Wahrheit handelte es sich jeweils um 4K- und 8K-Fassungen der Inhalte. Das Ergebnis: Im Schnitt werteten die Testpersonen allenfalls marginal zugunsten der nativen 8K-Clips, sahen also effektiv kaum einen Unterschied. Selbst mit näheren Sitzabständen änderten sich die Resultate nur leicht – bei 1,5 m vor dem Bildschirm erzielte nur ein 8K-Video überhaupt die Wertung „Etwas besser“.

Unterm Strich lässt sich also tatsächlich schlussfolgern, dass sich der Aufpreis für aktuelle 8K-Geräte bei gängigen Sitzabständen im Hinblick auf die Bildqualität wenig lohnt. Sollten 8K-Displays preislich irgendwann mit ähnlich ausgestatteten 4K-Modellen gleichziehen bzw. nur noch unwesentlich höher liegen, ist natürlich trotzdem nicht auszuschließen, dass 7680 x 4320 Bildpunkte mittel- oder langfristig zum neuen Auflösungsstandard werden. Um das zu beschleunigen, müssten aber zugleich viel mehr Inhalte zeitnah direkt in 8K erscheinen. Dass das nicht so bald der Fall sein dürfte, zeigt schon allein ein Blick auf das immer noch vergleichsweise dünne und spät eingeführte 4K-Angebot der Streamingdienste. (Quelle: TechHive via FlatpanelsHD)

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