DisplaySearch: Durchschnittspreise für LCD TVs fielen 2009 doppelt so schnell wie im Vorjahr

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Der mittlere Verkaufspreis für LCD-Fernseher fiel 2009 im Vergleich zu 2008 erneut. Ungeachtet der eingerechneten Premium-LED-TVs verbilligte sich das ganze Segment im Durchschnitt um 24 Prozent. Dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für LCD-Geräte krasser gefallen sind als zwei Jahre zuvor, schreibt DisplaySearch im Quartalsbericht „TV Cost and Price Forecast Model and Report“ den stark gesunkenen Panelpreisen zu.

Diese Entwicklung ist das Resultat des massiven Überangebots der Quartale 4/08 und 1/09. Zu Jahresbeginn war die Stückzahlnachfrage für Flachbildfernseher weitaus besser als erwartet. Der während des ersten Halbjahrs herrschende Preisdruck machte es den großen Marken einfacher, ihre Preise zu senken. Die durch das Überangebot verdorbenen Preise wirkten sich noch bis zum Ende des zweiten Quartals 2009 aus. Von da an kehrte sich die Situation jedoch um.

„Weil die mittleren Preise für TVs im Handel langsamer fielen als die Panelpreise, erhöhten Hersteller und Händler ihre Gewinnspannen, die seit Ende 2008 auf niedrigem Niveau waren“, beschreibt Paul Gagnon, Chef der Marktforschungsabteilung für den nordamerikanischen TV-Markt, die Situation. „Jedoch verteuerten sich die Panels in der zweiten Jahreshälfte bis September stetig und hielten die erhöhten Preise selbst in der umsatzschwachen Zeit des letzten Quartals.“ Hersteller und Händler seien gezwungen gewesen, ihre Gewinnspannen zu verringern, um die Handelspreise nicht stagnieren oder steigen zu lassen, so der Experte.

Weil sich der Preisdruck auf Panels vor dem Hintergrund der angespannten Versorgungslage und der explodierenden Nachfrage aus China nur schleichend erhöht, sollen die LCD-TV-Preise 2010 durchschnittlich stabiler bleiben. LED- und 3D-Fernseher aus dem Premiumbereich eingerechnet, soll der Durchschnittspreis höchstens um vier Prozent fallen. Auf TVs mit LED-Hintergrundbeleuchtung liegen derzeit noch Gewinnspannen zwischen 30 und 50 Prozent, die aber schnell schrumpfen werden. Einerseits tragen die Marken selbst dazu bei, um den Umstieg von CCFL-Modellen zu beschleunigen, zum Anderen funktioniert die Lieferkette effizienter.

Jahresbezogene Betrachtung der sich verändernden Durchschnittsspreis für LCD- und Plasmafernseher. (Quelle: DisplaySearch)

Obschon sie negative Gewinnspannen einfahren, werden HD-fähige LCD-TVs in der Standardgröße von 32 Zoll zum Weihnachtsgeschäft im Mittel für 300 US-Dollar über die Ladentheke gehen – selbst Geräte von Premiumherstellern. Die an der Lieferkette Beteiligten versuchen derweil, die Konsumenten für gewinnbringendere Größenkategorien, speziell 40 Zoll, zu interessieren.

Plasmafernseher standen ihren LCD-Geschwistern nur wenig nach: Der Durchschnittspreis für PDP-TVs sank 2009 um 21 Prozent. 2010 soll er zwischen 15 und 25 Prozent nachgeben. Laut DisplaySearch werden alle PDP-Modelle bis 50 Zoll Ende des Zweitquartals unter 1.000 US-Dollar gefallen sein. Bei einem Preis von weniger als 2.000 US-Dollar werden vor allem die 58-Zoll-Geräte stärker nachgefragt, während die teils für 500 US-Dollar angebotenen 42-Zoll-HD-Modelle den Umsatz sichern. Spätestens zum Weihnachtsgeschäft ist der Durchschnittspreis an dieser Marke angekommen.

50-Zoll-Plasmamodelle mit 1080p-Unterstützung haben in letzter Zeit deutlich zugelegt, da die drei großen Hersteller derzeit eine große Auswahl von 1080p-Geräten ins Rennen schicken, und die 50-Zoll-Geräte eine wesentliche Rolle bei der Markteinführung von 3D-fähigen Plasmafernsehern spielen werden.

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