Fraunhofer Institut: Mikrolinsen verschaffen Pico-Projektoren höhere Lichtstärke

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Viele Mikrolinsen anstelle einer großen – das ist das Geheimnis eines sechs Millimeter flachen Pico-Projektors, den sich das Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) patentieren ließ. Laut pressetext.de liefert der Prototyp zehnmal hellere Bilder, als es von einem solchen Winzling erwartbar wäre.

Pico-Projektor: Mikrolinsen erlauben eine Bautiefe von lediglich sechs Millimetern. (Foto: Fraunhofer IOF)

Kernstück der Neuentwicklung ist eine Schicht von 45 Mikrolinsen mit Blau-, Grün- und Rotfiltern, die mit einem LCD-Display zusammenarbeitet, das mit 200 mal 200 Pixeln auflöst. Durchfallendes Licht wird durch speziell angeordnete Projektionslinsen (Array) übereinandergelegt – das macht die erneute Fokussierung durch eine große Einzellinse überflüssig. Zwar ist bekannt, dass Insektenaugen nach diesem Prinzip funktionieren, für die Projektionstechnik ist der Ansatz jedoch neu. „Möglich wurde das erst durch neueste mikrooptische Forschung und präzisere Wafer-Skale-Technologie“, kommentiert Andreas Bräuer, Leiter der IOF-Abteilung für Mikrooptische Systeme.

Im Hinblick auf Lichtstärke, bisher das Manko der Mini-Bildwerfer, liegt die Array-Version mit elf Lumen gleichauf mit größeren Einlinsen-Technologien. „30 Lumen oder mehr lassen sich mit derselben Technik herausholen, wenn wir beispielsweise die Farbfilter durch RGB-LEDs ersetzen“, erklärt Bräuer. Auch die Projektionsauflösung wäre steigerbar, sofern denn ein Markt für kleinpixelige LCDs entsteht, der die Array-Projektionstechnik voranbrächte. „HDTV-Qualität werden Pico-Projektoren nie erreichen – VGA reicht für derzeit geplante Anwendungen völlig“, schätzt der Institutsmitarbeiter.

Hardware-Hersteller zeigen großes Interesse Picos, besonders bei Smartphones, Kameras, Camcordern und Laptops. Analytiker sehen zusätzlich große Chancen im Videospielbereich bis hin zur Gastronomie. Selbst wenn die Prognosen eintreten und die Verkaufszahlen 2011 die Millionenmarke knacken, lässt der finale Durchbruch noch auf sich warten. Hier bestimmt, ganz abgesehen von Zeit und Kosten für die Entwicklung, der Preis. „Den bestimmt vor allem das bildgebende Element“, so Bräuer. Die DMD-Version koste derzeit rund 30 Dollar.

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