Lesertest LG 38WK95C-W – HDR begeistert

Im LG 38WK95C-W Lesertest geht es um die Frage, wie sich HDR10 bei der Wiedergabe von Filmen und beim Gamen schlägt

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Einleitung

Ich habe also die Ehre und das Vergnügen, den LG 38WK95C-W einem PRAD-Lesertest zu unterziehen. Als gelernter Mediengestalter für Digital und Print, als Gamer, der seit Titeln wie Day of the Tentacle infiziert ist, als Technikfreak, ambitionierter Hobby- und Profifotograf, als Musik- und Filmfan, als Sammler und Erschaffer aller möglichen Medien und stolzer Besitzer eines LG 34UM95 erwarte ich von dem „großen Bruder“ eine ganze Menge: Ich möchte nicht weniger als ein Allround-Talent ohne echte Schwächen, das sämtliche Disziplinen mindestens gut beherrscht. Weil ich einen wesentlichen Teil meiner Zeit (Arbeit und Freizeit) vor dem Bildschirm verbringe, bin ich auch bereit, einen angemessenen Preis für eine überdurchschnittliche Leistung zu bezahlen.

Dieses Vorgehen hat sich für mich bewährt. In das Zeitalter der LCD-Bildschirme bin ich damals etwas verzögert mit dem EIZO S2411W eingestiegen. Ein Bildschirm, der sich heute noch locker mit dem meisten, was es zu kaufen gibt, messen kann. Besonders die Verarbeitungsqualität und die Ausleuchtung in Kombination mit dem Schwarzwert sind auch heute noch absolute Spitze in dieser Preisklasse.

Einen würdigen Nachfolger habe ich dann vor ein paar Jahren mit dem LG 34UM95 gefunden, und nun steht der LG 38WK95C-W auf meinem Tisch.

Zu meiner sonstigen Ausstattung gehören ein großer, tiefer Schreibtisch, ein ergonomischer, voll verstellbarer Schreibtischstuhl, eine mechanische Tastatur, eine hochwertige, personalisierbare Maus, ein Wacom-Grafiktablet, 5.1-Surround-Lautsprecher und ein bestens ausgestatteter PC mit Windows 10 Pro, M2-SSD, Sechskern-CPU, 32 GB RAM, 8-TB-RAID sowie einem 400-Mbit/s-Internetanschluss.

Der Test wurde an einer PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Dragon über den DisplayPort-Ausgang gemacht, sofern nicht anders angegeben. Für die Fotos verwende ich eine Canon EOS 70D mit dem Objektiv Sigma 18-35 mm F1,8 der Art-Serie sowie einem 100-mm-Makro-Objektiv von Canons L-Serie.

Sämtliche Fotos wurden mit manuellen Einstellungen, den Anforderungen des jeweiligen Tests entsprechend, aufgenommen und lediglich bearbeitet, um den realistischsten Eindruck zu vermitteln, der möglich ist.

Abgesehen von den ermittelten Testwerten handelt es sich ausschließlich um meine eigene Meinung und Erfahrung. Fragen zum Test bin ich gerne bereit zu beantworten.

Unboxing

Gruß, dunkel, ehrfurchteinflößend! Der Eindruck ist klar: Das ist kein Spielzeug, hier drin befindet sich etwas Außergewöhnliches.

Die Verpackung ist sehr stabil und sehr schwarz
Die Verpackung ist sehr stabil und sehr schwarz
Der Bildschirm wird zum Aufbau auf ein gekrümmtes Stück Styropor gelegt
Der Bildschirm wird zum Aufbau auf ein gekrümmtes Stück Styropor gelegt

Die Verpackung ist überdurchschnittlich stabil und besteht aus sehr dickem Karton, der die Reise bis auf ein paar leicht aufgeschürfte Kanten ohne Weiteres überstanden hat. Der Verpackungsinhalt wurde erwartungsgemäß einwandfrei konserviert.

Angesichts der Dimensionen des Geräts und der Art der Verpackung empfiehlt es sich, den Bildschirm zu zweit aus dem Karton zu ziehen. Eine entsprechende Anleitung, bestehend aus drei Bildern, liegt unübersehbar ganz oben im Paket.

Das Auspacken und der Aufbau sind aber auch alleine möglich, wenn man sich an die Anweisungen hält und richtig zugreift.

Verpackungsinhalt und erster Eindruck

Neben den üblichen unattraktiven Printsachen (dünnes Papier, kleiner Text, mehrsprachig) wie Garantie- und Sicherheitshinweisen, „Handling Guide“, Angaben zum Energieverbrauch und der sehr kurzen Anleitung liegt ein „Display Quality Assurance Report“ mit den Ergebnissen der Werkskalibrierung bei.

Außerdem gibt es eine (lose) CD mit (veralteter) Software, die man am besten gar nicht erst installiert, weil man diese anschließend sowieso wieder aktualisieren und neu installieren muss.

Der sonstige Verpackungsinhalt entspricht dem Standard
Der sonstige Verpackungsinhalt entspricht dem Standard
Der Aufbau ist schnell erledigt. Anschließend wird man mit einer beeindruckenden Erscheinung belohnt
Der Aufbau ist schnell erledigt. Anschließend wird man mit einer beeindruckenden Erscheinung belohnt

Des Weiteren gibt es zu jeder Anschlussart ein passendes Kabel: DisplayPort, HDMI und USB-C. Leider sind alle Kabel nur ca. 150 cm lang, was angesichts der Größe des Bildschirms und der dafür notwendigen Schreibtische meiner Ansicht nach viel zu kurz ist. Laut LG soll man für den Bildschirm nur die mitgelieferten Kabel verwenden. Es gibt sogar eine „Fehlermeldung“ über das OSD, wenn man „fremde“ Kabel verwendet. Zum Glück lässt sich diese aber deaktivieren. Jedoch funktionieren alle Features auch mit „fremden“ Kabeln, was bei Standard-Anschlüssen auch genau so sein sollte. Kabel halten auch nicht immer ewig, und es sollte generell kein Problem sein, Kabel zu ersetzen, liebe Hersteller.

Er ist groß
Er ist groß
Der Kamerablitz liefert einen Vorgeschmack zum Reflexionsverhalten
Der Kamerablitz liefert einen Vorgeschmack zum Reflexionsverhalten

Neben den drei Signalkabeln gibt es ein klobiges und schweres Netzteil (ca. 17 x 8,5 x 4,3 cm) mit fest verbundenem Kabel Richtung Monitor (wodurch man bei Kabelbruch ein komplett neues Netzteil braucht) und ein Stromkabel, das zwischen Netzteil und Steckdose kommt. Das Stromkabel ist insgesamt länger, jedoch ist der erste Teil so kurz, dass ich das Netzteil auf meinem Schreibtisch unterbringen muss, weil es sonst in der Luft hängen würde. Zu guter Letzt gibt es den schicken Standfuß aus massivem Metall, einen dazu passenden Plastik-Kabelclip, die Säule zwischen Bildschirm und Standfuß sowie einen USB-C-auf-USB-Adapter. Dieser wird benötigt, wenn man am PC noch keinen USB-C-Anschluss hat, aber den (schlecht zugänglichen) USB-Hub auf der Rückseite des Bildschirms nutzen möchte.

Die Rückseite ist in Hochglanz-Weiß gehalten. Die Wahl des Materials (Plastik) ist so auf den ersten Blick zu erkennen. Das silberne Plastik des 34UM95 dagegen ginge optisch auch als Alu durch, was hochwertiger wirkt und mir besser gefällt
Die Rückseite ist in Hochglanz-Weiß gehalten. Die Wahl des Materials (Plastik) ist so auf den ersten Blick zu erkennen. Das silberne Plastik des 34UM95 dagegen ginge optisch auch als Alu durch, was hochwertiger wirkt und mir besser gefällt
Der Spalt zwischen Panel und Abdeckung der Unterkante wird zur Mitte hin immer größer. Der Standfuß ist zumindest optisch schön schlank und Platzsparend
Der Spalt zwischen Panel und Abdeckung der Unterkante wird zur Mitte hin immer größer. Der Standfuß ist zumindest optisch schön schlank und Platzsparend

Anschlüsse

Der LG 38WK95C-W besitzt für Bildsignale einen DisplayPort-1.2-Anschluss, zwei HDMI-2.0-Anschlüsse und einen USB-C-Port. Außerdem gibt es einen 3,5-mm-Klinke-Line-out für Ton, zwei USB-3.0-Hubs und den Stromanschluss.

Die Anschlüsse liegen sehr eng beieinander. Das erschwert im Alltag den Zugang, schafft aber auch Ordnung
Die Anschlüsse liegen sehr eng beieinander. Das erschwert im Alltag den Zugang, schafft aber auch Ordnung

Leider sind die Anschlüsse sehr nahe beieinander, das erschwert den Zugang. Die Anordnung in einer Reihe beim 34UM95 hat mir besser gefallen. Auf der anderen Seite sind die Kabel so schneller gebündelt, was für bessere Ordnung sorgt. Grundsätzlich würde ich hier nur Geräte und Kabel anschließen, die auch längere Zeit bleiben sollen. Als „Hub“ sind mir die Anschlüsse zu unpraktisch.

USB-C

Der LG 38WK95C-W hat einen USB-C-Eingang, der auch Bildsignale entgegennimmt. Leider versorgt er zudem die beiden USB-3.0-Anschlüsse mit Strom, weshalb sie ohne USB-C-Kabel brachliegen. Das hätte man mit Sicherheit auch anders lösen können. Ansonsten funktioniert das Laden von Geräten an allen Anschlüssen einwandfrei.

Die Funktion der USB-C-Buchse als Signaleingang konnte ich mangels Zuspieler nicht testen. Laut Datenblatt gibt es aber diverse Einschränkungen bei Auflösung und Bildfrequenz, was mich verunsichert, ob so überhaupt die volle Auflösung bei 75 Hz möglich ist. Entscheidend ist wohl der passende Zuspieler. In anderen Testberichten scheint der Anschluss eines aktuellen MacBooks einwandfrei zu funktionieren.

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