Lösung für Probleme mit DisplayPort-1.4-Monitoren

Wenn der neue 4K-HDR-Monitor von der Grafikkarte am DisplayPort 1.4 nicht richtig erkannt wird, liegt es oftmals nicht am Monitor

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In unseren Tests sind wir in letzter Zeit bei NVIDIA-Grafikkarten regelmäßig auf ein Problem am DisplayPort 1.4 gestoßen. Es äußerst sich darin, dass der Monitor beim Startvorgang zunächst nicht erkannt wird. Beim Kaltstart wird das bei den Prüfroutinen des BIOS vom PC mit einem ärgerlichen Piepen moniert.

Der Monitor wird erst später im Laufe des Windows-Starts ab einem gewissen Zeitpunkt erkannt. In das BIOS kommt man so aber nicht mehr – auch dann nicht, wenn man „blind“ die F2- oder Entf-Taste drückt. Manche Nutzer berichten sogar von einem kompletten Einfrieren des Systems während des Startvorgangs. Welche Modelle konkret davon betroffen sind, ist nicht genau zu definieren. Potenziell können alle Monitore mit DP 1.4 bzw. HDR-Funktion von diesem Fehler betroffen sein.

Im „Normalbetrieb“ mag man das ignorieren, spätestens beim nächsten Windows-10-Semiannual-Funktions-Update wird es dann aber unangenehm. Nach dem erforderlichen Neustart bleibt der Bildschirm schwarz. Bei dem dann (ohne Vorwarnung) länger dauernden Prozess kann man also nicht sehen, was da im Hintergrund passiert oder ob sich der Rechner aufgehängt hat. Das geschilderte Problem haben wir sowohl mit NVIDIA-Karten als auch mit der integrierten Intel-Grafik nachstellen können.

Ein Workaround kann darin bestehen, in den OSD-Systemeinstellungen des Monitors die DisplayPort-Version von 1.4 auf 1.2 herunterzusetzen. Allerdings ist dann in der Regel keine HDR-Wiedergabe möglich, da das Gerät nicht mehr als HDR-Wiedergabegerät erkannt wird.

Solche Probleme sind immer ärgerlich, da schwer abzuschätzen ist, ob es am Monitor oder an der Grafikkarte liegt. Grafikkarten von NVIDIA verfügen laut technischen Daten schon seit Längerem über DP 1.4. Folgt man dann aber den winzigen Fußnoten, so ist mit der RTX 2080 Ti selbst das aktuelle Topmodell von NVIDIA für schlappe 1.259 EUR nur „DisplayPort 1.3/1.4 ready“.

Wie wir mittlerweile herausgefunden haben, scheint die Ursache des Problems tatsächlich auf der Seite der Grafikkarten zu liegen. Mit den gewöhnlichen Treiber-Updates lässt es sich aber nicht beheben.

Von NVIDIA ist allerdings ein Firmware-Update-Tool erhältlich, was genau dieses geschilderte Problem am DisplayPort behebt. Auf der deutschen NVIDIA Support-Seite oder bei den Monitorherstellern findet man dazu leider bislang keinerlei Hinweise. Wir haben es ausprobiert.

Das Tool prüft zu Beginn, ob ein Update notwendig ist. Betroffen sind grundsätzlich alle Besitzer einer GeForce-Karte der 700er-, 900er-, 10er- und Titan-Serie ab der Maxwell-Architektur. Besitzer einer Quadro-Karte der M- oder P-Serie sollten das Update ebenfalls ausführen.

NVIDIA-Firmware-Update: Warnhinweis
NVIDIA-Firmware-Update: Warnhinweis
NVIDIA-Firmware-Update: Systemprüfung
NVIDIA-Firmware-Update: Systemprüfung

Während des Updates sollte man eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sicherstellen, da andernfalls die Grafikkarte beschädigt werden kann. Wir empfehlen generell, BIOS- und Firmware-Updates nur dann durchzuführen, wenn man tatsächlich ein Problem hat, das dadurch gelöst werden kann.

NVIDIA-Firmware-Update: Ergebnis
NVIDIA-Firmware-Update: Ergebnis
NVIDIA-Firmware-Update: Neustart nach Abschluss
NVIDIA-Firmware-Update: Neustart nach Abschluss

Der ganze Vorgang läuft relativ fix ab und erfordert nach dem Firmware-Update einen Neustart. Bei uns wurde das leidige Problem damit vollständig behoben. Wir empfehlen, vorher den Grafikkarten-Treiber ggfls. auch auf den neuesten Stand zu bringen.

Wie sieht es bei Intel und AMD aus?

Ist der Monitor ab Werk mit DisplayPort 1.4 voreingestellt, kann es auch bei Intel zu Problemen kommen. In Verbindung mit der Intel HD Graphics 630 und aktuellstem Treiber ist uns beim Startvorgang reproduzierbar gleich der ganze Rechner eingefroren. Von einem Firmware-Update ist uns hier nichts bekannt. Allerdings liegt hier die Lösung darin, im OSD des Monitors die DP-Version auf 1.2 zu stellen. Die Version 1.4 wird von Intel nur als eDP (embedded DisplayPort) unterstützt. Am normalen DisplayPort ist nur die Version 1.2 verfügbar.

Probleme mit AMD-Grafikkarten sind uns während der zahlreichen Tests bislang nicht aufgefallen.

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