Qualcomm lanciert Mirasol-Farbdisplay

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Das eher für Mobilfunkchips bekannte Unternehmen Qualcomm zeigte auf der CES Las Vegas einen E-Book-Reader, der statt E-Ink-Display einen farbigen Mirasol-Bildschirm beherbergt. Der Konzern will noch dieses Jahr die Serienproduktion des 5,7-Zoll-XGA-Displays aufnehmen, berichtet die Digitimes. Wie bei seinen anderen Erzeugnissen will das Unternehmen keine fertigen Geräte verkaufen, sondern ODM-Herstellern die Technologie samt Einzelkomponenten und die Dokumentation zur Verfügung stellen.

In einem Technikvideo zieht Qualcomm den Schmetterling zum Vergleich heran (Bild: Qualcomm).

Laut James Cathey, Vizepräsident für Geschäftsentwicklung, soll die Herstellung im Joint-Venture-Werk der Generation 4,5 stattfinden, das zusammen mit Foxlink im taiwanischen Longtan betrieben wird. Für Qualcomm bedeutet das Mirasol-Panel den Schritt auf den Markt der e-Book-Reader und der Tablet-PCs. Im Zuge dessen arbeite das Unternehmen mit verschiedenen Kunden zusammen, sagte Cathey, dem es jedoch nicht möglich war, über Details zu sprechen.

Mirasol ist E-Ink-Displays in mehrfacher Hinsicht überlegen: Es zeigt farbige Bilder und ist beim Bildwechsel so schnell, dass Videos, Animationen oder Scrollen flüssig wirken. So war bei dem auf der CES vorgestellten Prototypen eines Mirasol-E-Readers kein Unterschied zur Bewegtbilddarstellung auf einem LC-Display auszumachen.

Die einzige Gemeinsamkeit von Mirasol und E-Ink ist ihre äußerst Strom sparende Arbeitsweise – lediglich bei einem Bildwechsel ist Strom vonnöten, ohne Stromzufuhr bleibt der Bildschirminhalt unverändert. Die Erzeugung von Bildern findet allerdings komplett anders statt: Während die E-Ink-Technologie im Display kleine Kügelchen umdreht, bewegen sich im Mirasol-Panel kleinste Metallmembranen. Einfallendes Licht lässt das Bild durch sogenannte konstruktive und destruktive Interferenzen entstehen. Das ist vergleichbar mit den Schillerfarben auf Schmetterlingsflügeln, die, je nach Betrachtungswinkel, völlig unterschiedlich wirken.

Diese Arbeitsweise, basierend auf reflektorischer Technologie, wird IMOD (Interferometrische Modulation) genannt. In ihrem Kern befinden sich MEMS-Strukturen (Mikro-Elektronische Mechanische Systeme). In Abgrenzung zur verbreiteten elektrophoretischen Technologie benötigen Mirasol-Farbdisplays weder Farbfilter noch Hintergrundbeleuchtung.

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