Samsung: Aus für e-Paper-Geschäft

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Samsung Electronics hat kürzlich angekündigt, sich aus dem Geschäft mit elektronischem Papier zurückziehen zu wollen. Als Grund für die Entscheidung nennt das Unternehmen Kostenfragen. Allerdings wollen sich die Südkoreaner nicht gänzlich aus dem Bereich verabschieden: Für 2011 gibt es Pläne, ein Lesegerät für elektronische Bücher auf dem Markt zu bringen, das ein LCD-Panel als Bildschirm hat.

Zieht Samsung sich wegen des in Korea gefloppten SNE-60 aus dem E-Paper-Geschäft zurück? (Bild: Samsung)

„Wir werden im kommenden Jahr einen E-Book-Reader vorstellen, der LCD anstelle von e-Paper benutzt“, sagte Unternehmenssprecher Kim Se-hoon. Auf die Bildschirmgröße oder andere Spezifikationen des zu erwartenden Modells wollte er nicht eingehen, noch weniger darauf, warum sein Unternehmen die e-Paper-Herstellung beendet. Im Gegensatz zur LCD-Panel-Fertigung ist die Produktion jedoch preisintensiver und die Zulieferer sind nicht besonders zahlreich, ließ Kim immerhin verlauten.

LCD-Panel, deren Bildschirm nur durch eine Hintergrundbeleuchtung erhellt werden kann, sind günstiger als e-Paper. Zudem können sie eine Palette von Farben darstellen – e-Paper ist momentan nur zur Schwarz-Weiß-Darstellung in der Lage. Elektronisches Papier steht für eine Technologie, die recht nahe an gewöhnliches Papier heran kommt. Ein damit ausgestatteter Bildschirm ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar, bietet größere Blickwinkel und strengt die Augen selbst nach stundenlangem Lesen nur wenig an.

Samsung, der weltweit größte Hersteller von LCD-Panels, hatte im ersten Halbjahr 2010 mit dem SNE-60 einen E-Book-Reader vorgestellt, der für den globalen Markt konzipiert war. Zu den Absatzzahlen des Geräts wollte sich das Unternehmen nicht äußern. In Südkorea, wo das Modell in Kooperation mit dem größten Buch-Shop des Landes herausgebracht wurde, war der Verkaufserfolg offenbar enttäuschend, sagten Marktbeobachter.

Zuvor hatte Samsung mitgeteilt, das man das Galaxy Tab, einen Tablet-PC mit dem Betriebssystem Google Android, noch vor Dezember auf den Markt bringen wolle, um Apples iPad anzugreifen. Das in Kürze erscheinende Lesegerät für E-Books soll die Produktion des Galaxy Tab nicht beeinflussen, teilt der Unternehmenssprecher mit.

Die Nummer zwei auf dem LCD-Markt und Samsungs lokaler Rivale im Panel-Geschäft, LG Display, setzt noch immer auf die e-Paper-Technologie, die in Geräten wie Amazons Kindle verwendet wird. Um die Aktivitäten in diesem Bereich zu erhöhen, gründete LG in China ein Gemeinschaftsunternehmen mit koreanischen E-Book-Hersteller Iriver. Die Produktion soll im September anlaufen.

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