Surface: Microsoft greift mit Windows-8-Tablet an

0
22

2010 beerdigte Microsoft sein damaliges Dualscreen-Tablet-Konzept »Courier«, in der Nacht auf heute, Dienstag, hat der Software-Riese aus Redmond dessen Revival unter dem Titel „Surface“ eingeläutet. Das 10,6-Zoll-Widescreen-Tablet kommt in ARM- sowie Core-i-5-Ausführung und soll der Konkurrenz insbesondere durch ein multifunktionales Smartcover Paroli bieten, das nicht nur als Schutz, sondern auch als Tastatur und Touchpad fungiert.

Eröffnet wurde die Vorstellung, um die sich im Vorfeld zahlreiche Gerüchte rankten, von Konzernchef Steve Ballmer. Nach einer Eröffnungsrede über den von Microsoft mit Windows 8 eingeschlagenen Weg der Neugestaltung, versprach dieser »ein neues Stück« in der Geschichte des noch jungen Betriebssystems. »Wir haben das System für eine Welt designt, in der die meisten Computer mobil sind. Wir wollten Windows 8 seine eigene, zugehörige Hardware-Innovation geben.« Die Spekulation, dass das Verlagshaus Barnes & Noble das neue Gerät herstellen würde, zerstreuten sich bereits früh.

Surface: Microsoft belebt Courier-Konzept neu (Foto: Microsoft)

Steven Sinofsky, Geschäftsleiter der Windows-Division, stellte das Microsoft-Pad schließlich vor. Der Touchscreen-PC aus Redmond ist 9,3 Millimeter dick und wiegt – in der ARM-Version mit Windows RT – erträgliche 676 Gramm. Die Version mit Intel-Hardware und Windows 8 Pro bringt es auf 903 Gramm und ist rund vier Millimeter dicker und wird über „Perimeter Venting“ gekühlt.

Dabei befindet sich ein durchgehender Lüftungsschlitz am unteren Rand des Gerätes, was leisen Betrieb gewährleisten soll. Das Case des Tablets, betitelt mit »VaporMg«, besteht vollständig aus Magnesium. Seine Ecken sind in 22 Grad abgerundet. Der nur 0,77 Millimeter dünne Standfuß ist bereits integriert.

Für Hardware-Konnektivität steht ein USB-2.0-Port bereit, für Speicherweiterung ist ein microSD-Slot integriert. Duale MIMO-Antennen sollen guten WLAN-Empfang garantieren. Das optisch verbundene »Clear Type HD«-LCD-Display beherrscht Digital Ink, soll besonders stromsparend arbeiten und wird von der zweiten Generation der „Gorilla Glass“-Technologie vor Kratzern geschützt. Die Spezifikationen runden eine Kamera auf jeweils beiden Geräteseiten und ein HDMI-Ausgang ab. Insgesamt sollen rund 200 eigens angefertigte Bauteile im Inneren des Devices stecken.

Während Microsoft mit diesen Eckdaten durchaus in einer höheren Liga mitspielt, gilt das intelligente Cover des Surface schon jetzt als die wesentlichste Innovation. Es dient nicht nur zur Abdeckung, sondern lässt sich, vor das Tablet gelegt, als Multitouch-Keyboard inklusive Trackpad nutzen.

Darin integriert ist ein Beschleunigungssensor wie auch eine Gewichts-basierte Erkennung, ob die Hand abgelegt ist. Dies soll unbeabsichtigte Tastaturinputs verhindern. Laut Microsoft-Manager Michael Angiulo wurde das drei Millimeter dicke Zubehör aus insgesamt sieben Schichten konstruiert. Generell benötigte man für Surface einige Monate intensiven Prototypings, so Angiulo.

Softwareseitig wurde eine semantische Zoomfunktion präsentiert. Vorinstalliert ist eine Netflix-App, was ein Hinweis darauf sein dürfte, dass Surface vorerst nur in den USA zu haben sein wird. Auf der RT-Variante ist zudem Microsoft Office 2013 vorinstalliert.

Microsoft Windows-8-Tablet: Surface

Ballmer gab auch erste Auskunft zum Preis der neuen Microsoft-Hardware, die man sowohl als Tablet als auch als PC versteht. Die ARM-Version, deren Plattform von Nvidia entwickelt wird, soll sich auf dem Niveau anderer ARM-Tablets bewegen und kommt mit 32 GB oder 64 GB Speicher. Das Modell mit Intels »Ivy Bridge«-CPU wird sich in dieser Hinsicht mit Ultrabooks messen und bietet 64 GB oder 128 GB an Platz.

Über den Zeitpunkt der Verfügbarkeit ist noch nichts bekannt, es ist jedoch anzunehmen, dass Surface als hauseigenes Lead-Device zeitgleich mit der finalen Version von Windows 8 auf den Markt kommen dürfte. (pressetext)

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen