Reaktionsverhalten
Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Eingang untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.
Für die OSD-Einstellungen muss zwingend die Software Display Pilot 2 installiert sein.
Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist in der Software vorhanden und unter „Settings → Advanced → Display System Settings → AMA“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Hoch“ und „Premium“. Ab Werk ist „Hoch“ voreingestellt. In den Spezifikationen wird eine typische Reaktionszeit von 5 ms (GtG) genannt. Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger. Eine Sync-Technologie besitzt der Monitor nicht.
Overdrive, 60 Hz
60 Hz, Overdrive „Aus“
Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 16,1 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 8,4 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 18,9 ms.
Überschwinger sind keine zu beobachten. Die Abstimmung ist sehr neutral. Das Schaltzeiten-Diagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren und wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert.
60 Hz, Overdrive „Hoch“
In der mittleren Overdrive-Stufe messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 12,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 6,3 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 14,8 ms.
Überschwinger sind praktisch keine zu beobachten, die Abstimmung ist weiterhin sehr neutral. Aus Qualitätsgründen ist diese Stufe die beste Wahl, die auch ab Werk voreingestellt ist.
60 Hz, Overdrive „Premium“
In der höchsten Overdrive-Stufe messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 3,4 ms. Damit wird die vom Hersteller genannte Reaktionszeit von 5 ms bei unserer Messung sogar unterboten. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 9 ms.
Überschwinger sind jetzt deutlich zu beobachten und führen zu geringen Qualitätseinbußen. Die Ingenieure haben damit das Maximum aus dem Panel herausgekitzelt, ohne dass die Bildqualität signifikant leidet.
Latenzzeit
Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelle Gamer und E-Sportler, da sie schnelle Reaktionen erfordern. Werte zwischen 5 und 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind 10 bis 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Werte über 25 ms können bei schnellen Bewegungen zu Verzögerungen führen und sind für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert.
Wir haben die Latenzzeit in der nativen Auflösung (3840 × 2160) bei 60 Hz am HDMI-Eingang gemessen.
Gaming
Der BenQ MA320UP ist ein Monitor für die Bildbearbeitung und auf die optimale Farbwiedergabe für Mac-Produkte abgestimmt, also nicht zum Spielen konzipiert worden. Overdrive ist zwar vorhanden, eine Sync-Technologie beherrscht der 32-Zoll-Bildschirm aber nicht.
Bei Blur Busters haben wir einige Tests durchgeführt, um eine Aussage über das Auftreten von Ghosting oder Korona-Effekten treffen zu können. Die Bewegungsschärfe der UFOs ist bei 60 Hz sehr unscharf. In der Praxis sind Ghosting-Effekte in allen Overdrive-Stufen auszumachen, aber abhängig von der jeweiligen Stufe. Unter „Premium“ fällt Ghosting nur minimal auf.
Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in einer Richtung schneller sein als in der anderen.
Moderate Korona-Effekte konnten wir nur in der höchsten Overdrive-Stufe erkennen, was sich mit unseren Messungen deckt. Sie treten insbesondere bei hellen Hintergründen auf. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Die Pixel können über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen, was zu einem hellen, inversen Geisterbild führt.
Der BenQ MA320UP ist weder zum Spielen gedacht noch geeignet.
Sound
Tonsignale verarbeitet der BenQ MA320UP an allen Eingängen, die auch Videosignale entgegennehmen. Die Ausgabe ist dabei sowohl über den Kopfhörerausgang als auch eigenständig über die integrierten Stereo-Lautsprecher möglich. Sie verfügen über eine Ausgangsleistung von 2 × 3 Watt. Die genaue Position ist von außen nicht ersichtlich. Wir vermuten, dass sie am Rand unten angebracht sind.

In der Werkseinstellung sind die integrierten Lautsprecher auf Stufe 20 voreingestellt. Der Lautstärkeregler reicht dabei nicht wie üblich bis 100, sondern nur bis 50. Klanglich hinterlässt das System einen insgesamt überdurchschnittlichen Eindruck, und selbst höhere Lautstärken bis zur Maximalstellung lassen sich weitgehend ohne störendes Dröhnen nutzen. Für echte Begeisterung wird das vor allem bei im Apple-Umfeld verwöhnten Nutzern dennoch kaum reichen.


















