Test Monitor Asus PB248Q
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Ausleuchtung

Die gleichmäßige Ausleuchtung eines Schwarzbildes in einem abgedunkelten Raum gelingt dem Asus PB248Q zufriedenstellend bis gut. Zu den Ecken hin ist eine leichte Aufhellung wahrnehmbar, die insbesondere in der rechten unteren Ecke auffällt. Wer gerne Filme im Kino- oder FullHD-Format betrachtet könnte sich insbesondere an dem großen Lichthof unten rechts stören, der dann in dem schwarzen Balkenbereich des Films sichtbar wird.

Zur Verdeutlichung dieses Sachverhalts haben wir zwei Fotos angefertigt. Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so wie man es mit bloßem Auge sieht, hier werden nur die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit 2-fach längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Hier zeigt sich, dass der PB248Q in den Bildecken deutliche Lichthöfe aufweist. In der Bildmitte ist die Wiedergabe des Schwarzbildes weitgehend homogen und die Wolkenbildung fällt hier erfreulicherweise gering aus.

Asus Pb248q Monitor Ausleuchtung 1
Asus Pb248q Monitor Ausleuchtung 2
Ausleuchtung bei normaler und verlängerter Belichtung.

Frontal und mittig betrachtet wirkt der Bildschirm in der Bildmitte schwarz. Die hierbei schräg betrachteten Bildecken sind silberfarben aufgehellt, was letztlich auf die verwendete IPS-Panel-Technik zurückzuführen ist. Verändert man seine Sitzposition zum Monitor, verändern sich auch die Bildbereiche, die silberfarben erscheinen. Bei seitlicher Betrachtung hellt schließlich der ganze Bildschirm silberfarben auf. Dies ist bei IPS-Panels ein typischer Effekt, der bei diesem Modell ebenfalls zutage tritt.

Helligkeit, Kontrast und Schwarzwert

Asus Pb248q Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf.

Mit dem Helligkeitsregler des PB248Q lässt sich die Leuchtdichte (Weißwert) im Bereich von 0 bis 90 Prozent linear zwischen 121 und 222 cd/m² einstellen. Darüber geht es steil bis zum Maximalwert 294 cd/m² hinauf, die Spezifikation von 300 cd/m² wird somit erreicht.

Der Regelbereich ist groß, am unteren Ende aber ungünstig gestaltet: für dunklere Räume ist der Minimalwert eindeutig zu hoch. Nach oben hin macht es dagegen Spaß, denn die maximale Leuchtdichte reicht selbst für sehr helle Umgebungen aus. Bei unserer empfohlenen Arbeitsplatzhelligkeit von 140 cd/m² steht der Regler erst in Position 18.

Die Schwarzwerte sind typisch für aktuelle IPS-Panels, sie liegen zwischen 0,1 und 0,24 cd/m². In Verbindung mit den recht hohen Weißwerten ergibt sich das Kontrastverhältnis zu 1.175:1 – ein sehr guter Wert. Mit dem bloßen Auge betrachtet sind Schwarzwert und Kontrast einwandfrei.

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Asus Pb248q Monitor Frein
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild.

Bei der Helligkeitsverteilung erhalten wir nur einen zufriedenstellenden Mittelwert von 93,5 Prozent. Die Verteilung ist aber etwas besser als der Mittelwert vermuten lässt, nur eine Handvoll Messpunkte liegt bei maximal 11 Prozent Abweichung. Mit dem bloßen Auge ist davon nichts zu erkennen.

Auch bei der Farbreinheit hat der PB248Q ein wenig Pech. Das mittlere deltaE ist mit nur 0,9 eigentlich hervorragend, alle Einzelwerte sind sehr schön niedrig – bis auf einen: ein Patzer in der Ecke unten rechts mit dem Maximalwert 3,1 lässt die sehr gute Note nicht mehr zu. Mit dem bloßen Auge betrachtet fallen die Ungleichmäßigkeiten im weißen Testbild nicht auf.

Blickwinkel

Asus Pb248q Monitor Blickwinkel
Sehr gute Blickwinkelstabilität des Asus PB248Q.

Das Foto zeigt den Bildschirm des PB248Q bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen Blickwinkeln von +60 und -45 Grad. Farbverfälschungen treten praktisch keine auf. Lediglich der Kontrast lässt bei größeren Blickwinkeln nach.

Dieser Effekt wird jedoch erst bei Blickwinkeln über 60 Grad deutlich. Selbst bei Blickwinkeln von 75 Grad liefert der Asus immer noch ein stimmiges Bild. Die von IPS-Panels bekannte Aufhellung des Schwarzwertes bei seitlicher Betrachtung tritt auch bei diesem Monitor auf.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 Display Pro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Asus Pb248q Monitor Srgb 1
Asus Pb248q Monitor Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Hier beeindruckt der PB248Q mit sehr guten 99,7 Prozent. Selbst der Adobe-Wert (hier ohne Charts) kann sich mit 78 Prozent für ein Gerät ohne erweiterten Farbraum sehr gut sehen lassen.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset im OSD finden wir folgende Werkseinstellung vor: Bildmodus Standard, Farbeinstellung 6500K, Helligkeit 90 und Kontrast 80.

Asus Pb248q Monitor Werk 6500k
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung Nativ.

Die Farbstimmung in der Werkseinstellung trifft die 6500K der sRGB-Norm sehr genau. Die Graustufen sind bis auf den dunkelsten Messpunkt sehr gleichmäßig, die deltaC-Abweichungen und auch der Rangewert bezogen auf das native Weiß sind sehr gering. Auch die Abweichungen bei den Buntfarben sind für ein unkalibriertes Gerät überraschend gut, ausgerechnet bei den drei Grundfarben RGB aber erhöht. Die Gammakurve verläuft ein wenig flacher als die Normkurve, was aber keinesfalls problematisch ist.

Nicht nur für gewöhnliche Anwendungen wie Office, Internet und Filmen ist die Farbwiedergabe sehr gut, selbst für hohe Ansprüche z.B. bei Schwarz-Weiß-Fotografie wird hier schon viel geboten. Für die Bewertung der Werkseinstellung ziehen wir nur die Graubeurteilung heran, damit hätte es fast schon für eine sehr gute Note gereicht.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

15 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für den super Bericht. Allgemein mal ein Lob an diese tolle Seite, die sich Monitoren widmet, davon gibt es nämlich viel zu wenig!

    Ich habe eine Frage, auch wenn diese schwer zu beantworten sein wird, da es recht subjektiv ist. Ich mache mir etwas Sorgen, dass die Markierungen um den Displayrand sich als störend erweisen könnten. Das fände ich sehr schade, da der Monitor ansonsten voll meinen Anforderungen entspricht.

    Würdet ihr sagen, dass diese Markierungen sehr auffallen, oder sind diese eher dezent? Ich finde es recht schwierig, dies anhand der Fotos zu erkennen.

    Vielen Dank!

  2. No it is not normal 😉 The monitor name in the pdf document is wrong, but the data is correct. So you can ignore the display name.

  3. Hi,

    I beg your pardon, but when i read the „PDF-Datei“ colorimetric report it’s written PB278Q next to Test device, not PB248Q.
    Is it normal?

    Thanks

  4. Besten Dank für den aussagekräftigen Test. Ich wollte mir zum Mac Mini ein Display zulegen und war mir bezüglich der Größe und Preis-Leistung doch unsicher.

    Nach dem sehr positiven Bericht habe ich mir den PB 248q gestern mittag bei Jacobs Elektronik bestellt und heute mittag ist er bereits eingetroffen. Das nenn ich fix. Dank nach Karlsruhe.

    Der erste Eindruck ist „klasse Monitor“. Die Farben sind sehr gut und machen keinen übersätigten Eindruch. Verarbeitung und keinerlei Geräusche überzeugen mich!

    Mal sehen ob er sich für die Hobbybildbearbeitung eignet.

    Harzradler

  5. As we tested the monitors separately, it’s difficult to compare them now directly. Illumination an homogeneity is better on the Eizo. The Asus is a little bit less neutral but more sporty. I would rate the panel coating as medium. Focus setting could be of value but is of restricted range.

  6. Ein Glitzereffekt, wie er vor einigen Jahren bei einigen IPS-Panels zur Steigerung der Brillanz eingesetzt wurde, ist beim Asus nicht auszumachen.

  7. – I am comparing this to the Eizo EV2436W, would you consider them to be at a similar level price / quality wise?
    – The user manual states the possibility of disabling the power led (you wrote no option) can you check that out ?
    – Can you identify the panel maker ? is it a true 8 bit panel or 6bit+frc ? and the LUT ?
    – How would you rate the panel coating, light, medium or hard matte ?
    – If I get this monitor I will not have access to a colorimeter. If I do will you be kind and able to provide a calibrated ICC file and/or brightness, 6 axis hue/saturation, gain and offset settings (semi dark room) ?
    – Does it show true whites or are they tinted ?
    – How about >60hz (70/72Hz etc) refresh rates at the available resolutions on the dp/vga/hdmi/dvi inputs, is it possible?
    – Is pwm on for all brightness levels ?
    – how do you think the panel is able to achieve 9.400Hz (it is so much higher than any other similarly priced offer on the market) ?
    – Is focus setting on the display useful, have you tested it ?

    Thank you for your time

  8. Danke für den tollen Bericht! 🙂

    Darf ich fragen, wie es beim Asus PB248Q um die Entspiegelung bestellt ist? Beim NEC EA244WMi hatten Sie gesondert darauf hingewiesen, dass selbst bei naher Betrachtung kein Glitzern auszumachen ist. Wie sieht es im Vergleich dazu beim Asus aus? (Sofern ich diese Info nicht überlesen habe.)

    Hebt sich der Asus nicht von anderen Monitoren ab, sprich ist das Glitzern so stark, dass es empfindliche Personen stören könnte?

    Vielen Dank schon mal im Voraus!

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