Test Philips 27E3U7903: 5K-Multimedia-Monitor überzeugt
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Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Bei mittiger Sitzposition sind vor allem blickwinkelbedingte Aufhellungen in den Ecken zu erkennen, die jedoch vergleichsweise dezent ausfallen und zudem farbneutral bleiben. Echte Randeinstrahlungen sind zwar in allen vier Ecken vorhanden, sie fallen allerdings sowohl hinsichtlich ihrer Helligkeit als auch ihrer Ausdehnung sehr zurückhaltend aus.
Der Begriff „blickwinkelabhängig“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass diese Aufhellungen bei direkter, senkrechter Betrachtung der betroffenen Bildbereiche nahezu vollständig verschwinden.

Glow-Effekt horizontal
Glow-Effekt horizontal
Glow-Effekt von schräg oben
Glow-Effekt von schräg oben

Verlässt man die zentrale Sitzposition, tritt – wie bei IPS-Panels üblich – der typische Glow-Effekt mit einer leichten rötlichen Einfärbung auf. Dieser Effekt zeigt sich beim Philips Brilliance 27E3U7903 aus allen Blickrichtungen in ähnlicher Ausprägung.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Diagramm: Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 27E3U7903
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 27E3U7903

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 645 cd/m². Das liegt sogar 29 % über der Herstellerangabe von 500 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 43 cd/m².

Nach der Kalibrierung sinkt die Maximalhelligkeit nur geringfügig auf 639 cd/m². Die Minimalhelligkeit bleibt unverändert. Auch ein Arbeiten in absoluter Dunkelheit ist also mit dem Philips 27E3U7903 problemlos möglich.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 2000:1 an. Nach unseren Messungen pendelt der Kontrastverlauf nach der Kalibrierung bei sinnvoll nutzbaren Helligkeiten im Bereich zwischen grob 1600:1 und 1800:1. Den Durchschnitt ermitteln wir mit sehr guten 1669:1.

Der Helligkeitsverlauf zeigt sich über weite Bereiche gleichmäßig und fein abgestuft. Insbesondere im für die Praxis relevanten Arbeitsbereich von etwa 80 bis 200 cd/m² (entsprechend grob 20 bis 60 % der Helligkeitseinstellung) lässt sich die Leuchtdichte sehr präzise und reproduzierbar einstellen, was für farbkritische SDR-Anwendungen ein klarer Pluspunkt ist.

Ab etwa 80 % der Reglereinstellung nimmt der Anstieg der Helligkeit dagegen deutlich steiler zu. Dieser obere Bereich ist weniger auf eine feine Dosierung ausgelegt, sondern dient erkennbar als Reserve- bzw. Boost-Zone zur Erreichung sehr hoher Maximalhelligkeiten von über 600 cd/m². Für die alltägliche Bildbearbeitung spielt dieser Bereich kaum eine Rolle, für HDR- oder sehr helle Umgebungen steht er jedoch als Leistungsreserve zur Verfügung.

Der Kontrast bleibt über den gesamten Helligkeitsbereich hinweg bemerkenswert stabil und bewegt sich durchgehend auf einem für IPS-Panels überdurchschnittlich hohen Niveau. Es gibt weder bei niedrigen noch bei hohen Leuchtdichten einen nennenswerten Einbruch, was auf eine insgesamt saubere, nicht „getrickste“ Abstimmung von Helligkeit und Schwarzwert schließen lässt.

Bildhomogenität

Diagramm: Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Diagramm: Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß sowie Neutraltöne mit 75 %, 50 % und 25 % Helligkeit), die wir an 15 Messpunkten erfassen. Daraus ermitteln wir sowohl die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent als auch das ebenfalls gemittelte Delta C (also die Buntheitsdifferenz), jeweils in Bezug auf den zentralen Messpunkt. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Messtechnisch fällt die Helligkeitsverteilung mit einem Durchschnittswert von 7,6 % und einem Maximalwert von 17,3 % insgesamt zufriedenstellend aus. Die Farbhomogenität zeigt sich sogar durchweg gut (Delta-C-Average: 1,37, Delta-C-Maximum: 2,44). Die größte Abweichung finden wir in der linken oberen Ecke des Panels.

Bei der subjektiven Beurteilung ergibt sich hier allerdings ein deutlich anderes Bild. Eine derart große Diskrepanz zwischen Messwerten und dem, was visuell wahrnehmbar ist, erleben wir nur selten. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, einen Testbericht nicht ausschließlich auf Messdaten zu stützen, sondern das Gerät auch praktisch und visuell zu beurteilen.

Die Messungen zur Helligkeits- und Farbhomogenität bescheinigen dem Panel eine insgesamt gute großflächige Gleichmäßigkeit. Diese Werte erklären jedoch nicht die im subjektiven Grauverlauf-Test beobachteten Mura-Strukturen im Near-Gray-Bereich, da es sich dabei um feinstrukturierte Inhomogenitäten handelt, die mit punktuellen Mittelwertmessungen kaum erfasst werden. Messtechnisch wirkt das Panel homogen – visuell zeigen sich in kritischen Tonwertbereichen dennoch deutlich wahrnehmbare Unruhen. Auch die sichtbaren Unterschiede in der Farbtemperatur zwischen linker und rechter Bildschirmhälfte werden durch die Messwerte allein nicht unmittelbar offenkundig.

Abhilfe könnte innerhalb der SmartImage-Modi die Option „SmartUniformity“ versprechen, die laut Hersteller sowohl die Helligkeits- als auch die Farbhomogenität verbessern soll. In der Praxis zeigte diese Funktion im Test jedoch keine relevante Wirkung. Beim Aktivieren ist zwar kurzzeitig eine Veränderung der Farbtemperatur zu beobachten, anschließend entspricht das Bild aber subjektiv wie auch messtechnisch wieder dem Ausgangszustand. Weder die großflächige Homogenität noch die im Grauverlauf sichtbaren Unruhen werden erkennbar beeinflusst. In der Praxis erweist sich die Funktion damit als ohne mess- oder sichtbar nutzbaren Effekt.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des Philips Brilliance 27E3U7903 bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom IPS-Panel des Philips 27E3U7903
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelstabilität des Philips Brilliance 27E3U7903 ist insgesamt hervorragend, insbesondere in horizontaler Richtung. Farbverschiebungen treten selbst bei deutlich abweichenden Betrachtungswinkeln nicht auf, und auch die Farbsättigung bleibt weitgehend erhalten. In der Vertikalen verändert sich die Farbtemperatur selbst bei extremen Blickwinkeln praktisch nicht.

In der Horizontalen zeigt sich dagegen eine auffällige Schwelle: Ab etwa 45° verschiebt sich die Farbtemperatur relativ abrupt leicht ins Rötliche, und zugleich gehen in sehr dunklen Bildbereichen die feinsten Details verloren – etwa in den schwarzen Rippen-Shirts der Damen in unserem Testmaterial. Im üblichen Arbeitsbereich rund um die zentrale Sitzposition bleibt die Blickwinkelneutralität jedoch uneingeschränkt ausgezeichnet.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des Philips 27E3U7903
Coating des Philips 27E3U7903
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Philips 27E3U7903 besitzt eine leicht spiegelnde Oberfläche mit mikroskopischen Vertiefungen zur Diffusion.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Philips 27E3U7903 wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 100 %, 140 cd/m² und 0 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Leuchtdichte für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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