Test Tablet ViewSonic ViewPad 7e
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Multimedia

Auf der Vorderseite ist die Webcam eingebaut, die mit ihren 0,3 Megapixeln nur für Videochats geeignet ist. Für Fotos gibt es eine zweite Kamera mit 3 MP auf der Rückseite, deren Aufnahmequalität sich abmühen muss um mit den preiswertesten Digitalknipsen mitzuhalten. Mit dieser Kamera können neben Fotos auch Videos erstellt und abgespielt werden.

Musikdateien können als MP3 oder WAV abgespielt werden. Für den Sound ist ein einzelner Lautsprecher zuständig, der oben in der Rückseite untergebracht wurde. Das reicht für Texte oder Berieselung mit Hintergrundmusik, große klangliche Leistungen darf man nicht erwarten. Natürlich kann der Kopfhörerausgang mit zahlreichen externen Lautsprechern oder Verstärkern verbunden werden, dann auch in Stereo.

Fotos und Videos zeigt das ViewPad in zahlreichen gängigen Dateiformaten, eine vollständige Liste haben wir allerdings nicht auftreiben können. Auch zum Ausgangssignal am HDMI-Anschluss haben wir keine Informationen.

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Lautsprecher in der Rückseite, daneben die Kameraöffnung.

Ebooks können natürlich auch angezeigt werden, die Amazon Kindle App ist vorinstalliert. Beim Lesen sind eReader aber klar im Vorteil: gegen die 170 Gramm eines Kindle 4 wirkt das 7e wie ein Bleigewicht, die Laufzeiten spielen in einer ganz anderen Liga, und auch bei der Pixeldichte kann das Tablet nicht mithalten. Ein großer Vorteil bleibt natürlich die farbige Darstellung und die größere Freiheit bei der Wahl der Medien.

Software

Das ViewPad 7e läuft mit dem Smartphone-Android 2.3 (Gingerbread), während der Kunde bei Tablets doch eher 3.2 (Honeycomb) oder 4.0 (Ice Cream Sandwich) erwartet. Dementsprechend wird der vorhandene Platz auf dem Display oft schlecht ausgenutzt, und Schriften sind meist etwas übertrieben groß. Zudem liegt selbst die eingebaute Gingerbread-Version 2.3.1 schon mehrere Schritte hinter der aktuellen Subversion zurück.

Einen sehr nachlässigen Eindruck hinterlässt die lückenhafte Eindeutschung, immer wieder sehen wir deutsche und englische Hinweise bunt durcheinander gemischt. Bei den Tastatureinstellungen sind sogar drei von vier Optionen in Chinesisch verfasst.

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Deutsch-chinesische Zusammenarbeit.

Apps werden wahlweise mit dem Android Launcher oder dem ViewSonic-eigenen ViewScene 3D gestartet. Anders als der Launcher bietet ViewScene einen komfortabel zu bedienenden Desktop an, 3D steht dabei für mehrere Oberflächen. Doch leider fehlt auch bei diesem Gerät ein Google-Zertifikat, und es gibt keine Apps aus dem Android-Market. Stattdessen wird wieder der für deutsche Kunden ziemlich unattraktive Appstore von 1Mobile angeboten.

Der Funktionstest war nur sehr eingeschränkt möglich, denn die meisten Apps stürzten beim Start aus unerklärlichen Gründen ab.

Laufzeiten

Den Start erledigt das ViewPad in 25 Sekunden, nachdem der Ein-/Aus-Taster für 3 Sekunden gedrückt wurde. Applikationen startet das Tablet meist zügig, auch der Launcher reagiert schnell. Natürlich sollte man von einer einzelnen Cortex A8 CPU mit 1 GHz und 512 MB RAM auch nicht zuviel erwarten.

Wenn das erwähnte hohe Gewicht tatsächlich dem Akku geschuldet ist, dann bringt es aber nicht viel: nur knapp 5 Stunden hielt das 7e im Dauereinsatz durch, der Prozentanzeige kann man beim Runterzählen beinahe zuschauen. Wegen des schwach beleuchteten Displays musste der Helligkeitsregler für unsere Standardvorgabe 200 cd/m² auf 98 Prozent stehen.

Herstellerangaben zur Standby-Zeit konnten wir nicht ermitteln, doch zunächst war unser Testgerät nach nur 18 Stunden Nichtstun am Ende. Des Rätsels Lösung war der WiFi-Modus, der vor dem Schlafzustand deaktiviert werden muss.

Anders als der große Bruder ViewPad 10e lädt das 7e seinen Akku auch an der USB-Buchse auf, damit kann man zumindest recht unkompliziert Energie nachtanken. Allzu lange sollte man der nächsten 5 Volt-Quelle aber besser nicht fern bleiben.

Bewertung

3

BEFRIEDIGEND

Diskussion in unserem Forum

Fazit

Lässt man die vollmundigen Werbesprüche beiseite und hält sich an die sichtbaren Leistungen, dann sollte man das ViewPad 7e tatsächlich eher den eReadern als den Tablets zuordnen. Hier fallen manche Schwachpunkte wie die leistungsschwache Hardware oder das veraltete und schlecht eingedeutschte Smartphone-Android nicht permanent auf. Und wenn man sich auch ein wenig für die übrigen Features begeistern kann, wird man in dieser Preisklasse kaum ein wirklich besseres Tablet finden.

Über das enttäuschende Display hilft dies alles nicht hinweg: lichtschwach und ungleichmäßig ausgeleuchtet, zudem mit niedrigerer Pixeldichte, tritt der eReader-Konkurrent schon angeschlagen in den Ring. Das hohe Gewicht und die bescheidene Laufzeit, an der das kräftezehrende WiFi-Modul entscheidenden Anteil hat, sprechen eher für die anderen Anwendungen. So wird das 7e zum interessanten Einsteigersprungbrett, mit dem die Möglichkeiten der Android-Welt preisgünstig erkundet werden können.

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