Test TV LG 55LB870V
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Bildqualität

Wirkt der ab Werk aktive Sparmodus zu aufdringlich und plakativ, zeigt das von uns empfohlene isf-Preset „Expert1“ bei nur minimal höherem Energiebedarf ein deutlich natürlicheres Bild. Das volle Potenzial entlockt man dem Fernseher aber erst mit ein wenig Feintuning.

Zum Beispiel arbeiten die TruMotion-Schaltung und die Backlight-Steuerung „LED Lok. Dimming“ standardmäßig recht grob, weshalb diese deaktiviert beziehungsweise auf „Niedrig“ heruntergestuft werden sollten.

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Das neutralste Bild liefert der Fernseher im isf-zertifizierten Modus „Expert1“. Über die Regler lassen sich Kontrast, Farbwiedergabe und Detailzeichnung weiter optimieren.

Im TV-Betrieb ergeben sich durch die suboptimale Vollbildwandlung (De-Interlacing) ein paar Probleme. So erscheinen in SD- und 1080i-Sendern gelegentlich störende Flimmereffekte. Zudem ist der Overscan ausschließlich bei HDTV abschaltbar; das beschnittfreie Bildformat „Just Scan“ wurde im deutschen Menü plump mit „Jetzt suchen“ übersetzt. Profis dürften (nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Twin-Tuners) ohnehin zu einer leistungsfähigeren Settop-Box greifen.

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Minimale Abweichungen: Bläuliche und rötliche Mischfarben trifft der LG 55LB870V zwar nicht perfekt, in der Praxis ergeben sich dadurch aber keine negativen Auswirkungen. Genauer betrachtet: Rottöne tanzen beim LG etwas stärker aus der Reihe, doch sind die Abweichungen im TV-Alltag oder Heimkino-Betrieb kaum der Rede wert.

Bei HDMI-Zuspielung brilliert der 55-Zöller mit nahezu perfekter Signalverarbeitung. Vor allem Blu-ray-Filme kommen gestochen scharf zur Geltung; die 24p-Wiedergabe gelingt optimal. Ebenso lobenswert sind die neutrale Farbreproduktion und der satte Kontrast. Dank des tiefen Schwarzwerts überzeugen düstere Szenen wie „Krabat“ oder „Pandorum“ mit ordentlicher Plastizität, wobei hier eine etwas ungleichmäßige Ausleuchtung auffällt.

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Solide: Aus seitlicher Perspektive büßt der 55LB870V kaum an Helligkeit ein und auch der Kontrastverlust hält sich in Grenzen.

3D-Filme bestechen durch saubere Tiefenstaffelung sowie hohe Helligkeit. Jedoch stören aus kurzer Betrachtungsentfernung die Polfilter-bedingten Zeilenraster.

Tonqualität

Die als Standfuß fungierende Soundbar fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, sorgt aber für einen erstaunlich satten und vollmundigen Klang. Kein Wunder, kommt hier doch trotz des knapp bemessenen Resonanzraums ein 2.2-Boxensystem mit zwei Mini-Subwoofern zum Einsatz. Bei höherer Lautstärke werden Verzerrungen hörbar. Bei Wandaufhängung wird die Soundbar direkt unter dem Bildschirm montiert.

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Musikalischer Fuß: Der LG 55LB870V vereint Standsockel und 2.2-Boxensystem in einem kleinen Gehäuse, was nicht nur elegant aussieht, sondern auch gut klingt. (Bild: LG)

Fazit

Dank seiner intuitiven Bedienoberfläche sammelt der LG 55LB870V nicht nur bei Laien viele Sympathiepunkte, sondern eröffnet auch Profis den Zugang zu gleichermaßen praktischen und detaillierten Bildreglern. Im Labortest überzeugt LGs erster webOS-Fernseher mit hoher Helligkeit, sattem Kontrast und unverfälschten Farben. Jedoch könnte die Ausleuchtung gleichmäßiger sein. Ebenso lässt das TV-Bild aufgrund der Artefakte beim De-Interlacing noch etwas zu wünschen übrig.

Pro und Contra

  • ausgewogenes und kontrastreiches Bild
  • intuitiv bedienbares webOS-Betriebssystem
  • im Standfuß integrierte Soundbar mit gutem Klang
  • Bild im Tuner-Betrieb nicht perfekt
  • Ausleuchtung könnte gleichmäßiger sein

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