24p

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Unter 24p wird in der Praxis die digitale Produktion mit 24 Vollbildern pro Sekunde verstanden. Es wird die beim Film übliche Bildrate übernommen und zwar nicht wie sonst im Videobereich üblich mit Halbbildern (interlaced), sondern mit Vollbildern (progressive).

Die Begriffe „2160p24“, „1080p24“ oder „720p24“ bezeichnen Filmmaterial bzw. Signale mit 2160, 1080 (1080p) oder 720 Zeilen und 24 Vollbildern pro Sekunde. Die Unterstützung entsprechender Signale ist ein wichtiges Feature moderner Monitore und Fernseher geworden und zumindest bei aktuellen Full HD oder 4K Fernsehren inzwischen als Standard anzusehen. Obwohl die Bildrate im Grunde nichts mit der Auflösung zu tun hat. Schließlich kann auch mit normaler PAL- oder NTSC-Auflösung im 24p-Modus gearbeitet werden.

Wo trifft man auf 1080p24 oder 24p Material?

Ein Film wird auf den HD-Medien, also Blu-ray und HD-DVD, grundsätzlich in 1080p24 gespeichert. Der im PAL-Einzugsgebiet übliche PAL-Speedup fällt weg. Dieser wurde hier bislang genutzt, um Filmmaterial (das i.d.R. weltweit mit 24 Vollbildern pro Sekunde aufgezeichnet wird) an die genutzte Frequenz von 50 Hz anzupassen. Im Idealfall kann der Player das Material genauso ausgeben, wie es vorliegt. In diesem Fall also mit den originären 24 Vollbildern (24p) pro Sekunde. Optional ist immer auch eine Ausgabe mit 60 Halb- bzw. Vollbildern pro Sekunde möglich. Da hier ein nichtlineares Verteilungsschema vorliegt (3:2 Pulldown), ist dieses Signal allerdings, ohne sehr ausgereifte Verarbeitung, nicht mehr ruckelfrei. Ermöglicht wird nun aber auch eine Wiedergabe auf einem Flachbildschirm, der 1080p24 Signale nicht unterstützt.

1080p24 ist nicht gleich 1080p24

Verarbeitet der Flachbildschirm ein entsprechendes Signal, ist das noch kein Garant für eine ruckelfreie Wiedergabe. Die eingehenden Vollbilder müssen linear an das Panel weitergereicht werden. Solange dies geschieht (z.B. doppelte Anzeige jedes Vollbild (2:2 Pulldown), so dass sich eine Frequenz von 48 Hz ergibt), bleibt der ursprüngliche Bewegungseindruck erhalten.

Leider trifft man immer wieder auf Lösungen, die in eine „ungeeignete“ Frequenz wie beispielsweise 60 Hz konvertieren. Der Grund ist in Beschränkungen seitens der Elektronik zu suchen. Dadurch werden in diesem Fall, wie bei der 60-Hz-Ausgabe durch den Player, zusätzliche Ruckler eingebracht. Im Zweifelsfall sollte man sich daher über die Ausgestaltung der Funktionalität beim neuen Bildschirm genau informieren.

24p garantiert ruckelfrei?

Die zeitliche Auflösung von Filmmaterial mit seinen 24 Vollbildern (24p) pro Sekunde ist nicht immer ausreichend, um eine völlig ruckelfreie Darstellung zu ermöglichen. Diese Situation ist aber nicht neu, da wir hier von Materialeigenschaften sprechen. Auch das Kino (oder selbst der gute alte Röhrenbildschirm) kann bei Filmmaterial keinen flüssigeren Bewegungseindruck bieten. Der PAL-Speedup ändert nichts an dieser Situation. Eine künstliche Steigerung der zeitlichen Auflösung ist mit Implementierung einer Zwischenbildberechnung möglich, die aber das Material sichtbar verändert („Video-Look“).

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... ist Geschäftsführer der PRAD ProAdviser GmbH & Co. KG und darüber hinaus Chefredakteur von PRAD. Er stellte im März 2002 die Internetseite Prad.de mit dem Schwerpunkt Display Technologie online. Privat gilt er als absoluter Serienjunkie und Netflix Fan.

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