Test Ultrabook ASUS Zenbook UX31E
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Bildaufbauzeit

Eine Reaktionszeit des Panels wird im Datenblatt nicht angegeben. Im Labor messen wir den schnellsten Grauwechsel mit 19,0 Millisekunden und Schwarz-Weiß mit 9,8 Millisekunden. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messwerte beträgt 21,3 Millisekunden.

Gemächliche Schaltzeiten

Für ein TN-Panel sind diese Schaltzeiten schon ziemlich lang. Die gemessenen Helligkeitsverläufe zeigen, dass hier keine signifikante Beschleunigung wirkt, Überschwinger haben wir an keinem Messpunkt gefunden. Für übliche Anwendungen und auch schnelle Videoszenen reichen die Schaltzeiten gut aus, ein Gamer-Panel für schnelle Shooter ist dies aber sicher nicht.

Backlight

Die LED-Hintergrundbeleuchtung des UX31E ist PWM-gesteuert, Helligkeitseinstellungen unterhalb von 100 Prozent werden erreicht, indem kurze Dunkelphasen eingeschoben werden. Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz messen wir eine sehr hohe Umschaltfrequenz von 1000 Hz. Auch wenn das Tastverhältnis nur 32 Prozent beträgt, sollten selbst hochempfindliche Menschen bei dieser Frequenz kein Backlight-Flimmern wahrnehmen.

Grafik PWM-Messung
Die PWM-Frequenz des Backlight ist mit 1000 Hz sehr hoch

Sound

Die beiden Lautsprecher sitzen interessanterweise nicht hinter den Öffnungen an der Unterseite, sondern unter der Tastatur. Die Klangqualität ist für ein Gerät dieser Größe ungewohnt gut, genauso wie die unerwartete Lautstärke – hier kann die eingebaute Technik von Bang & Olufsen wirklich Erstaunliches leisten. HiFi ist das natürlich noch lange nicht, aber für Präsentationen in kleineren Büros oder den ein Video zum Feierabend reicht es allemal.

An der linken Seite kann man einen Kopfhörer oder Stereoverstärker mit 3,5 mm Klinkenstecker einstöpseln. Wenn man nicht aufpasst, geht dort aus Versehen auch einmal der Stromversorgungsstecker hinein, der eigentlich für die rechte Seite gedacht ist – ausprobiert haben wir das lieber nicht.

Performance

Unser Testmuster, die teuerste Konfiguration UX31E-RY010V, hat Intels stärkste Stromspar-CPU an Bord. Dem i7-2677M mit zwei Kernen, Hyperthreading und einem Grundtakt von 1,8 GHz stehen 4GB DDR3-RAM als Arbeitsspeicher zur Seite.

Die Grafik ist bei diesem i7 integriert, statt eines dedizierten Grafikchips (GPU) gibt es hier also Intels HD Graphics 3000. Spielefans müssen mit DirextX 10.1 vorlieb nehmen, ggf. empfiehlt sich unter Windows 7 die Installation des alten DirectX 9.0c.

Grafik CPU
Technische Daten von CPU und Grafikchip

Zwar muss der i7-2677M mit nur zwei Kernen auskommen, aber er kann doch bis auf 2,9 GHz ordentlich aufdrehen. Thermal Throttling, von dem viele Mitbewerber und auch das MacBook Air oft betroffen sind, tritt hier selbst bei Volllast mit hoher Kerntemperatur nur selten auf – das Kühlkonzept ist also gut gelungen.

Kurze Tests mit Benchmark-Software liefern Ergebnisse wie bei vergleichbar ausgestatteten Desktoprechnern, für Office, Internet und Entertainment ist der UX31E also bestens gerüstet. Bei leistungshungrigen Spielen muss er sich aber geschlagen geben, und das nicht zuletzt, weil dabei die Chipgrafik zum Engpass wird.

Dennoch fühlt sich der UX31E ungemein performant an, und der wahre Grund dafür liegt eindeutig in der eingebauten SSD. Bei frühen Testmustern wurde noch eine schnelle Adata XM11 erwähnt, in unserem Testgerät steckte allerdings die serienmäßige SanDisk U100, deren Leistungsdaten in Benchmarks nicht dasselbe hohe Niveau erreichen. Dennoch arbeitete auch die SanDisk SDD mit dem übrigen System hervorragend zusammen. Im praktischen Betrieb stellen sich alle Vorteile ein, die man von einer SSD erwartet: kurze Bootvorgänge, schnelle Programmstarts, lautloser Betrieb. Vor allem die Bereitschaftszeiten beeindrucken: 3 Sekunden aus dem Standby und 15 Sekunden aus dem Ruhezustand können sich wirklich sehen lassen.

Kühlung

Vor dem Einschalten fühlt sich das Zenbook immer metallisch-kühl an, im Betrieb erwärmt sich dann vor allem die rechte Seite der Handballenauflage etwas. Im überwiegenden Idle-Betrieb ist das angenehm, bei längerer Vollast wird es dann aber doch warm unter den Handballen.
Natürlich nutzt Asus das Aluminiumgehäuse als effizienten passiven Kühlkörper. Schon mit ganz geringer Lüfterunterstützung kann dessen große Oberfläche etliche Watt an die Umgebungsluft abgeben, und so bleibt das UX31E im Leerlauf gewöhnlich unhörbar.

Lüftungsschlitze im Scharnier, Tastatur im Display gespiegelt.

Unter Volllast schiebt der Lüfter dann eine ganze Menge Luft aus dem Scharnier hinaus, die er unauffällig durch die Tastatur ansaugt. Mit maximal 37 dB(A) bleibt er dabei im Vergleich noch recht leise. Das sonst immer so kühle Gehäuse heizt sich bei längeren Volllastzeiten stellenweise auf 40 °C auf. Sobald die Belastung vorbei ist, nimmt es aber sehr rasch wieder die Umgebungstemperatur an.

Laufzeiten

Mit gut 1400 Gramm Gewicht ist das UX31E nicht das leichteste Ultrabook, dafür bietet es aber auch Platz für einen starken 48 Wh Akku. Laut Asus erreicht die Super Hybrid Engine II Technologie damit eine Stand-By-Zeit von zwei Wochen. Wir haben das UX31E etwas intensiver genutzt und kamen mit synthetischer Volllast bei maximaler Helligkeit auf eine Laufzeit von knapp 3 Stunden. Abgeregelt auf augenfreundliche 140 cd/m² mit einem Mix aus typischen Anwendungen inklusive 2 Stunden Video hielt es mit 8 Stunden Gesamtlaufzeit einen ganzen Arbeitstag durch.

Das Asus-Tool PowerWiz berechnet die verbleibende Akkulaufzeit für die Situationen Internet, Videos, Office und Spiele, dazu noch die Standby-Zeit und die Aufladezeit. Die Anzeige war durchaus brauchbar, nach dem Geschmack des Testers aber etwas zu prominent auf dem Desktop platziert. Mit etwas Gewöhnung kann man diese Zeiten auch selbst ganz gut anhand der Ladestandsanzeige abschätzen.

Bewertung

kein Preis vefügbar
4.4

(GUT)

Fazit

Beim ersten Blick auf das Asus Zenbook UX31E sieht man vielleicht nur den MacBook Air-Klon, der sich äußerlich sehr stark an seinem Vorbild orientiert. Der zweite Blick allerdings offenbart zahlreiche Details, die das Herz nicht nur des technikbegeisterten Perfektionisten höher schlagen lassen. Das aus einem Stück gefertigte Gehäuse mit seiner stilistisch sicheren Geradlinigkeit und Solidität ist rundum beeindruckend, und die schnörkellose Perfektion reicht schließlich bis zu Details wie Kabelbinder und Netzteil.

Die hohe Leistungsfähigkeit der i7-Plattform erfährt durch die eingebaute SSD nochmals eine ungemeine Beschleunigung, und dieser Performanceschub verleiht dem UX31E schließlich den gewissen Suchtfaktor: schnell wird es zu einem ebenso vielseitigen wie unverzichtbaren Begleiter bei allen Gelegenheiten, und wo man es auspackt, sind einem bewundernde Kommentare sicher. Genau so sollte ein mobiles Notebook eigentlich immer schon sein: schön und schnell, lautlos und mit langen Laufzeiten.

Gern will man da die wenigen kleinen Schwächen übersehen, die sich dann doch auftun: mal drücken die Tastaturstege auf die Fingerkuppen, oft sind 2 USB-Buchsen einfach zuwenig, dafür hätte man vielleicht gern den Kartenleser geopfert. Die allergrößte Schwäche aber ist das Display, das am Ende das UX31E noch um unsere Bestnote bringt.

Zweifellos punktet das Panel mit seiner hohen Auflösung und enormen Helligkeit, beides ist derzeit noch ohne Konkurrenz. Dennoch: derart blickwinkelabhängig, stark spiegelnd und kontrastschwach kann es nicht nur nicht mithalten mit der im übrigen (fast) perfekten Linie – es ist tatsächlich das einzige Detail, über das man sich richtig ärgern kann. Mit IPS-Panel, selbst wenn es dann nur noch für einen i5-Prozessor reichte, wäre das Asus Zenbook UX31E ein Traum zum Anfassen.

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