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REPORTAGE: Inputlag Teil 18


Zuordnung der Grafikkarten in diese Klassen

Die Überraschung ist gleich zu Anfang recht groß, da es keine der getesteten Grafikkarten auch nur annähernd geschafft hat als Typ a) eingeordnet zu werden.

Im Laufe der Untersuchungen stellte sich heraus, dass die ATI Grafikkarten älterer Generationen, also 9600XT, HD2600 und HD3870 sowie die GeForce FX 5900 ein nahezu identisches verhalten zeigten. Schließt man zwei Monitore parallel an, so sind die Bildausgaben eindeutig dem Typ b) zuzuordnen. Man sieht auf dem Bildschirm des Oszilloskops also eine gleichbleibende zeitliche Verzögerung zwischen den Ausgängen und konstante Ausgabefrequenzen.

Einem Missgeschick ist dabei die folgende Erkenntnis zu verdanken: Wenn man einen der Monitore von der Grafikkarte trennt, egal ob durch einen abgefallenen Stecker oder auch nur im Treiber, indem die Einrichtung des zweiten Bildschirms zurückgenommen wird, und der Monitor danach erneut mit der Grafikkarte verbunden wird, so ist das Signal nicht mehr an der gleichen Position zu finden.

Links: Der erste Anschluss des zweiten Monitors an eine HD3870. Die zeitliche Differenz der Ausgänge betrug rund 7 ms. Rechts: Nachdem der Monitor vom PC getrennt und erneut angeschlossen wurde, weicht die zeitliche Differenz stark von diesem Wert ab.

Oder kurz: Bei jedem Anschluss des Monitors wird die Verzögerung neu und rein zufällig festgelegt.

Links: Knapp aber zu spät: Das analoge V-Sync Signal einer FX5900 hinkt dem digitalen um etwas mehr als 1 ms hinterher. Rechts: Einmal neu angesteckt beträgt die Verzögerung annähernd 16 ms. Worst-Case!

Anhand einer kleinen Animation, in deren Einzelbildern jeweils der Zustand nach einer Trennung und erneuten Verbindung mit der Grafikkarte die Werte festgehalten wurden, ist die Wahrlosigkeit dieser Differenz gut nachzuvollziehen. Hier am Beispiel einer ATI Radeon 9600XT dargestellt. Bitte vergessen sie dabei nicht, das jede dieser Positionen solange konstant bleibt, wie der Monitor eingeschaltet und mit der Grafikkarte verbunden ist.

Als animiertes GIF wird die Zufälligkeit der Positionierungen deutlich.

Es ist also rein vom Zufall abhängig, ob die Differenz zwischen dem analogen und dem digitalen Signal 0 ms, 8ms oder gar ganze 16 ms beträgt. Aufgrund der Zufälligkeit sind die Abweichungen mit bis zu einem vollständigen Bild derartig groß, dass eine Unterscheidung zwischen V-Sync-Position und Bildanfang irrelevant wird.

Ein solches Verhalten ist nicht durch Programmiertechniken in irgendeiner Anwendung zu kontrollieren und tritt sowohl mit den Einstellungen "Desktop erweitern"- als auch im "Clone"-Modus auf. Alle diese Beispielbilder wurden ebenfalls auf Abhängigkeiten von den V-Sync Einstellungen überprüft. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die vertikale Synchronisation über den Treiber erzwungen aktiviert oder deaktiviert wird oder ob die Anwendung den Zustand bestimmen darf. Eine tatsächlich synchrone Bildausgabe konnte nicht reproduzierbar erreicht werden.

Da die Positionen solange konstant blieben, wie man den Monitor angeschlossen ließ, müssen auch die Frequenzen identisch gewesen sein, wie weiter oben exemplarisch am Beispiel der analogen V-Sync-Signale gezeigt wurde. Eine exakte Überprüfung war hier nicht nochmals erforderlich.

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