REPORTAGE: Perfekter Bildgenuss: Auf die Bildfrequenz kommt es an! Teil 6
Leider bietet kein uns bekannter LCD-TV eine so ausgereifte Vorgehensweise wie die im Beispiel dargestellte. Nun gibt es inzwischen, besonders im SD-Bereich (Small Definition, herkömmliches Bildmaterial), vermehrt Lösungen, die zumindest auf dem Papier korrektes Filmmode-Deinterlacing versprechen. Allerdings hakt es spätestens beim letzten Schritt, also der korrekten Weitergabe der zurückgewonnenen Frames an das Panel, im obigen Beispiel mit 48Hz, also einem Vielfachen des 24p-Signals nach dem Deinterlacing. Hier ist eine Bildwiederholfrequenz von 60Hz üblich. Die Frames werden dann in einem 3:2 Rhythmus angezeigt. Das führt zu den schon mehrfach beschriebenen Rucklern.
Umgehen kann man das vergleichsweise unkompliziert, sofern die neuen HD-Medien und besagte "1080p24-Kette" zum Einsatz kommen. Allerdings entpuppt sich die Implementierung bei vielen TV-Geräten als Papiertiger. So kommt es leider immer wieder vor, dass zwar ein 24Hz-Signal entgegengenommen werden kann, dieses intern aber wieder auf eine ungeeignete Frequenz umgerechnet wird. Das passiert, wenn das verwendete Panel beispielsweise nur 50Hz und 60Hz unterstützt. In diesem Fall gibt es keinen Zugewinn, das Feature erweist sich als wertlos! Methoden, die korrekte Unterstützung einer Eingangsfrequenz zu überprüfen, werden am Ende des Artikels noch genannt. Es gibt verschiedene Lösungsansätze, um zusätzlich eingebrachte Ruckler, auch bei ungünstigen Signalfrequenzen oder Einschränkungen im Videoprocessing des LCD- oder Plasma-TVs zu vermeiden. Externes Videoprocessing mittels HTPC Mit dem heimischen PC als Zuspieler tun sich einige Verarbeitungsoptionen auf, die wir im Folgenden nur anreißen können. Die konkrete Konfiguration bzw. Umsetzung würde den Rahmen des Artikels deutlich sprengen. Mit Hilfe des Computers ist es kein Problem, die Frames der ursprünglichen Vollbildquelle wieder herzustellen. Im Ergebnis stehen also besagte 24fps bzw. 25fps. Stellt man nun die korrekte Bildwiederholfrequenz ein, z.B. 48Hz bzw. 50Hz, wird das Material störungsfrei wiedergegeben. Voraussetzung ist natürlich, dass das Display diese Frequenz bei Ansteuerung durch den Computer auch unterstützt. Damit ist man fast am Ziel - problematisch ist die Synchronisation zwischen Bild und Ton. Durch unterschiedliche Quarze (Taktgeber in elektronischen Schaltungen) sind minimale Differenzen unvermeidlich. Die Konsequenz sind mehr oder weniger regelmäßige "Resync"-Ruckler des Tons, die speziell bei passender Bildwiederholfrequenz sehr störend auffallen, weil es ja nun keine Bildruckler mehr gibt. Die Lösung besteht in dem Tool "Reclock" , das für eine Synchronisation sorgt und somit die Resync-Ruckler verhindert. Auch ist es möglich einen Speedup durchzuführen. Denkbar wäre also eine Beschleunigung von 24fps auf 25fps, falls das Display Vielfache von 25Hz, aber nicht 24Hz, unterstützt. Natürlich kann der PC auch das Deinterlacing von echtem Videomaterial übernehmen. Das führt zu den in den vorigen Abschnitten erwähnten 50 bzw. 60fps. Die Frequenz ist entsprechend zu wählen. Externes Videoprocessing mittels Videoprozessor Ein Videoprozessor wird zwischen Zuspielgerät und TV geschaltet und übernimmt, je nach Ausführung, einen Großteil der Videoverarbeitung. Mit geeigneten Geräten ist es beispielweise kein Problem, aus einem 60Hz-Signal mit 3:2-Kadenz die 24fps zurückzugewinnen. Variable Ausgabeoptionen ermöglichen dann eine Zuspielung zum TV mit passender Bildwiederholfrequenz, also z.B. 24Hz oder 48Hz. Auch hier muss das Display diese Frequenz natürlich unterstützen. Generell bieten aktuelle Videoprozessoren eine erhebliche Mehrleistung gegenüber der Elektronik eines TVs. Diese erstreckt sich bei weitem nicht nur auf besseres und stabileres Deinterlacing, sowie die sehr variablen Ausgangsfrequenzen. Tiefergehende Informationen werden aber Teil eines eigenen Artikels sein. Zur vorherigen Seite | Zur nächsten Seite Inhaltsverzeichnis: Einleitung
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