Corning plant Schmelzöfen in China

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Der Glasspezialist Corning plant, im LCD-Boomland China Glasschmelzwannenöfen zu errichten. Auf einem Seminar während des Display-Forums FPD China 2010 deutete die Firma an, dass man sowohl mit der chinesischen Regierung als auch mit einigen Kunden in Verhandlungen stehe. Corning erwartet, dass sich die beteiligten Parteien noch 2010 auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

Die Grundlagen der Display-Technologie (Bild: Corning).

Der Weltmarktführer geht davon aus, dass die globale Nachfrage nach LCD-Muttergläsern 2010 um 14 bis 22 Prozent zulegen wird. Der Gesamtbedarf hätte dann eine Fläche von 116.144 bis 128.408 Fußballfeldern (853,44 bis 914,4 Millionen m[sup]2[/sup]). Vorjahr hatte der Anstieg trotz der schlechten Weltwirtschaftslage sogar noch 20 Prozent (2,45 Milliarden m[sup]2[/sup]) betragen.

Vor diesem Hintergrund will das Unternehmen bereits in diesem Jahr Schmelzöfen in China aufbauen. Zunehmend drängen die großen Panel-Hersteller aus Taiwan und Japan ins Reich der Mitte, dass als Absatzmarkt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Trägergläsern als Mutter-Bestandteil der Panellieferkette. Der taiwanesische Panel-Hersteller AU Optronics (AUO) sieht bei 6G- und 7,5G-Muttergläsern schon wieder die Gefahr neuer Lieferengpässe . Zu deutlich erinnert sich die Branche an die Engpässe ab Quartal zwei 2009, die aufgrund unerwartet starker Nachfrage aus China entstanden und durch ein Erdbeben in Japan mit anschließender Produktionsunterbrechung bei Corning verstärkt worden waren.

Wie der Glassubstrat-Hersteller mitteilte, schätze man, dass der globale LCD-TV-Markt 2010 um 21 Prozent auf 171 Millionen verkaufte Geräte zulegt. Hauptantrieb für die Zunahme sollen Schwellenländer und der chinesische Markt sein. Der LCD-Anteil in Schwellenländern soll sich in diesem Jahr von 36 (2009) auf 57 Prozent signifikant erhöhen. In China soll der Anteil auf 86 Prozent anwachsen, das sind 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für den Markt der Röhrenfernseher hat Corning diese Prognose parat: Von 50 Millionen, hauptsächlich in Entwicklungs- und Schwellenländern verkauften Geräten, sollen 2010 nur noch 39 Millionen – neu verkaufte CRT-Fernseher – übrig bleiben.

2010 rechnet Corning mit einem Wachstumsschub von 13 Prozent auf dem globalen PC-Markt. Hersteller und Marktbeobachter führen diesen Trend auf die Erholung der Weltwirtschaft zurück. Eine wichtige Rolle spielen zudem der mit der Umstellung auf Windows 7 einhergehende Hardware-Wechsel in Unternehmen, vor allem in Schwellenländern, und die weitere Zunahme an mobilen Endgeräten. Der Notebook-Markt soll laut Corning 2010 auf 207 Millionen Stück anwachsen, der TFT-Monitor-Markt auf 169 Millionen Stück.

China wird mit 47,4 Millionen Stück in diesem Jahr voraussichtlich der größte Monitormarkt sein, das Ergebnis von 2009 wird um elf Prozent übertroffen werden. Das LCD-Boomland soll 2010 28 Prozent des Weltmarktes ausmachen, so die Analyse des Glassubstrat-Herstellers. Der chinesische LCD-TV-Markt soll laut Corning für 37 Millionen Einheiten gut sein, lockt doch die Regierung mit lukrativen Subventionsprogrammen. Außerdem gebe es Bedarf durch die Umstellung von CRT- auf Flachbildgeräte. Global gesehen soll Chinas LCD-Fernsehermarkt einen Marktanteil von einem Fünftel haben.

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