BRANDHEISS

Dynamische Hintergründe für genauere Display-Messungen

In einer Wissenschaftsarbeit werden neue HDR-Messverfahren evaluiert, die sich von starren grauen oder schwarzen Testbildern verabschieden

Timo Kunkel, seines Zeichens Leiter der Abteilung „Image Technology & Standards“ bei Dolby Laboratories, hat gemeinsam mit Florian Friedrich, dem Gründer der FF Pictures GmbH, eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „Utilizing advanced spatio-temporal backgrounds with dynamic test signals for high dynamic range display metrology“ veröffentlicht. Darin werden neue, deutlich genauere Messverfahren für moderne HDR-Displays aufgezeigt.

Dynamische Testbilder (Bild: Timo Kunkel/Florian Friedrich)
Die Eigenschaften verschiedener Testhintergründe im Vergleich (Bild: Timo Kunkel/Florian Friedrich)

Um beispielsweise Aspekte wie die Spitzenhelligkeit, den Kontrastwert oder die Reaktionszeit eines HDR-Bildschirms zu messen, werden bis dato meist Spektralfotometer oder andere Messgerätschaften auf vergleichsweise starren grauen oder schwarzen Testbildern eingesetzt. Zudem sind die Messpunkte oftmals auf einen sehr kleinen Display-Bereich begrenzt.

Neue Messverfahren sollen reale Anwendungsfälle widerspiegeln

Diese Einschränkungen führen zu Messresultaten, die den Anwendungsalltag eines Nutzers natürlich nicht adäquat widerspiegeln. Ob bei Bildbearbeitung, Video-Editing, Spielfilmgenuss, Games oder im Browser: Dargestellte Inhalte sind bunt, vielfältig und abwechslungsreich. Diesem Fakt wollen Kunkel und Friedrich mit erweiterten Messmethoden nun Rechnung tragen. Mit die wichtigste Rolle spielen dabei dynamische Testhintergründe.

Wie in dem wissenschaftlichen Paper der beiden Autoren anschaulich dargelegt, kommen neben speziell angefertigten spatiotemporalen und bunten Bewegtbildern auch Video-Inhalte zum Einsatz, die realen Anwendungsfällen entsprechen. Zu letzteren zählt etwa ein Wasserfall mit hohem Dynamikumfang im Bild und ein Baum mit sich im Wind bewegenden Blättern. Diese Testszenarien werden mit den klassischen Verfahren, also grauen und schwarzen Testhintergründen, verglichen.

LG OLED65C17LB TV 164 cm (65 Zoll) OLED Fernseher (4K Cinema HDR, 120 Hz, Twin Triple Tuner, Smart TV) [Modelljahr 2021]
(1105 Kundenrezensionen)
Preis: --
(Stand von: 03.07.2022 11:35 - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
)

Preis inkl. MwSt., ggfs. zzgl. Versandkosten
Bei Amazon ansehen *
(* = Affiliate-Link) Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Mastering-Monitor und OLED-TV als Testgerätschaften

Als Probanden wählten die Autoren einen Mastering-Monitor mit 31 Zoll und Dual-Cell-LCD, einen 65-Zoll-TV mit RGBW-OLED, einen 65-Zoll-Fernseher mit LCD, Quantum-Dots und FALD („Full-Array Local Dimming“) sowie ein PC-Display mit 32 Zoll, LCD und FALD. Während die dynamischen Messverfahren auf dem Mastering-Gerät oftmals keine von den klassischen Methoden signifikant abweichenden Resultate ergaben, zeigte vor allem der 32 Zoll große PC-Bildschirm interessante Auffälligkeiten bei Aspekten wie Spitzenhelligkeit, Schwarzwert und Kontrast.

HDR-Display-Paper (Bild: Timo Kunkel/Florian Friedrich)
Auswirkungen verschiedener Testhintergründe auf die ermittelte Spitzenhelligkeit (Bild: Timo Kunkel/Florian Friedrich)

Am Beispiel der ermittelten Spitzenhelligkeit (siehe oben eingebetteten Screenshot) lässt sich etwa erkennen, dass je nach Testhintergrund massive Abweichungen gemessen werden konnten. Wurden beim Graubild mit diversen Messpunktgrößen nur rund 300 bis 500 cd/m² ermittelt, stieg die Leuchtdichte bei den realistischeren Anwendungsfällen auf bis zu 700+ cd/m².

Laut Auskunft von Florian Friedrich liegt das daran, dass einige Bildschirme ihre Helligkeit im Testpatch auch abhängig davon verändern, welche Inhalte zuvor auf dem Schirm zu sehen waren. Oder anders formuliert: Die Helligkeit des Hintergrundlichts wird oft sehr langsam angepasst und erreicht in vielen Situationen (wie bei einem kleinen Messfenster vor grauem Hintergrund) nicht ihr Maximum.

Die dargelegten Fallbeispiele sollen den Autoren zufolge als fachliche Diskussionsbasis dienen. Florian Friedrich stellt derweil gegenüber PRAD bereits in Aussicht, dass sein Display-Messsystem InnoPQ künftig entsprechend komplexe Auswertungen samt Reaktionszeitmessungen beherrschen soll. Aus seinem Labor stammen übrigens auch diverse Messresultate in PRAD-Produkttests.

Weiterführende Links zum Thema

BenQ Mobiuz: Gaming vom Feinsten – Hier alle top Modelle

Monitor Deals des Tages

EIZO Monitore: Beste Bildqualität und 5 Jahre Garantie

LG Ergo-, Ultrawide- und Business-Monitore

Kaufberatung Monitore

Top-10-Bestenlisten

Monitorsuche – finden Sie das perfekte Display nach Ihren Vorgaben

Monitorvergleich – vergleichen Sie bis zu 4 Modelle miteinander

Allgemeiner Hinweis

Ausstattung und Eckdaten von neuen Produkten können vorläufig oder fehlerhaft sein und sich bis zum offiziellen Erscheinen noch (teils massiv) ändern. Das gilt für offizielle Datenblätter und Produktseiten genauso wie für Details aus inoffiziellen Quellen. PRAD versucht ein Auge auf Änderungen zu haben und in Form von Nachträgen darüber zu berichten. Entsprechende sachdienliche Hinweise aus Leserkreisen sind immer gern gesehen und werden dankbar angenommen.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag ?

100%
gefällt es
Daniel Boll

… treibt den PRAD-Texten als Lektor die Fehler aus und kümmert sich außerdem um News sowie Top-10-Artikel. Seit 2015 gehört er zum Team und findet nach wie vor, dass ein flüssiger Schreibstil wichtig zum Verstehen komplexer Inhalte ist.

Interessante Themen

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!