Test EasyAcc Dolcer DP300: Guter Sound mit feiner Optik

Bluetooth-Lausprecher im Sonos-Style überzeugen bei Verarbeitungsqualität und Klangbild, obwohl die Bässe noch kräftiger sein dürften

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EasyAcc Dolcer DP300: Wie viel Lautsprecher gibt es für 50 Euro?

EasyAcc gehört ebenso wie Anker oder AUKEY zu den größeren asiatischen Herstellern, die ihre Produkte auf Amazon anbieten. In diesem Test wollen wir uns mit den EasyAcc Dolcer DP300 beschäftigen, die mit einem Preis von knapp über 50 Euro die teuersten Lautsprecher im EasyAcc-Sortiment sind. Uns interessiert natürlich, ob die schwarze Box ihre Konkurrenz klanglich übertreffen kann. In den vergangenen Wochen haben wir mit den AUKEY SK-M30 und Tribit XSound Go zwei weitere Bluetooth-Lautsprecher getestet und können so einen direkten Vergleich ziehen.

Bluetooth-Lautsprecher EasyAcc Dolcer DP300
Bluetooth-Lautsprecher EasyAcc Dolcer DP300 (Bild: Easy Acc)

Anders als die meisten Bluetooth-Lautsprecher, liegen die EasyAcc Dolcer DP300 nicht längsseitig, sondern stehen wie ein Turm. Sie erinnern optisch etwas an einen schmalen Sonos Play:1, und der auf der Oberseite integrierte Lichtring an einen Amazon Echo. Die Verarbeitungsqualität ist einwandfrei und lässt keine Wünsche offen, auch wenn die Haptik nicht an den dreimal so teuren Play:1 heranreicht. Vom Sound ganz zu schweigen, denn zwischen dem Sonos Play:1 und dem DP300 liegen Welten. Die Lautsprecher sind mit einem feinen stabilen Gitternetz geschützt. Am oberen Rand ist ein etwa 13 mm breiter Streifen aus Klavierlack, der auch in schmalerer Ausführung (3 mm) am unteren Rand zu finden und anfällig für Fingerabdrücke ist. Die Dolcer DP300 stehen auf einer Gummierung, sodass diese keinesfalls verrutschen oder die Bässe direkt auf die Oberfläche des Regals oder Sideboards übertragen werden. Leider gibt es die Lautsprecher nur in Schwarz, was nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Weiß scheint bei den meisten Herstellern als zu exotisch zu gelten.

Die EasyAcc Dolcer DP300 sind keine Leichtgewichte und bei einer Größe von 81 x 81 x 151 mm (B x T x H) immerhin knapp 800 Gramm schwer. Somit ist die handliche Box weniger für den Transport und den Einsatz unterwegs geeignet und fühlt sich eher in den eigenen vier Wänden am wohlsten. Aufgrund der Optik macht sie im Wohnzimmer oder Kinderzimmer eine gute Figur.

Bedienung und Anschlüsse

Alle Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite. Es handelt sich hierbei um eine große runde Power-Taste, die außen einen leuchtenden LED-Ring besitzt, der je nach Betriebszustand unterschiedlich in blauen Farbtönen pulsiert. Diese Taste kann einen Titel auch pausieren oder ein eingehendes Telefongespräch annehmen. In jeder Ecke befindet sich eine Sensortaste, mit der die Lautstärke lauter und leiser geregelt oder zum vorherigen und nächsten Titel gesprungen werden kann. Die Tasten für laut und leise sind zudem mit vier bzw. zwei Punkten gekennzeichnet, die erfühlt werden können. So kann man auch bei Dunkelheit jederzeit herausfinden, um welche Taste es sich handelt.

LED-Ring auf der Oberseite signalisiert verschiedene Betriebsszenarien
LED-Ring auf der Oberseite signalisiert verschiedene Betriebsszenarien (Bild: EasyAcc)

Die Rückseite beherbergt eine Micro-USB-Buchse, über die der Akku geladen und die Box an das Stromnetz angeschlossen werden kann. Zusätzlich ist eine AUX-In-Buchse (3,5 mm) vorhanden. Die Gesamtkapazität des Akkus beträgt 5200 mAh, wobei laut deutschsprachigem Handbuch zwei Akkus à 2600 mAh verbaut sind. Während des Ladeprozesses leuchtet der obere Ring weiß und erlischt, sobald der Vorgang abgeschlossen wurde. Bei einem Energiestand von unter 10 % leuchtet der LED-Ring rot. Der Akku soll bis zu 12 Stunden durchhalten, und für eine optimale Leistung wird eine Lautstärke von maximal 75 % empfohlen. Wer sie auf 40 bis 50 % regelt, dürfte mit den 12 Stunden hinkommen. Bei einer Lautstärke von 75 % und mehr sind eher 9 bis 10 Stunden zu erwarten. Besonders praktisch ist, dass auch während des Ladeprozesses weiterhin Musik gespielt werden kann bzw. die Boxen ständig mit der Steckdose verbunden bleiben können. Das ergibt bei einem festen Standort auch durchaus Sinn.

Um den EasyAcc Dolcer DP300 einzuschalten, muss die Power-Taste etwa drei Sekunden lang gedrückt werden. Der Ring leuchtet blau, und es wird eine Tonfolge abgespielt, welche leider nicht deaktivierbar ist. Das machen aber alle bisher von uns getesteten Lautsprecher so – der Sinn dahinter erschließt sich uns nicht. Um eine Verbindung per Bluetooth einzurichten, muss die Power-Taste so lange gedrückt werden, bis der blaue Ring blinkt. Die Kopplung klappte mit einem Samsung S7 und einem iPad Mini problemlos. Beim Abspielen von Musik pulsiert der blaue LED-Ring von hellblau zu dunkelblau. Wird in die AUX-In-Buchse ein 3,5-mm-Klinkestecker gesteckt, wird die Bluetooth-Verbindung gekappt, was auch daran zu erkennen ist, dass der Ring jetzt dauerhaft blau leuchtet. Solange die Verbindung per Kabel besteht, ist keine Verbindung per Bluetooth möglich.

So schön der blau leuchtende LED-Ring optisch aussieht: Er kann weder gedimmt noch abgeschaltet werden. Das bedeutet natürlich auch eine Lichtquelle, wenn der Lautsprecher auf dem Nachttisch zum Einsatz kommen soll. Insbesondere das pulsierende Licht könnte beim Einschlafen stören. Wer dagegen mit Nachtlicht schläft, kann dieses getrost einmotten.

Soundqualität des EasyAcc Dolcer DP300

Ein Lautsprecher kann natürlich optisch so schön aussehen, wie er will. Entscheidend ist immer noch die Klangqualität. Eines gleich vorweg: Es ist nicht möglich, zwei EasyAcc Dolcer DP300 zu einem Stereo-Paar zu verbinden.

Vorn arbeiten zwei Lautsprecher mit jeweils 10 Watt, die übereinander positioniert sind. Links und rechts wurden die Bassradiatoren platziert, die durch das feine Netzgitter zu erkennen sind. Diese erzeugen einen vernünftigen Bass, ohne zu dröhnen. Sattes Bassvolumen wird aber kaum erreicht, dafür sind die Membranflächen sowie das Chassis zu klein und der Class-D-Verstärker nicht leistungsstark genug.  Im direkten Vergleich haben uns die AUKEY SK-M30 bei den Bässen besser gefallen. Dennoch ist der Sound der EasyAcc Dolcer DP300 bis etwa 75 % Maximallautstärke rund und das Klangbild ohne große Auffälligkeiten. Wer die Probanden mit voller Lautstärke betreiben will, muss mit Verzerrungen leben.

EasyAcc Dolcer DP300, Sonos Play:1 und AUKEY SK-M30 im direkten Vergleich
EasyAcc Dolcer DP300, Sonos Play:1 und AUKEY SK-M30 im direkten Vergleich

Die Freisprechfunktion kann uns im Test nicht überzeugen und ist nicht mehr als ein Gimmick. Wer auf eine gute Freisprechfunktionalität Wert legt, sollte sich die Tribit XSound Go zulegen, die klanglich mithalten, portabel sind, eine gut nutzbare Freisprechfunktion besitzen und mit 36 Euro etwa 30 Prozent günstiger sind.

Optisch und klanglich können die EasyAcc Dolcer DP300 überzeugen. Allerdings sollte man im Blick haben, dass es sich nicht um eine portable Box handelt. Das Modell fühlt sich im Wohnzimmer auf einem Sideboard am wohlsten – oder per Akkubetrieb auf der Terrasse, um beim Grillabend die entsprechende Musikuntermalung zu liefern.

Bewertung

52,99 (26.07.2018)
4

(GUT)

Fazit

Die Bässe der EasyAcc Dolcer DP300 sind ordentlich, können mit denen der AUKEY SK-M30 aber nicht mithalten. Die Freisprecheinrichtung konnte uns im Test nicht überzeugen. Wer auf dieses Ausstattungsmerkmal besonders Wert legt, sollte lieber zur Tribit XSound Go greifen.

Alles in allem kann der Gesamtauftritt als gelungen betrachtet werden, zumal es immer davon abhängig ist, welche Musik über die Boxen wiedergegeben werden soll und wie basslastig der Sound gewünscht wird. Wer einen Bluetooth-Lautsprecher für rund 50 Euro sucht, sollte den EasyAcc Dolcer DP300 eine Chance geben.

 

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