Test Philips 436M6VBPAB – Monitor für Konsolenspieler

Riesiger 43 Zoll Gaming-Monitor Philips 436M6VBPAB setzt den Fokus auf Home-Entertainment, insbesondere Konsolenspielen

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Einleitung

MMD, Markenlizenzpartner für Philips-Monitore, hat im April die brandneue Display-Serie Momentum präsentiert. Der Fokus soll auf Home-Entertainment, insbesondere Konsolenspielen, liegen. Der Philips 436M6VBPAB ist das erste Produkt aus der Momentum-Reihe. Sieht man das Display als Monitor an, handelt es sich angesichts der 43-Zoll-Diagonalen (108 cm) im 16:9-Format tatsächlich um ein Monstrum.

Auch wenn sich die Beschreibung auf der Philips-Website eher bedeckt damit hält, wozu so ein Gerät eigentlich gut ist, handelt es sich um eine Art Hybrid zwischen Fernseher und Monitor – nur eben ohne TV-Tuner.

Auf monumentale Bilder lassen aber vor allem die technischen Daten hoffen. Neben der UltraClear-UHD-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) ist es vor allem der HDR-Bereich, der aufhorchen lässt. Der Philips 436M6VBPAB ist DisplayHDR1000- und UHDA-spezifiziert. Das bedeutet, dass das Display Spitzenhelligkeiten von 1000 cd/m² darstellen und somit HDR-Filme und -Spiele mit besonders hoher Bildqualität wiedergeben kann. Die typische Helligkeit beträgt laut Datenblatt 720 cd/m², und der Maximalkontrast wird mit 4000:1 angegeben – auch das sind bereits sehr beeindruckende Werte.

Zu HDR gehört aber auch ein erweiterter Farbraum. Laut Hersteller wird der sRGB-Farbraum zu 100 % und der DCI-P3-Farbraum zu satten 98 % abgedeckt. Um echte 10-Bit-Farbtiefe scheint es sich aber nicht zu handeln, auch wenn diese auf der Philips-Website so beworben wird. Den winzigen Stern dazu übersieht man leicht, zumal die Fußnote dazu gar nicht existiert. Jedenfalls war in den Presstexten noch von 8-Bit+FRC-Unterstützung die Rede.

Da der Philips 436M6VBPAB uns vor allem in neue Dimensionen der Unterhaltung eintauchen lassen will, wurde auch auf den Gaming-Bereich viel Wert gelegt. Bei der Reaktionszeit gibt der Hersteller 4 ms an. Zudem sollen Ruckler und Schlieren durch Adaptive Sync minimiert werden. An Anschlussoptionen bietet der Proband HDMI (2.0), DisplayPort (1.2), Mini DisplayPort (1.2) und USB Typ C. Zusätzlich gibt es einen USB-Hub mit zwei USB-3.0-Schnittstellen und einen PC-Audio-Eingang sowie Kopfhörer-Ausgang.

Vor allem von den Philips-Fernsehern bekannt, steht „Ambiglow“ auf der Rückseite zur Verfügung. Je nach Bildinhalt wird die Wand hinter dem Monitor passend farblich angestrahlt. Ergonomisch kocht der große Monitor allerdings auf Sparflamme, da lediglich der Neigungswinkel (-5°/+10°) verstellt werden kann. Zumindest gibt es eine VESA-Aufnahme (200 x 200), an die eine alternative Befestigungsmöglichkeit angebracht werden kann.

Zum Zeitpunkt der Testerstellung war das Gerät bereits für 795 Euro bestellbar. Das macht unseren Test vor allem auch für Fans von Konsolenspielen spannend. Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und Spezifikationen finden Sie im Philips 436M6VBPAB Datenblatt.

Lieferumfang

Beim Lieferumfang lässt sich Philips – trotz des erstaunlich günstigen Preises – nicht lumpen. Hochwertige Kabel für alle Anschlüsse gehören dazu: 1 x DP, 1 x HDMI, 2 x USB-C (1 x USB-C auf USB Typ A). Eine Fernbedienung als Beigabe zu einem Monitor mag zwar auf den ersten Blick überraschen – wie wir später sehen, ist sie bei so einem gigantischen Display aber fast zwingend.

Lieferumfang des Philips 436M6VBPAB
Lieferumfang

Handbuch, Treiber und Standardfarbprofil findet man auf der CD. Die beschriebene Versorgung über die Update-Funktion von Windows 10 hat bei uns im Test zwar auch hier nicht funktioniert. Geht man stattdessen in das entsprechende Verzeichnis, lässt sich der Treiber aber per Rechtsklick problemlos installieren. Das Standard-Farbprofil wird automatisch mitinstalliert.

Screenshot Lieferumfang (Handbuch Philips)
Screenshot Lieferumfang (Handbuch Philips)

Das Handbuch erinnert zwar hinsichtlich Farbgebung an die einst rühmliche Kundenfreundlichkeit von Philips. Darüber hinaus wirkt es aber vorsichtig formuliert recht unfertig. Die Erläuterungen zu wichtigen Funktionen beschränken sich beispielsweise primär auf die Abbildung der OSD-Verzeichnisstruktur – ohne weitere Erklärungen zu den einzelnen Funktionen.

Optik und Mechanik

Der Philips 436M6VBPAB wiegt mit Verpackung knapp 21 kg. Das hört sich vielleicht noch gar nicht so viel an. Aufgrund des sperrigen Pakets ist das Handling für eine Einzelperson aber kaum noch möglich. Eine Montage entfällt glücklicherweise, da das Standbein bereits komplett vormontiert ist. Alternativ kann man das Display aber auch an der Wand bzw. einen Schwenkarm montieren (VESA-Halterung 200 mm x 200 mm).

VESA-Halterung 200 mm x 200 mm auf der Rückseite (Screenshot Handbuch Philips)
VESA-Halterung 200 mm x 200 mm auf der Rückseite (Screenshot Handbuch Philips)

Hat man das Gerät aus dem Karton gewuchtet und aufgestellt, unterscheidet den Philips 436M6VBPAB erst mal nichts von einem normalen TV-Gerät. Er hat die gleiche Größe, den gleichen schwarzen, hochglänzenden Rahmen und einen raumgreifenden Standfuß unter dem Display.

Der Rahmen ist seitlich und oben ca. 16 mm breit, unten sind es ca. 23 mm. Das ist zwar nicht rekordverdächtig, und auch das Display ist nach hinten nicht besonders dünn. Da man die tatsächliche Tiefe aber in der Regel nie zu sehen bekommt und aufgrund der Gesamtausmaße wirkt der Philips 436M6VBPAB insgesamt von vorn sehr dünn und stylisch. Verglichen mit anderen TV-Geräten würden wir das Modell aber nicht als Design-Ikone, sondern eher als guten Durchschnitt ansehen.

Ansicht von vorn
Ansicht von vorn

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? So oder ähnlich muss es den Designern bei Philips während der Konzeption im Kopf herumgegangen sein. Denn als Erstes fällt einem bei dem Gerät die stark spiegelnde Display-Oberfläche auf. Die wird dann auch konsequent durch den hochglänzenden Rahmen noch fortgesetzt.

Das bei TV-Geräten durchaus übliche glänzende Finish der Display-Oberfläche mag auf den ersten Blick zwar farbbrillanter und kontrastreicher wirken, tatsächlich ist es aber am Tag wie auch am Abend äußerst schwierig, Reflexionen von Lichtquellen von dem Display fernzuhalten. Falls das nicht gelingt, ist es mit dem tollen Kontrast auch schnell dahin.

Ansicht von hinten
Ansicht von hinten

Die Rückseite ist zwar einerseits eher schlicht gehalten, weist andererseits aber wieder großflächige Zierelemente in Klavierlack-Optik auf. Da man die Rückseite in der Regel eh nicht sieht, wäre ein pflegeleichteres Material vielleicht die bessere Wahl gewesen.

Ansicht seitlich von rechts
Ansicht seitlich von rechts
Ansicht seitlich von links
Ansicht seitlich von links

Im Vergleich zu gängigen Monitoren hat der Philips 436M6VBPAB ergonomisch nicht viel zu bieten. Die Ergonomie-Funktionen beschränken sich auf eine geringfügige Verstellmöglichkeit beim Neigungswinkel (-5°/+10°).

Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel

Ansonsten sieht der Philips 436M6VBPAB wie ein modernes TV-Gerät aus. Das Standbein wirkt von vorn relativ filigran, hält das Gerät aber ausreichend stabil in Position. Aufgrund der ausladenden Konstruktion benötigt es allerdings sehr viel Stellfläche (Abstand der beiden vorderen Stützen: ca. 84 cm).

Standbein des Philips 436M6VBPAB
Standbein

Die Konstruktion des gespreizten Standbeins mag aber auch durch die Ambiglow-Funktion bedingt sein. Dies ist eine abgespeckte Variante von „Ambilight“, das bei Philips-Geräten seit vielen Jahren unvermeidbar zum Funktionsumfang gehört.
Schaltet man die optionale Funktion ein, beleuchtet das Gerät die nächste Umgebung mit einem zusätzlichen Effektlicht – entweder in neutralem Weiß oder farblich passend zum Geschehen auf dem Bildschirm. Also z. B. in unheimlichem Grün, wenn gerade der unglaubliche Hulk sein Unwesen auf dem Bildschirm treibt.

Im Gegensatz zu „Ambilight“ wird bei „Ambiglow“ das Effektlicht nur nach unten abgestrahlt. Wer es nicht kennt, wird es auch nicht vermissen. Aus unserer Sicht lenkt das Ganze eher vom Inhalt ab, als dass es einen Nutzen stiftet. Aber die Geschmäcker sind verschieden.

Die Stromversorgung ist beim Philips 436M6VBPAB wie zu erwarten direkt im Gerät untergebracht. Der Anschluss erfolgt mit einem Standard-Kaltgerätekabel. Der Elektronik-Erker auf der Rückseite ist recht großzügig mit Lüftungsschlitzen ausgestattet, und das ist auch nötig. Der Bereich der Lüftungsschlitze und der gesamte Display-Bereich oberhalb zeigen bereits in der Werkseinstellung mit 60 % Helligkeit eine deutlich wahrnehmbare Erwärmung.

Lüftungsschlitze auf der Gehäuserückseite
Lüftungsschlitze auf der Gehäuserückseite

13 KOMMENTARE

  1. Hallo. In den technischen Daten steht die HDMI Version 2.0. Die ist aber nicht HDR fähig. Ist das ein Fehler oder handelt es sich tatsächlich „nur“ um 2.0 ohne a oder b dahinter? Der Zuspieler müsste dann also zwingend über DP 1.4 angeschlossen werden um HDR sehen zu können?

    • Genau so steht es auf der Herstellerseite. Ich habe leider auf die Schnelle per Google auch keine andere Info gefunden. Also ich denke das geht nur über DisplayPort.

  2. Does it have RGB sub-pixel structure or BGR like most 40″-43″ current monitors?
    ( which makes them not really usable for accurate line reproduction, CAD, graphics etc?)

      • Thank you for the prompt reply!
        Any recommendation for 40-43 inch display that have proper RGB structure and subpixels for secondary colors?

  3. Wir vermuten, dass hier zu einem technischen Kniff gegriffen wurde, um die hohe Maximalhelligkeit des Philips 436M6VBPAB zu ermöglichen. Das wird meiner Meinung nach die Quantum Dot Technologie sein.
    00 und 01 sind das gleiche Gerät Herr Badder. 00 ist die Bezeichnung Für die Region(Europa).

  4. Welchen Typ des Philips Momentum Monitors haben Sie getestet ?
    436M6VBPAB/00 Ultra Wide Color-Technologie
    436M6VBPAB/01 mit Quantum Dot color

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