Reaktionsverhalten
Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 100 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.
Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und unter „Farbe/Erweiterte Einstellungen/Overdrive“ im OSD zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Verbessert“, „Standard“ und „Aus“. Ab Werk ist „Aus“ voreingestellt. Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt.
Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger.
Overdrive, 100 Hz
100 Hz, Overdrive „Aus“
In der Werkseinstellung „Aus“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 18,3 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,6 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 20,7 ms. Insgesamt sind die Messwerte als langsam zu bezeichnen.
Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral. Das Schaltzeiten-Diagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren und wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert.
100 Hz, Overdrive „Standard“
In der Overdrive-Stufe „Standard“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 17,5 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,4 ms. Damit wird die vom Hersteller versprochene Reaktionszeit von 5 ms noch knapp verfehlt. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 15,6 ms. Insgesamt können die Messwerte als noch zufriedenstellend bis langsam bezeichnet werden.
Überschwinger sind keine auszumachen, die Abstimmung ist weiterhin völlig neutral. Für den Alltagseinsatz ist die Overdrive-Stufe „Standard“ unter Qualitätsaspekten die optimale Wahl.
100 Hz, Overdrive „Verbessert“
In der höchsten Overdrive-Stufe „Verbessert“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 16 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 4,7 ms. Damit werden die vom Hersteller genannten 5 ms sogar leicht unterboten. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 10,1 ms. Insgesamt können die Messwerte als gut bis befriedigend bewertet werden, allerdings gibt es auch einige Ausreißer.
Überschwinger sind jetzt auszumachen, aber es gibt faktisch nur einen schlechten Wert. Im Praxistest führte die Konstellation dennoch zu Einbußen bei der Bildqualität.
Latenzzeit
Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelle Gamer und E-Sportler, da sie auf schnelle Reaktionen angewiesen sind. Werte zwischen 5 und 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind 10 und 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Ab 25 ms kann es bei schnellen Bewegungen zu Verzögerungen kommen, wodurch solche Werte für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert sind.
Wir haben die Latenzzeit in der nativen Auflösung (1920 × 1080) bei 60 Hz und 100 Hz am DisplayPort gemessen. Im Mittel beträgt sie 9,1 ms bei 60 Hz und 7,4 ms bei 100 Hz, was für einen Business-Monitor praxistaugliche Werte sind.
Gaming
Der EIZO EV2400R ist ein Monitor für den Einsatz im Büro oder Home-Office. Er verfügt über eine Bildwiederholfrequenz von maximal 100 Hz und drei Overdrive-Stufen („Aus“, „Standard“ und „Verbessert“). Eine Sync-Technologie weist das Gerät nicht auf.
Der Vollständigkeit halber haben wir einige Tests über Blur Busters durchgeführt, um zumindest eine kurze Aussage über die Spieletauglichkeit treffen zu können.
Die Bewegungsunschärfe ist bei 60 und 100 Hz natürlich alles andere als optimal, und zwar in allen Overdrive-Stufen. In der Praxis sind Ghosting-Effekte bei ausgeschaltetem Overdrive deutlich auszumachen, während sie in der Stufe „Standard“ reduzierter auftreten. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in der einen Richtung schneller sein als in der anderen.
Sehr deutliche Korona-Effekte konnten wir nur in der höchsten Stufe „Verbessert“ erkennen. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Die Pixel können über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen, was zu einem hellen, inversen Geisterbild führt.
Mit dem EIZO EV2400R kann man sicherlich Strategietitel spielen, aber für Ego-Shooter oder Rennspiele ist er nicht die richtige Wahl und wurde dafür auch nicht konzipiert.
Wir empfehlen, die Overdrive-Stufe „Standard“ zu verwenden.


















