Test Monitor Eizo CX240
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UDACT („UGRA-Test“)

Vor dem Test haben wir den Bildschirm auf folgende Zielwerte kalibriert, die den Empfehlungen der UGRA für Softproofing-Aufgaben entsprechen (alternativ: L*-Gradation):

Helligkeit Weißpunkt (CCT) Weißpunkt (XYZ) Gradation
Ziel 140 cd/m² 5800K 95.37 100.00 Gamma 1.8

Der CX240 erhält die Zertifizierung problemlos. Aufgrund der Hardwarekalibration werden im ICC-Profil keine LUT-Korrekturen für die Grafikkarte hinterlegt und damit auch keine Tonwertverluste ausgewiesen.

Eizo Cx240 Monitor Udact
Der ausführliche UGRA UDACT Report kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Color Navigator 6

Hardwarekalibration

Color Navigator gehört nicht zum Standard-Lieferumfang von Bildschirmen aus CS- und CX-Reihe. Eine entsprechende Lizenz kann im Webshop von Eizo aber separat erworben werden. Die derzeit knapp 200 Euro sind gut angelegt und aus unserer Sicht ein absolutes Must-have.

Nach der Registrierung, die speziell für den jeweiligen Bildschirm durchgeführt werden muss, steht der volle Funktionsumfang des leistungsfähigen Kalibrationswerkzeugs zur Verfügung. Die Bedienung ist gewohnt einfach: Der Benutzer definiert zunächst ein Ziel und stößt dann die Hardwarekalibration an. Zwischen bereits kalibrierten Zielen kann später einfach per Mausklick gewechselt werden. Die flexible Farbraumemulation ist in diesen Ablauf eingebunden, auch wenn sie gegenüber einigen Bildschirmen aus der CG-Reihe abgespeckt wurde.

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Wir beschreiben nachfolgend kurz den Ablauf für das Anlegen eines neuen Ziels mit manueller Eingabe der Daten. Alternativ können bereits vorhandene Ziele verändert oder farbmetrische Daten aus ICC-Profilen ausgelesen werden.

1) Farbumfang: In einem farbmanagementfähigen Workflow wird man meist mit dem nativen Monitorfarbraum arbeiten wollen. Alternativ können die farbmetrischen Daten der Primärfarben aus einem ICC-Profil oder durch Vorgabe der xy-Normfarbwertanteile festgelegt werden.

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2) Leuchtdichte und Weißpunkt: Der Benutzer kann zwischen verschiedenen Voreinstellungen in Kelvin und der individuellen Definition in xy-Normfarbwertanteilen wählen.

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3) Schwarzpegel: Der Schwarzpegel kann auf Wunsch definiert angehoben werden.

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4) Gradation und Graubalance: Für die Kalibration stehen zunächst Gamma-Gradationen (1.0 bis 2.6) und die L*-Charakteristik zur Auswahl. Leider verzichtet Eizo auf eine Direktauswahl der sRGB-Gradationskurve. Individuelle Gradationskurven können aber durch die Vorgabe des entsprechenden Arbeitsfarbraumprofils unter 1) oder das Laden einer Textdatei (CSV) mit entsprechenden Zuordnungen definiert werden.

Die Auswahlmöglichkeiten unter Priority steuern den Kalibrationsvorgang in Bezug auf die Grauachse. Mit der Einstellung Contrast bleibt sie unverändert. Standard optimiert Graubalance und Gradation, hebt den Schwarzpegel aber nicht an. Durch eine Entscheidung für Gray balance wird die maximal mögliche Neutralität erreicht. Das bedingt die Anhebung des Schwarzpegels, um Farbstiche auch in den absoluten Tiefen zu vermeiden.

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5) Targetname und -typ: Abschließend wird ein Name für das Kalibrationsziel vergeben. ICC-Profile können als v2- oder v4-Typ gespeichert werden. Außerdem ist es möglich, die Tonwertkurve auch bei Auswahl einer Gamma-Gradation im Profil als Tabelle mit zahlreichen Stützstellen zu speichern.

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6) Das Ziel wird nun mit einem der zur Verfügung stehenden Messgeräte kalibriert und profiliert und auf Wunsch am Ende validiert.

Profilvalidierung

Die Profilvalidierung beschränkt sich auf RGB-Farbmuster, die frei definiert werden können. Eizo offeriert auch zwei Voreinstellungen, von denen eine die in ISO 12646 definierten Farbmuster enthält. Die farbmetrischen Daten der angezeigten Farbmuster werden dann mit den Maßzahlen verglichen, die sich aus entsprechenden Transformationen auf Basis des Bildschirmprofils ergeben. Dieser Soll-Ist Vergleich zeigt, wie gut das Kalibrationsziel erreicht und wie präzise die aktuelle Charakteristik im Profil erfasst wurde.

Für Bildschirme aus der CG-Reihe können auch CMYK-Ziele definiert werden. Eizo greift dabei auf ein externes CMM zurück. Daher müssen Adobe Photoshop (ab CS1) oder Adobe Acrobat (ab Version 7) installiert sein. Die eigentliche Messung erfolgt, nach manuellen Voreinstellungen durch den Benutzer, vollautomatisch. In Adobe Photoshop wird auf die Softproof-Anzeige mit Papierfarbensimulation zurückgegriffen. Damit werden unter anderem alle Dynamikanpassungen bei der Wandlung in Bildschirm-RGB unterbunden.

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Profilvalidierung

Korrektur für Colorimeter

Ein Colorimeter sollte aufgrund seiner Charakteristik im Hinblick auf das vom konkreten Bildschirm emittierte Spektrum korrigiert werden. In den Preferences verbirgt sich unter dem Punkt Measurement Device die von Eizo in Color Navigator hinterlegte Korrektur für die unterstützten Colorimeter.

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Wir haben im Folgenden die Auswirkungen der Auswahl Color Management gegenüber No Compensation getestet. Zu diesem Zweck haben wir jeweils eine Kalibration mit dem X-Rite DTP94 und i1 Display Pro durchgeführt und das Ergebnis mit dem X-Rite i1 Pro verifiziert.

Kalibrationsziel DTP94* DTP94 (Korrektur)* i1 Display Pro* i1 Display Pro(Korrektur)*
Weißpunkt / CCT Kelvin ** D65 (~6502K) 6998 6073 5655 5894
Weißpunkt XYZ (normalisiert) 95.04 100.00 108.88 89.69 100.00 105.39 92.81 100.0 99.62 100.08 100.00 103.99 97.69 100.00 103.65
DeltaE in Bezug zum Ziel 11,61 7,05 9,19 5,63
DeltaE zur Tageslicht-
kurve***
12,84 4,95 10,05 5,16

* Messung mit X-Rite i1 Pro / ** Berechnungsgrundlage: CIE 1960 UCS Farbtafel / ***CCT Bezug

Mit zugewiesener Korrektur (DTP94) bzw. spektraler Charakterisierung (i1 Display Pro) liefern beide Sonden exaktere Ergebnisse. Allerdings könnte der absolute Fehler – auch unter Berücksichtigung, dass das i1 Pro keine ideale Referenz ist – noch etwas geringer ausfallen.

3 KOMMENTARE

  1. Anmerkung zu Color Navigator: mittlerweile wieder bei allen Bildschirmen der ColorEdge Serie im Kaufpreis enthalten und kostenfrei über die Webseite auf neuestem Stand zu halten(für jedermann herunterzuladen, leider aber nicht zu nutzen).

    Das gilt für alle aktuellen CG, CX und CS Monitore von EIZO.

  2. Am Ende des Testberichts erhält der Bildschirm eine „gut“-Plakette, obwohl er im Test das Gesamturteil „Sehr gut“ bekommt. – War wohl knapp 😀
    Bei dem Stromverbrauch finde ich ein „+“ etwas grosszügig, aber bei der Zielklientel spielt das wohl weniger eine Rolle.

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