Test Monitor Philips 273E3QHSB
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Helligkeit, Kontrast und Schwarzwert

Philips 273e3qhsb Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf.

Die Helligkeit (Weißwert) lässt sich zwischen 72 und 317 cd/m² einstellen, damit ist ein weiter Einsatzbereich von dunklen bis hin zu sehr hellen Umgebungen abgedeckt. Der Helligkeitsregler arbeitet linear, die empfohlene Arbeitsplatzhelligkeit von 140 cd/m² entspricht einer Reglerstellung von 27 Prozent.

Bei den Schwarzwerten messen wir einen neuen Rekord, sie liegen zwischen sagenhaften 0,018 und 0,079 cd/m². Zusammen mit den genannten Weißwerten errechnet sich daraus mit satten 4.000:1 das höchste je von uns gemessene Kontrastverhältnis. Mit dem bloßen Auge betrachtet ist der Schwarzwert buchstäblich tintenschwarz: erst im Dunkeln kann man das Schwarz des Bildschirms von einem schwarzen Karton sauber unterscheiden.

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Philips 273e3qhsb Monitor Ausleucht
Philips 273e3qhsb Monitor Homogen
Messwerte des weißen Testbilds; links: Helligkeitsverteilung, rechts: Farbhomogenität.

Bei der Ausleuchtung ermitteln wir einen sehr guten Mittelwert von 94 Prozent. In der Mitte ist der Bildschirm am hellsten, rundum fällt die Helligkeit ein wenig ab. Etwas stärker ist die Abdunkelung links unten, doch auch dies ist für das bloße Auge noch nicht erkennbar.

Bei der Homogenität ist das Ergebnis eher enttäuschend. Viele deltaE-Werte liegen bei 3,0 und mehr. Mit dem Mittelwert von 2,8 und einem Maximum von 5,7 sind Farbabweichungen innerhalb des weißen Testbilds für das geübte Auge nicht zu übersehen, hier verdient sich der 273E3QHSB nur eine knapp befriedigende Note.

Blickwinkel

Philips 273e3qhsb Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Das Foto zeigt den Bildschirm des Philips 273E3QHSB bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Die Betrachtung des Bildes aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt beim 273E3QHSB das erwartete Ergebnis. Da ein AMVA-Panel verbaut wurde, sind die Blickwinkel gut und zeigen kaum Veränderungen. Es lässt sich von oben betrachtet eine Aufhellung des gesamten Bildes feststellen. Bei seitlicher Betrachtung kippt Weiß leicht ins Gelbe. Die Auswirkungen sind aber im Alltag zu vernachlässigen.

Bei frontaler Betrachtung fallen die Gelbstiche zu den Rändern hin je nach Sitzabstand minimal auf, jedoch sollte man bei einem 27 Zoll Gerät ohnehin etwas mehr Abstand halten. Bei horizontaler oder vertikaler Bewegung des Kopfes zeigt sich außer der genannten leichten Gelbfärbung keine negative Beeinflussung des Bildes.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Philips 273e3qhsb Monitor Srgb 1
Philips 273e3qhsb Monitor Srgb 2
Video: Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Die Farbraumuntersuchung zeigt, dass der 273E3QHSB den sRGB-Farbraum nur zu 88 Prozent abdeckt. Für ein Consumergerät ist das akzeptabel, engagierte Fotoamateure werden davon aber nicht begeistert sein.

Erläuterungen zu den folgenden Charts: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset befindet sich der Monitor im Modus Standard und der Farbeinstellung 6500K, der Gammaregler steht auf 2.2. Eine sRGB-Einstellung ist ebenfalls vorhanden, daher untersuchen wir diese anstatt der normalen 6500K-Vorgabe.

Philips 273e3qhsb Monitor Srgb
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung.

In der sRGB-Einstellung ist die Farbstimmung ein wenig kühl, die Farbtemperatur liegt bei 7100K. Die Abweichungen bei den Primärfarben sind recht hoch, bei den Graustufen dagegen noch recht gering. Die Gammakurve verläuft nicht ganz normgerecht, hält sich aber zufriedenstellend an den Normwert 2,2.

Sehr gut: der Helligkeitsregler bleibt auch in der sRGB-Einstellung frei benutzbar, daher lässt sich die Helligkeit nach Wunsch an den Arbeitsplatz anpassen. Für Officezwecke und auch Filme ist die Farbwiedergabe in dieser Einstellung gut, Fotoliebhaber sollten dagegen nicht zu viel erwarten.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Philips 273e3qhsb Monitor Kal
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Nach der Kalibrierung mit iColor hält der 273E3QHSB die Vorgabewerte nicht ganz so gut ein wie es gewöhnlich zu erwarten wäre. Die Farbtemperatur stimmt, die Abweichungen bei den Graustufen sind stark zurück gegangen, die Gammakurve passt. Bei den Primärfarben kann allerdings auch die Kalibrierung nicht die fehlenden Enden des Farbraums herbeizaubern, die Abweichungen bleiben dementsprechend hoch.

Bei den Vorbereitungen bemerkten wir, dass der Gammaeinsteller zumindest im User-Modus keine Wirkung zeigte. Nach dem Weißpunktabgleich erhielten wir stets ein gemessenes Gamma von 2,40 – egal wie der Gammaregler auch eingestellt wurde. Wir haben es dann bei 2.2 belassen.

Das Ergebnis der Kalibrierung ist insgesamt dennoch gut, selbst der enorme Maximalkontrast sinkt durch die Kalibrierung nicht. Zusammen mit der sehr guten Blickwinkelstabilität des AMVA-Panels ist das Bild überzeugend. Die Ansprüche von Semi-Profis wird es wegen der genannten Defizite beim Farbraum und der Homogenität aber nicht erfüllen. Die Anschaffung eines Colorimeters allein für diesen Monitor erscheint nicht sehr rentabel.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

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