Test Philips 27E3U7903: 5K-Multimedia-Monitor überzeugt
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Kalibrierung

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der Philips Brilliance 27E3U7903 zeigt weder auffällige Drifts noch unschöne Nichtlinearitäten. Das erstellte Matrix-Profil beschreibt den Zustand des Monitors sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Sämtliche Kalibrierungsziele wurden erreicht. Die Graubalance fällt gut aus, die Farbwerte bewegen sich insgesamt auf sehr hohem Niveau.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Bei den Farbwerten liefert der Philips Brilliance 27E3U7903 ein durchgehend stimmiges Ergebnis: Die durchschnittliche Abweichung liegt mit einem Delta E 2000 von 0,38 im exzellenten Bereich, und selbst die maximal gemessenen 1,61 bleiben deutlich unterhalb der Schwelle, ab der Farbfehler im praktischen Einsatz sichtbar würden.

Lediglich die Graubalance schwächelt etwas – vor allem bei der Range. Das Ergebnis bewegt sich insgesamt jedoch auch hier noch im Bereich „gut“ bis „befriedigend“.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)
Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Praktisch das gleiche Ergebnis zeigt sich im Vergleich zum Adobe-RGB-Farbraum. Die Graubalance kann sich hier aber auf ein durchweg gutes Ergebnis verbessern.

Eindeutig wieder auf Referenzniveau liegt die Farbwiedergabe. Mit einem durchschnittlichen Delta E 2000 von 0,37 und einer maximalen Abweichung von 1,22 bleibt der Philips 27E3U7903 klar unter der in der Praxis relevanten Sichtbarkeitsgrenze von Delta E < 2. Damit liefert der Monitor auch im Adobe-RGB-Modus eine farblich äußerst präzise und verlässliche Darstellung – etwas, was man vom Apple Studio Display vermutlich nicht erwarten darf.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)
Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Ein sehr ähnliches Bild sehen wir beim Vergleich mit dem DCI-P3-Farbraum. Die Grauwerte sind gut und die Farbabweichungen auch hier auf Referenzniveau
(Delta-E-2000-Average: 0,43; Delta-E-2000-Maximum: 1,39)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)
Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)

In den Farbräumen sRGB, Adobe RGB und DCI-P3 treten beim Philips 27E3U7903 praktisch keine Out-of-Gamut-Farben auf – ein direkter Vorteil seines sehr großen nativen Farbumfangs. Nur beim extrem großen ECI-RGB-v2-Farbraum lassen sich einige stark gesättigte Töne nicht vollständig darstellen und müssen daher an der Farbraumgrenze angenähert werden. Das erhöht in diesen Bereichen zwar das Risiko von Tonwertabrissen, doch bleibt die Farbpräzision insgesamt auf gutem Niveau (Delta-E-2000 Average: 1,05; Delta-E-2000-Maximum: 4,54).

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 70 Hz am HDMI-Eingang untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist im OSD unter der Bezeichnung „SmartResponse“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Schnell“, „Schneller“, „Am schnellsten“ und „Aus“. Ab Werk ist „Aus“ voreingestellt. In den Spezifikationen wird eine typische Reaktionszeit von 4 ms (GtG) genannt. Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger.

Overdrive, 70 Hz

Die Messergebnisse in den Overdrive-Stufen „Aus“ und „Schnell“ sind sehr ähnlich. In der Stufe „Schnell“ sind die Reaktionszeiten geringfügig schneller als ohne Overdrive. Die Abstimmung ist in beiden Stufen völlig neutral, ohne jegliche Überschwinger. Insofern kann man aus Qualitätsgründen die Stufe „Schnell“ als Standard verwenden.

70 Hz, Overdrive „Schnell“

Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 13,1 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 7,3 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 17,6 ms.

Diagramm 70 Hz: Schaltzeiten überwiegend sehr langsam
70 Hz: Schaltzeiten überwiegend sehr langsam
Diagramm: 70 Hz: Keinerlei Überschwinger
70 Hz: Keinerlei Überschwinger

Überschwinger sind keine zu beobachten. Die Abstimmung ist sehr neutral. Das Schaltzeiten-Diagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren und wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert. Aus Qualitätsgründen ist diese Stufe die beste Wahl.

Diagramm: Zusammenfassung

70 Hz, Overdrive „Schneller“

In der Overdrive-Stufe „Schneller“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 8,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 4,2 ms, womit die vom Hersteller genannte Reaktionszeit von 4 ms bei unserer Messung noch knapp verfehlt wird. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 10,1 ms.

Diagramm 70 Hz: Mittlere Schaltzeiten mit wenigen Ausreißern
70 Hz: Mittlere Schaltzeiten mit wenigen Ausreißern
Diagramm 70 Hz: Weitgehend neutrale Abstimmung mit lediglich vier auffälligen Werten
70 Hz: Weitgehend neutrale Abstimmung mit lediglich vier auffälligen Werten

Überschwinger sind kaum zu beobachten, lediglich vier Werte stechen hervor. Im Praxistest fallen sie aber nicht negativ auf, die Abstimmung kann als noch neutral angesehen werden. Wer schnellere Reaktionszeiten bevorzugt, kann diese Stufe bedenkenlos nutzen.

Diagramm: Zusammenfassung

70 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

In der höchsten Overdrive-Stufe messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 5,7 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 2,7 ms, womit die vom Hersteller genannte Reaktionszeit von 4 ms sogar deutlich unterboten wird. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 7 ms.

Diagramm 70 Hz: Überwiegend schnelle Schaltzeiten, aber mit Ausreißern
70 Hz: Überwiegend schnelle Schaltzeiten, aber mit Ausreißern
Diagramm 70 Hz: Massive Überschwinger, die zu Qualitätseinbußen bei der Bildqualität führen
70 Hz: Massive Überschwinger, die zu Qualitätseinbußen bei der Bildqualität führen

Überschwinger sind deutlich zu beobachten und führen auch zu Qualitätseinbußen bei der Bildqualität. Die Ingenieure wollten hier zu viel aus dem Panel herauskitzeln. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Philips 27E3U7903 ein Bildschirm für die Bildbearbeitung ist, verwundert diese Abstimmung etwas.

Diagramm: Zusammenfassung

Latenzzeit

Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelle Gamer und E-Sportler, da sie schnelle Reaktionen erfordern. Werte zwischen 5 und 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind 10 bis 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Werte über 25 ms können bei schnellen Bewegungen zu Verzögerungen führen und sind für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert.

Diagram: Lag-Messungen

Wir haben die Latenzzeit in der nativen Auflösung (5120 × 2880) bei 60 und 70 Hz am HDMI-Eingang gemessen.

Gaming

Der Philips 27E3U7903 ist ein Monitor für die Bildbearbeitung und nicht zum Spielen konzipiert worden. Overdrive ist zwar vorhanden, eine Sync-Technologie beherrscht der 27-Zoll-Bildschirm aber nicht.

Unter Blur Busters haben wir einige Tests durchgeführt, um eine Aussage über das Auftreten von Ghosting oder Korona-Effekten treffen zu können. Die Bewegungsschärfe der UFOs ist bei 60 Hz und 70 Hz schon sehr unscharf. In der Praxis sind Ghosting-Effekte in allen Overdrive-Stufen auszumachen. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in einer Richtung schneller sein als in der anderen.

Korona-Effekte konnten wir nur in der höchsten Overdrive-Stufe „Am schnellsten“ ausmachen, was sich mit unseren Messungen deckt. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Die Pixel können über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen, was zu einem hellen, inversen Geisterbild führt.

Der Philips 27E3U7903 ist weder zum Spielen gedacht noch geeignet.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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