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TESTBERICHT: Dell U2717D Teil 2


OSD

Das OSD des Dell U2717D ist kurz gesagt vorbildlich. Der Druck auf eine beliebige der vier Multifunktionstasten bringt das Grundmenü zum Vorschein. Damit hat man Schnellauswahlmöglichkeiten für die Wahl von Eingangsquelle und Bildmodus oder kann in das eigentliche Menü wechseln.

OSD: Schnellauswahl und Hauptmenü (Screenshot Handbuch Dell)

OSD: Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch Dell)

Das OSD ist gut strukturiert und weitgehend selbsterklärend. Die Einstellmöglichkeiten bei den Bildeinstellungen sind für den unkomplizierten Büro- und Allround-Einsatz konzipiert. Nur Bildbearbeiter dürften das eine oder andere vermissen.

Bildqualität

Sowohl der ohnehin extrem schmale Panel-Rahmen als auch die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein: Helligkeit 75, Kontrast 75, Schärfe 50, Gamma "PC", Farbeinstellung "k. A.", Bildmodus "Standard". Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Der Grauverlauf ist in der Werkseinstellung nahezu einwandfrei. Banding und Farbschimmer treten – auch nach Kalibrierung – nicht auf. Auffällig ist lediglich, dass das weiße Rechteck in der Bildmitte (100%-Weiß) ungewöhnlich stark separiert wirkt. Normalerweise müsste hier an den Rändern der Übergang zu Grau fließender verlaufen.

Graustufen

Auch bei der Graustufendarstellung schneidet der U2717D sehr gut ab. Selbst die hellsten und dunkelsten Stufen können vollständig differenziert werden. Nur bei den dunkelsten Stufen ist eine leichte Blickwinkel-Abhängigkeit festzustellen.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler und verlängerter Belichtung

Frontal und mittig betrachtet wirkt der Bildschirm recht homogen. Leichte Aufhellungen fallen vor allem in den Ecken auf, zum Teil mit rötlicher Einfärbung (oben), unten eher ins Bläuliche gehend. Bei seitlicher Betrachtung lässt der Schwarzwert allerdings schnell sichtlich nach und die Schirmoberfläche hellt sich deutlich auf. Insgesamt liegt der Dell U2717D hier in einem für IPS-Panel üblichen Bereich.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des Dell U2717D

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 374 cd/m². Das liegt sogar 7 % über der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 38 cd/m².

Die Kalibrierung erfordert so minimale Änderungen, dass sich auch danach an den oben genannten Werten nichts ändert. Mit einer Minimalhelligkeit von 38 cd/m² kann der Dell U2717D ziemlich weit heruntergeregelt werden, so dass ein Arbeiten in absoluter Dunkelheit problemlos möglich ist.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei guten 938:1.

Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 5,61 % zufriedenstellend, der Maximalwert mit 10,55 % sogar gut. Die Farbhomogenität fällt ebenfalls zufriedenstellend aus. Die Maximalabweichung beträgt in der oberen linken Ecke 3,94 Delta C. Auch subjektiv ist die Ausleuchtung vor allem für einen Monitor, der schwerpunktmäßig für Büroaufgaben genutzt wird, durchaus gelungen.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Links das Coating des Dell U2717D, rechts das Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Dell U2717D besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des U2717D bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Blickwinkelneutralität des Dell U2717D ist IPS-typisch ausgezeichnet. Die Farben bleiben auch bei extremen Blickwinkeln stabil, lediglich die Helligkeit nimmt etwas ab. Interessanterweise geht auch in dunklen Bildbereichen lediglich etwas die Detailzeichnung verloren. Im Gegensatz zum komplett schwarzen Bild ist aber keine massive Aufhellung festzustellen. Für reale Bilder fällt sie also kaum ins Gewicht. Auf der Abbildung hat man bei den Bildern mit seitlichem Betrachtungswinkel den Eindruck, als würde sich die Farbtemperatur generell etwas in den wärmeren Bereich verschieben. Subjektiv können wir das mit freiem Auge nicht feststellen.

Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung 50 scheint gut gewählt, wir haben sie für den Test nicht verändert.

Testgrafik: Links nativ, rechts 1280-x-720-Vollbild

Textwiedergabe: Links nativ, rechts 1280-x-720-Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Neben dem nativen 16:9-Format bietet das OSD auch die Seitenverhältnisse 4:3 und 5:4 an. Im Test konnten auch 4:3- und 5:4-Auflösungen problemlos zum Vollbild skaliert werden – natürlich mit den dann entstehenden, unvermeidlichen Verzerrungen. In Summe können Interpolation und Skalierungsmöglichkeiten des Dell U2717D voll und ganz überzeugen.

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1 Kommentar vorhanden


Hallo, ich habe mir letzte Woche zwei Dell U2717DA gekauft (Version mit Schwenkarm) und bin auf Anhieb erstmal enttäuscht, vor allem von der Blickwinkelstabilität. - Ich hatte bisher zwei Dell U2713HM, mit denen ich im Großen und Ganzen zufrieden bin, einziger Kritikpunkt am alten Modell bisher: Nuancen der Farbe Schwarz gehen beim U2713HM zu schnell unter. - Zum Neuen: Der schlanke Rahmen des U2717D war so verlockend, dass ich mich für ein Upgrade entschieden habe: Im direkten Vergleich vom alten U2713HM und neuem U2717D schneidet der Neue bei dunklen Bildern aber gar nicht gut ab: Vor allem im Bereich Blickwinkelstabilität, kippen dunkle/schwarze Bereiche in den Randbereichen schnell in "milchiges Schwarz" um, und bei zwei 27ern nebeneinander muss man zwangsläufig ständig schräg aufs Bild gucken. - Insgesamt löst das gesamte Bild/Darstellung des neuen U2717 bei mir leider keinen WOW-Effekt aus, ich werde den Monitoren noch ein paar Tage Eingewöhnungszeit gönnen, bevor ich entscheide ob ich die Geräte umtausche und mich vielleicht Richtung Eizo 2750-BK orientiere...

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