4K-UHD-Fernseher schon jetzt kaufen?

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Einleitung

Die Entwicklung der Bildschirme ist spannend wie nie zuvor: Sie werden zunehmend schmaler, leichter, intelligenter, energiesparsamer und seit geraumer Zeit kommen sie gewölbt sowie in Ultra High Definition (kurz: UHD) daher. Als Vorreiter sind Anzeigegeräte von Samsung zu nennen, wie zum Beispiel die UHD-Serie.

Diese Modelle sind nicht nur gekrümmt, sondern kommen sogar noch mit doppelter HD-Auflösung (2160p statt 1080p) daher – also satten 3840 mal 2160 Pixeln. Diese Auflösung wird auch einfach 4K-UHD genannt.

Natürlich gibt es auch andere Anbieter, die günstig mit 4K-UHD-Auflösung locken, aber gänzlich ohne die Krümmung. Doch lohnt sich der Umstieg von der glatten hin zur gebogenen Anzeige überhaupt? Welche Modelle gibt es überhaupt? Wie schlagen sich die günstigen 4K-TVs im Vergleich? Und lohnt 4K-UHD-Auflösung überhaupt schon?

Grafik mit den Größenverhältnissen von SD bis zu 8K UHD
Größenverhältnisse von SD bis zu 8K UHD. Dabei ist zu beachten, dass 4K wie auch 8K unter den Begriff UHD fallen. (Bild: Wikipedia Lizenz: CC0 1.0)

Mit oder ohne Krümmung?

Zunächst waren gewölbte TVs nur mit OLED-Technik realisierbar. Später gelang es Forschern, auch LCD-Geräte zu wölben. Wohingegen OLEDs im Curved-Design für die meisten wohl unerschwinglich sind, liegen LCDs im weitaus realisierbareren Budgetrahmen.

Beispielsweise kostet der LG 55EA9709 bei Amazon mit einer Diagonale von 55 Zoll derzeit 3.700,00 Euro. Dagegen ist bei Amazon der UE55H8090 Curved von Samsung mit LED-Technologie für gut die Hälfte erhältlich. Beide verfügen allerdings nur über eine Full-HD-Auflösung.

Curved LG OLED CINEMA 3D Smart TV
LGs CURVED OLED CINEMA 3D Smart TV mit gebogenem 138 cm (55 Zoll) Display und transparentem Standfuß. (Bild: LG)
Curved Samsung UE55H8090 TV ist mit LED statt OLED ausgestattet
Der gewölbte Samsung UE55H8090 ist mit LED statt OLED ausgestattet, kostet dafür aber deutlich weniger. (Bild: Samsung)

Hingegen sind 4K-LED-TVs im Curved-Design bisher nur von Samsung erhältlich. Zu nennen wären hier der Samsung UE65U8290 und der UE65HU8500 (Amazon Link). Beide stammen aus der S8 Serie und beindrucken durch das Zusammenspiel aktiver 3D-Shuttertechnolgie und der Krümmung. Damit wirkt das Bild plastischer, verleiht mehr Tiefe und Räumlichkeit. Zusätzlich entsteht ein schmaler Panorama-Effekt. Die genannten Effekte sind umso größer, je mehr Zoll der Bildschirm besitzt.

65 Zoll Samsung UE65HU8500 TV, ebenfalls Curved
Samsung UE65HU8500: Mit ganzen 65 Zoll zieht es den Betrachter bei geringem Sitzabstand mitten ins Geschehen rein. ( Bild: Samsung)

In einem Praxistest konnte der Curved TV UE48H8090 von Samsung auf ganzer Linie überzeugen. Der Panorama-Effekt weiß zu begeistern und die 4K-UHD-Auflösung ist eine Steigerung, von der man nur schweren Herzens wieder wegsehen möchte. Ein Blick auf einen flachen Bildschirm wirkt dagegen schnell langweilig. So mag es auch ungewohnt sein, so nah an einen Fernseher heranzutreten und trotzdem scharf zu sehen.

Dank der Curved-Technologie erscheint das Bild nochmal größer und realistischer. Genauso wirkt die Form angenehmer fürs Auge – immerhin ist die Linse des Auges auch keine flache Scheibe. Schaut man von der Seite, wirken die Farben und der Kontrast unverändert. Die Blickwinkelstabilität macht einen sehr guten Eindruck.

Doch wie ändert sich der Gesamteindruck bei mehreren Personen? Immerhin schaut ein Betrachter direkt aus der Mitte. Mehrere Betrachter schauen hingegen dezentral. Ist der Panaroma- und Tiefeneffekt der gleiche?

Grafik von Samsung zeit die optimale Sitzposition vor einem Curved TV
Die Grafik von Samsung zeigt, wie es in der Praxis aussieht. Doch was passiert, wenn mehrere Personen auf den gewölbten Fernseher schauen? (Bild: Samsung)

Das hängt von zwei Faktoren ab: Von der LCD-Größe und dem Sitzabstand. Bei zu kleiner LCD-Größe und vier Betrachtern, die einen großen Sitzabstand haben, ist ein gekrümmter Fernseher mit weniger als 48 Zoll suboptimal. Hier wäre der flache Bildschirm besser geeignet, außer man wählt eine geeignete Größe. So wären 65 oder besser noch 78 Zoll bei einem Sitzabstand von zwei bis drei Metern ideal für vier Personen geeignet. Alles was unter 48 Zoll ist, wäre nur zwei Personen bei geringem Sitzabstand zu empfehlen. Nichtsdestotrotz sollte man sich einen eigenen subjektiven Eindruck verschaffen.

Flexible TVs: Es geht auch beides!

Natürlich sind die gekrümmten Fernsehgeräte klasse, doch liegt die Zukunft klar und deutlich bei Flexible TVs. Sie sollen es erlauben, zwischen flach und krumm auf Knopfdruck zu wechseln. Möglich ist das durch die biegbaren OLED-Displays. Dazu kann der Krümmungsgrad nach Belieben eingestellt werden.

Auf der CES 2014 wurde bereits von LG ein „flexible OLED TV“ vorgestellt, der sich auf Kommando dehnt. So lässt er sich nach Belieben einstellen, ob man das perspektivisch-plastisch wirkende Bild oder das flache Bild betrachten möchte. Bis diese Technologie jedoch auf dem Markt erscheint und wieviel sie kosten wird, ist bisher noch nicht absehbar. Wer also nicht mehr jahrelang warten möchte, kann beruhigt zum Curved-Modell greifen.

LG's flexible OLED TV bends at your command

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LGs flexible OLED TV auf der CES 2014 (YouTube Video)

Ohne Krümmung? Aber Vorsicht vor diesen UHD-TVs!

Was kann man bei einem Kauf von einem 4K-UHD-TVs falsch machen? PRAD-Redakteur Florian Friedrich hat sich die Geräte der chinesischen TV-Hersteller Blaupunkt, Changhong und Hisense genauer angesehen und hat zehn Gründe ausfindig gemacht, die gegen eine Anschaffung eines billigen 4K-UHD-Fernseher sprechen. Von außen betrachtet wirken die Geräte zwar hochwertig, doch schwächeln die Displays und die Software arg.

So kritisiert Florian Friedrich den schlechten Bedienkomfort, dürftige Einstellungsmöglichkeiten, spärliche TV-Ausstattung, abgespecktes Smart-TV, fehlende 4K-Unterstützung der integrierten Mediaplayern, mangelnde Farbabstimmung, niedrige Kontraste, störende Ghostingeffekte, sichtbare Artefakte, schlechte 3D-Bild-Qualität und ein Support mit vielen offenen Fragezeichen.

Demnach empfiehlt Florian klipp und klar, nicht den Pixeln blind nachzujagen, denn nützt eine erhöhte Auflösung nur wenig, wenn das Gerät in wenigen Jahren schon reif für die Abstellkammer ist. Derzeit sind die Markengeräte von Samsung, Sony, LG und Co. sicherlich teurer, doch sind sie ihr Geld eher Wert, als die billigen Vertreter – vor allem aus den genannten Gründen. Deshalb sollte man entweder zukunftssicher investieren, oder die Finger von lassen und noch Pi mal Daumen ein Jahr warten. Da werden die Top-Modelle erschwinglicher sein. Im unteren Video erklärt Florian die aufgeführten Defizite ausführlich.

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