Beamer Kaufberatung – Leitfaden und Orientierungshilfe
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Tipps zu Kontrast, Schwarzwert und Auflösung

Apropos Kontrast: Einmal mehr ist dieses Thema vor allem dann wichtig, wenn Ihr Beamer vorrangig tagsüber genutzt wird. Dann erweist sich ein größeres Kontrastverhältnis als besser. Eng mit Lichtstärke und Helligkeit verbunden ist die Beamer-Auflösung. Sie ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt, wenn es um die Darstellung von Grafiken, Bildern oder auch Schriften geht. Die Auflösung gibt an, aus wie vielen Pixeln (also Bildpunkten) sich ein Bild zusammensetzt.

Drei der derzeit wichtigsten Standards mit der jeweiligen Auflösung

  • WXGA (1280 x 800 Pixel)
  • WUXGA (1920 x 1200 Pixel)
  • Full HD (1920 x 1080 Pixel)

Aus Expertensicht definieren die diversen Auflösungen in gewisser Weise die Qualitätsstandards sowie die verschiedenen Preisklassen und Projektor-Generationen. Neben den drei genannten Auflösungen entstanden über die Jahre natürlich noch etliche andere, die nun kurz präsentiert werden sollen

  • SVGA (Auflösung 800 x 600 Pixel & Bildformat 4:3) – im Prinzip die preisgünstige Einsteigerklasse, deren Qualität heute nicht mehr den Nutzerwünschen entspricht
  • XGA (1024 x 768 Pixel & Bildformat 4:3) – ebenfalls Einsteiger-tauglich, dabei aber teilweise im Business-Segment eingesetzt
  • HD ready (1280 x 720 Pixel & Bildformat 16:9) – geeignet fürs Home-Cinema
  • 4K (3840 x 2160 Pixel, Bildformat 16:9) – ideal fürs High-End-Heimkino

Das Format WXGA wird den meisten auf mobilen Rechnern gebräuchlichen Darstellungen gerecht, weshalb Beamer mit dieser Auflösung oft auch als bezahlbare Variante eines Projektors für Business-Bereiche und Multimedia-affine Anwender empfohlen wird.

Die Wiedergabe per WUXGA-Beamer übertrifft die Qualität aber nochmals und zeichnet sich darüber hinaus durch mehr Entfaltungsspielraum hinsichtlich der maximalen Darstellung auf dem Bildschirm und damit auf der Leinwand aus. Diese Eigenschaft werden Sie unter anderem zu schätzen wissen, sollten Sie regelmäßig mit umfangreichen Tabellen arbeiten. PowerPoint-Anwendungen überzeugen hier im 16:10-Bildformat ebenso, sodass der Einsatz im Office-Umfeld nahe liegt. Mit seinem 16:9-Format hat sich Full HD längst einen Ruf als Beamer-Allround-Talent erarbeitet. Denn die Modelle genießen im anspruchsvollen Heimkino wie bei technischen aufwendigen Business-Präsentationen einen ausgezeichneten Ruf.

Welcher Standard bringt mir den größten Nutzen?

Drängende Frage nach Lektüre dieser Aufstellung ist nun: Über wie viele Pixel sollte mein Beamer mindestens verfügen? Eine höhere Pixeldichte bedeutet in erster Linie, dass das Bild schärfer ist. Welche Auflösung die richtige ist, entscheiden Sie als zukünftiger Nutzer selbst – anhand des späteren Einsatzzwecks. Auch die Bildquelle, also wie das Bildmaterial zugespielt wird, sollte berücksichtigt werden. Egal ob DVDs, Blu-rays oder Streaming in 1080p oder 4K, ein Full-HD-Beamer sollte es schon sein. Aber auch Gaming-Fans sind bei diesen Modellen an der richtigen Adresse. 4K-Beamer sind für echte Technik-Fans reizvoll, zumal sie dank Upscaling (bei entsprechend gutem Receiver-Equipment) mittlerweile aus Full-HD-Inhalten 4K-Content machen können!

Kontrastverhältnis – eines der zentralen Kaufargumente

Der besagte Kontrast gilt vielen Insidern als das entscheidende Merkmal für gute Heimkino-Resultate, wobei auch der Schwarzwert an dieser Stelle im Mittelpunkt der Beamer-Kaufberatung stehen muss. Beide Faktoren gemeinsam sind das A und O für die erhoffte Bildqualität. Der Kontrast ist per Definition das Verhältnis zwischen Helligkeit und Dunkelheit. Ein höheres Kontrastverhältnis spricht für eine bessere Bildqualität. Der Grund ist darin zu sehen, dass die Differenzen zwischen Hell und Dunkel innerhalb eines Bildes für unsere Augen besser erkennbar sind. Ist von einem Kontrastverhältnis von 3000:1 die Rede, bedeutet dies im Klartext, dass ein komplett weißes Projektorbild 3000-fach heller als ein gänzlich schwarzes Bild ist.

Aussagen der Hersteller zum Kontrastverhältnis kritisch bewerten

In den vergangenen Jahren lieferten sich die Entwicklungsabteilungen der Beamer-Hersteller einen harten Wettbewerb. Inzwischen sind Werte von weit mehr als 100 000:1 gang und gäbe, wobei es sich hier um dynamische Werte handelt. Beim statischen Kontrastwert bewegen sich die Standards im unteren vierstelligen Bereich, ein Verhältnis von 3000:1 ist aus Expertensicht bereits recht hoch angesetzt. Die theoretischen Informationen zum dynamischen Kontrast haben nur bedingt eine Aussagekraft und mit der Realität oft wenig gemeinsam. Die Höchstwerte wären meist nur mit Extras wie einer Lampenblende realisierbar.

Der Schwarzwert als wichtige Basis des Kontrasts

Hinter dem Schwarzwert wiederum verbirgt sich die tatsächliche Dunkelheit eines schwarzen Bildes, welche ihrerseits in Lumen angegeben wird. Nur wenn der Schwarzwert Ihres neuen Beamers gut ausfällt, kann der Kontrast seine Stärken entfalten. Zu sagen ist, dass der Schwarzwert auf einem möglichst niedrigen Level liegen sollte. Denn je dunkler das Schwarz, desto realitätsgetreuer nimmt das menschliche Auge Stand- und Bewegtbilder wahr.

Von DLP bis LED – welche Technologie für welchen Nutzer?

Wie in allen technischen Bereichen kämpfen die Hersteller ständig um die Vorherrschaft, was für die Kunden nur gut sein kann. Denn so entstanden und entstehen in Regelmäßigkeit neue Technologien und Verfahren, die für noch mehr Komfort und Qualität sorgen. Indes: Die genauen Unterschiede der gängigen Projektortechnologien sind vielen Nutzern gar nicht bekannt, sie verlassen sich nicht selten allein auf die vielversprechenden Produktbeschreibungen der Anbieter. An dieser Stelle sollen deshalb die momentan wichtigsten Varianten inklusive ihrer Vor- und Nachteile vorgestellt werden. Nach dem Lesen dieses Teils der Beamer-Kaufberatung sollten Sie genau zwischen den Standards LCD, LED und DLP unterscheiden können.

Die drei genannten Ansätze sind wie erwartet nicht die einzigen. Darüber hinaus wurden am Markt zusätzliche Beamer-Technologien schrittweise weiterentwickelt. Die individuelle Namensgebung der Hersteller macht es vor allem Laien nicht unbedingt leicht, den Überblick zu behalten.

Die „alternativen“ Technologien LCoS, SXDR und D-ILA

Bevor wir uns eingehend mit den drei zentralen Technologien am Beamer-Markt befassen, soll zunächst eine Quasi-Sonderklasse thematisiert werden, die von verschiedenen Herstellern angeboten wird. Diese sind die Varianten SXDR und LCoS auf der einen und D-ILA auf der anderen Seite. LCoS ist ein Standard des Entwicklers Canon, wobei die Abkürzung für die Technik steht. Im Hause Sony gebraucht man den Namen „Silicon X-tal Reflective Display“, kurz SCRD. Der japanische Hersteller JVC setzt auf „Direct-Drive Image Light Amplification“ (D-ILA). Allen drei Ansätzen ist gemein, dass die verbauten Panels nicht – wie sonst etwa bei DLP-Beamern weitgehend Usus – das abgestrahlte Licht durchlassen, sondern es reflektieren. Technologisch ähneln die Systeme einer typischen LCD-Bauweise. Aus technischer Sicht verbinden die drei genannten Standards verschiedene positive Eigenschaften von DLP- sowie LCD-Projektoren. Nachteile dieser Geräte sind insbesondere die recht hohen Verkaufspreise. Zudem liegen den Technologien eher geringe Lumen-Werte zugrunde.

Vorteile LCoS, SXDR und D-ILA

  • das Fehlen des sogenannten „Fliegengitter-Effekts“
  • das gute Kontrastverhältnisdie
  • flächendeckend hohen Auflösungen

Wegen der dargelegten Stärken finden SXDR, LCoS und D-ILA in erster Linie im Home-Entertainment- und Heimkino-Sektor Verwendung. Die Geräte dieser Typen nehmen insgesamt am Markt für Beamer neben den Technologien DLP, LED und LCD allerdings eher einen Nischenplatz ein. Aus diesem Grund soll diese kurze Zusammenfassung auch ausreichend sein, bevor wir uns im Folgenden der drei am häufigsten genutzten Technologien annehmen.

Was leisten Projektoren eigentlich genau?

In den nächsten Abschnitten stellen wir die individuellen Vor- und Nachteile der Beamer mit LED-, LCD- und DLP-Technologie auf den Prüfstand. Erkennen werden Sie dabei unter anderem, dass die Geräte noch heute recht ähnlich arbeiten – wie Hilfsmittel, die viele Anwender noch aus ihrer Kindheit kennen. Beispielsweise der Dia-Projektor, auf dem alljährlich die Urlaubsfotos betrachtet wurden, und auch der Overhead-Projektor in der Schule funktionierte damals wie heute bereits mit dem gleichen Ansatz. Das Prinzip dabei ist denkbar einfach zu verstehen. Ein Leuchtmittel beziehungsweise dessen Licht wird durch eine farbige Fläche geleitet. Während dieser Prozedur entsteht ein bestimmtes Bild, welches zunächst durch eine Linse (auch Objektiv) und anschließend auf eine Leinwand projiziert wird. Zuvor allerdings kommt es zu einer Vergrößerung des Bildes durch das Objektiv.

Der Unterschied zwischen heutigen Beamer-Modellen und den Geräten von damals ist darin zu finden, dass moderne Elektrogeräte nicht mehr mit statischen, sondern natürlich bewegten Bildern arbeiten – zumindest, wenn die Projektoren zum Betrachten von Filmen und anderen Bewegtbildformaten Verwendung finden. Genau diesen Wechsel vom statischen zum bewegten Bild erreichen die unterschiedlichen Beamer-Technologien auf verschiedene Weise, wie wir nachfolgend noch sehen werden.

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