Lesertest EIZO CS2731 – Farbwiedergabe überzeugt restlos

27 Zoll Monitor der ColorEdge-Serie wird von zwei freiberuflichen Gestaltern, auch im Bereich Fotografie, im täglichen Arbeitseinsatz beurteilt (Werbung)

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Einleitung und Testumfeld

Wir arbeiten beide als freiberufliche Gestalter – Carolin außerdem als Fotografin – und teilen uns mit zwei weiteren Designern ein gemeinschaftliches Büro. Auch wenn wir unsere Schwerpunkte in unterschiedlichen Bereichen haben, die entsprechend verschieden eingerichtete Arbeitsplätze und Ansprüche mit sich bringen, gibt es ein paar grundlegende Anforderungen, die wir gemein haben. Einer davon ist der Bedarf nach qualitativ guter, verlässlicher und dabei ergonomisch verträglicher Bilddarstellung. Dementsprechend benutzen wir schon seit einigen Jahren Monitore von EIZO. Bisher arbeiten wir allerdings mit den günstigeren 24″-Einsteigermodellen der (eigentlich fürs Gaming gedachten) Foris-Serie. Diese Bildschirme decken recht zuverlässig den sRGB-Farbraum ab und sorgen als Referenz für den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Ansicht von Caros ursprünglichem Arbeitsplatz
Ansicht von Caros ursprünglichem Arbeitsplatz
Ansicht von Erics ursprünglichem Arbeitsplatz
Ansicht von Erics ursprünglichem Arbeitsplatz

Kombiniert werden die Foris-Bildschirme einerseits (Caro) mit einem 15″-MacBook-Pro (2015) und andererseits (Eric) mit einem Mac mini (2018) mit via Sidecar gekoppeltem 12,9″-iPad-Pro (2018).

Für einen gewissen Teil unserer Aufträge kommen wir sehr gut mit sRGB als Arbeits- und Ausgabefarbraum aus, da es sich um Webgrafiken und -animationen handelt. Bei Print- und Fotoprojekten vertrauen wir bislang auf unsere Erfahrung und Referenzfächer. Gerade daher freuen wir uns, den EIZO CS2731 testen zu dürfen, vor allem in den Bereichen Print und Fotografie.

Erwartung

Von EIZOs neuem Bildschirm erhoffen wir uns eine Verbesserung unseres Workflows. Einerseits durch den erweiterten Farbraum, aber auch allein der reinen Größe des Monitors wegen. Das Upgrade von 24 auf 27″ sollte es uns ermöglichen, Programmoberflächen mit wesentlich mehr Werkzeug- und Bearbeitungs-Panels zu personalisieren, ohne dabei auf Zeichen- und Arbeitsfläche zu verzichten. Außerdem gehen wir davon aus, dass die USB-C-Schnittstelle dabei hilft, die Produktivität zu erhöhen und neue Gerätekombinationen auszuprobieren.

Abgesehen davon macht der USB-C-Standard einen recht zukunftssicheren Eindruck. Zu guter Letzt spielen bei uns auch ergonomische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle. Aufgrund unseres Arbeitsfeldes sind wir je nach Workload zwischen 6 und 12 Stunden am Tag vor dem Bildschirm. Diese Zeit wollen wir nach Möglichkeit ohne größere Beeinträchtigungen verbringen, und das Ganze sollte auch langfristig so bleiben oder sich verbessern.

Lieferumfang

Wenn man zu Beginn den Karton mit dem CS2731 in den Händen hält, fragt man sich schon erst mal, wie einschüchternd groß das eigentliche Gerät sein wird. Nach dem Öffnen wird klar, dass der bereits auf seinem Standfuß vormontierte Monitor nur darauf wartet, gleich aufgestellt zu werden. Das ist nicht nur praktisch, sondern vermittelt durch die zusätzliche Knautschzone auch eine gewisse Transportsicherheit. Gepolstert ist der Monitor mit ausreichenden und angepassten Styroporteilen.

Ansicht des Monitors Eizo CS2731 in seiner Verpackung während des Auspackens
Ansicht des Monitors in seiner Verpackung während des Auspackens
Lieferumfang des EIZO CS2731
Lieferumfang des EIZO CS2731

Im Lieferumfang sind Kabel für USB-C, HDMI und den USB-Hub sowie ein Netzstecker enthalten. Darüber hinaus gibt es einen steckbaren Kunststoffring, der als simples Kabelmanagement an der Rückseite des Standfußes angebracht werden kann. Das hat sich schon bei den anderen EIZO-Monitoren in unserem Büro als einfache und doch sehr nützliche Maßnahme gegen Kabelsalat herausgestellt, und daher sind wir froh, dass es diese Lösung auch beim CS2731 wieder gibt. Kabel für DVI und DisplayPort sind nicht im Lieferumfang enthalten, wobei erstgenannte Schnittstelle bei eher älteren Geräten zum Einsatz kommt. Wir gehen davon aus, dass Nutzer, die diese Anschlüsse benötigen, auch entsprechende Kabel zur Hand haben. Um beispielsweise DVI zu testen, haben wir letztlich einen alten Mac mini von 2009 reaktiviert. Unterm Strich wäre es aber auch nicht schlimm gewesen, wenn für alle Anschlüsse auch passende Kabel enthalten wären.

Optik und Mechanik

Der Bildschirm macht für unser Empfinden einen sehr wertigen Eindruck. Das Gehäuse ist aus mattiertem schwarzen Kunststoff gefertigt und auf der Rückseite mit mattsilbernen Highlights am Griff und dem EIZO-Logo abgesetzt. Letztere stechen aber nicht unangenehm hervor, sondern unterstreichen eher den Eindruck eines qualitativen Produkts. Der Panel-Rahmen ist, wie für Bildschirme dieser Klasse üblich, mit 20 mm relativ dick. Ebenso hat das Gerät eine nicht zu verachtende Tiefe. Aus unserer Sicht gehört diese etwas bulligere und präsentere Bauweise aber dazu und unterstreicht, dass es sich um ein ernst zu nehmendes Arbeitsgerät handelt und nicht um ein Lifestyle Produkt.

Passend dazu verfügt der CS2731 über ein angenehm hohes Gewicht, was die wahrgenommene Stabilität zusätzlich untermauert. Die Höhenverstellbarkeit läuft flüssig, wenn man denn den zu Beginn relativ hohen Widerstand erst einmal überwunden hat. Im Umkehrschluss bleibt der Monitor aber auch sehr zuverlässig auf seiner einmal eingestellten Höhe. Ähnlich zum Justieren der Höhe verhält es sich beim Drehen des Bildschirms. Er hat durch sein Eigengewicht einen merklichen, aber problemlos überwindbaren Widerstand, was uns auch das Vertrauen gibt, dass er sich nicht einfach durch ein unbeabsichtigtes Anstoßen unbemerkt verstellt. Anschließend lässt er sich sehr gleichmäßig bewegen. Laut Datenblatt lässt sich der Monitor um 344 Grad drehen, was bedeutet, dass der Bildschirm fast eine komplette Rotation zulässt.

Wir haben zwar keinen Winkelmesser angelegt, aber auch ohne Kontrolle können wir bestätigen, dass der Proband sich extrem weit drehen lässt, ohne dass er seinen angestammten Platz verlässt. Besonders angenehm empfinden wir hierbei, dass die Drehscheibe sich im Standfuß befindet und sich somit das gesamte Gehäuse dreht und nicht nur die Verbindung vom Fuß zum eigentlichen Bildschirm. Auch fühlt sich das Drehen tatsächlich so an und nicht wie ein Verschieben, wie es uns bisher bei anderen Monitoren aufgefallen ist.

Das Neigen des Bildschirms ist um 5 Grad nach vorn und bis zu 35 Grad nach hinten möglich und hat wie die anderen Positionseinstellungen einen angenehmen initialen Widerstand. Eine Pivot-Funktion ist ebenfalls vorhanden, allerdings benutzen wir diese nicht, weswegen wir nicht wirklich die geeigneten Meinungsgeber über deren Qualität und Umsetzung sind. Grundlegend lässt sich der Bildschirm aber problemlos ins Hochformat drehen, wobei er dazu leicht nach hinten geneigt werden sollte. Auf der Rückseite befindet sich direkt unter dem EIZO-Logo ein Tragegriff – ein nettes Feature, aber mit Vorsicht zu genießen. Ausgehend von unseren Erfahrungen mit den anderen Bildschirmen mit Tragegriffen, die wir im Büro haben, war der Umgang mit dem CS2731 schon eine kleine Umstellung.

Da wir das Modell für die Tests je nach Aufgabenverteilung zwischen zwei Arbeitsplätzen aufgeteilt haben, ist es zu der einen oder anderen Schrecksekunde gekommen: Wenn man den Monitor am Griff anhebt, sorgt das recht hohe Eigengewicht des Standfußes erst einmal dafür, dass der Bildschirm auf seine maximale Höhe ausfährt, bevor sich der Fuß von der Arbeitsfläche trennen lässt. Für einen Moment hat man dann das Gefühl, ins Leere gegriffen zu haben. Im Normalfall wird ein Bildschirm aber ohnehin nicht ständig bewegt.

Geräuschentwicklung

Die einzigen wesentlichen Geräusche, die der CS2731 abgegeben hat, waren die Pieptöne, die das Bedienen des Sensorfeldes begleiten. Die Signaltöne lassen sich aber auch im OSD (On-Screen-Display) ausstellen. Ansonsten macht sich das Display akustisch nicht bemerkbar. Kein Brummen, kein Surren, einfach ein angenehmes Arbeiten.

Ausstattung und Anschlüsse

USB-C, HDMI und DVI funktionieren einwandfrei. Gerade die Stromversorgung mittels USB-C bringt in unserem/meinem Setup Vorteile, da ich das iPad Pro via Sidecar als zusätzliches (touchfähiges) Desktop-Display betreibe und nun den Ladestrom vom CS2731 beziehen kann. Der verbaute USB-Hub funktioniert einwandfrei und ist bestimmt für den einen oder anderen Anwender interessant. Durch Cloud-gestütztes Arbeiten kommt es bei uns immer seltener vor, dass wir mit Wechseldatenträgern zu tun haben. Aber es gibt auch Anwendungsszenarien wie z. B. in der Bild- und Druckvorstufe, wenn direkter Kundenkontakt besteht. Hier ist es durchaus hilfreich, wenn man die USB-Sticks nicht umständlich an den Rechner unterm Tisch fummeln muss, sondern einfach seitlich am Display einsteckt. Die Datenübertragung des USB-Hubs läuft entweder über das mitgelieferte USB-Kabel oder kombiniert über den USB-C-Anschluss. Letztere Variante sorgt dementsprechend zusätzlich dafür, dass der Monitor mit nur zwei angeschlossenen Kabeln (USB-C, Stromversorgung) auskommt, was nicht zuletzt die Anzahl der verbauten Komponenten am Arbeitsplatz verringert.

Unterm Strich haben wir das Gefühl, dass EIZO mit den bereitgestellten Anschlüssen alle relevanten Peripherien bedacht hat, wobei gerade der klassische DisplayPort und DVI dafür sorgen, dass auch ältere Setups weiterhin problemlos genutzt werden können. Wenn wir uns hier etwas wünschen würden, dann wäre es ein weiterer USB-C-Anschluss.