Lesertest EIZO CS2731 – Präzision und Farbverbindlichkeit direkt ab Werk

27 Zoll Monitor der CS-Serie aus Sicht eines freiberuflichen Filmemachers und Fotografen, der die Kalibrierung ab Werk sehr überzeugend findet (Werbung)

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Einleitung

Als freiberuflicher Filmemacher und Fotograf arbeite ich mit eigener oder angemieteter Technik, je nach Größe des Projektes auch mit anderen Kameraleuten, Cuttern usw. zusammen. Manchmal gebe ich Drehmaterial ab, manchmal ein fertiges Video oder Fotos oder ich bekomme diese zur Weiterverarbeitung. Dabei müssen verschiedenste Kamerasysteme, wie zum Beispiel Canon Mark IV, Sony FS7 II oder Red Scarlet, teilweise bei einem Projekt bildlich angeglichen werden. Die Anforderungen sind vielfältig, und ich möchte natürlich, dass das Material beim Empfänger so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe. Vor mittlerweile über sechs Jahren habe ich mir deshalb meinen ersten Hardware-kalibrierbaren Monitor von NEC gekauft.

Lesertest EIZO CS2731: Kandidat 1

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Video von Peter Wiesner zum EIZO CS2731

Erwartungen

Von EIZOs neuem CS2731 erhoffe ich mir ein Update auf den aktuellen Stand der Bildschirmtechnik. Kann ich mit diesem Monitor farbverbindlich arbeiten, und macht sich die höhere Auflösung in der Arbeit bemerkbar? An einem höhenverstellbaren Schreibtisch arbeitet man dynamischer – eine hohe Blickwinkelstabilität ist deswegen auch wichtig für mich. Dem Testbericht auf PRAD möchte ich insbesondere meine Eindrücke aus der Arbeit mit dem Monitor hinzufügen.

Die Erwartungen an EIZO waren groß
Die Erwartungen an EIZO waren groß
Arbeitsplatz mit EIZO CS2731
Arbeitsplatz mit EIZO CS2731

EIZO ist eine der bekannten Marken, wenn es um die präzise Wiedergabe von Farben am Monitor geht. Gedacht ist die CS-Serie als professioneller Einstieg, bei dem die Displays einen großen Farbraum anzeigen können und Hardware-kalibrierbar sind. Das heißt, dass die Daten der Kalibrierung direkt im Monitor gespeichert werden. Bei einer Abweichung muss die Grafikkarte so nicht gegensteuern, und mir bleibt der volle anzeigbare Farbumfang erhalten.

Lieferumfang

Der Monitor ist einfach, aber sicher verpackt. Kabel zu jedem Anschluss sind vorhanden (Anmerkung der Redaktion: HDMI- und Displayport-Kabel nicht im Lieferumfang). Das Netzteil befindet sich direkt im Gerät, sodass nur ein einfaches beigelegtes Netzkabel für die Stromversorgung ausreicht. Eine Kurzanleitung ist auch dabei. Software und das Handbuch stehen auf der Homepage von EIZO zum Download bereit. Das ist minimalistisch, und in der heutigen Zeit wünsche ich es mir auch genau so.

Einfache und effektive Verpackung
Einfache und effektive Verpackung
Lieferumfang des CS2731
Lieferumfang des CS2731

Optik und Mechanik

Der Monitor wird fertig montiert geliefert. Die Verarbeitung wirkt hochwertig. Das Gehäuse ist in edlem Schwarz gehalten. Selbst das Herstellerlogo mittig oben im Rahmen ist so dunkel, dass es unauffällig ist. Das Display ist entspiegelt. Auch der Rahmen ist schön matt. Das Gehäuse ist nicht ganz so schmal wie bei Consumer-Geräten, durch das geschwungene Design wirkt es modern und sehr schlicht. Mir gefällt das sehr gut. Eine Lichtschutzblende ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Diese ist ein wichtiges Zubehörteil und lässt sich auf der Homepage nachkaufen.

Das Display ist entspiegelt
Das Display ist entspiegelt
Das Design wirkt schlicht und modern
Das Design wirkt schlicht und modern

Der Monitor lässt sich mit gewissem Druck drehen und neigen und in der Höhe verstellen. Für das genaue Einstellen der Horizontalen verwende ich eine kleine Wasserwaage, die immer in der Nähe des Displays bleibt. Ganze 344 Grad lässt sich der CS2731 drehen. Die Neigung nach vorn und hinten finde ich ausreichend. Des Weiteren lässt er sich um 90 Grad in die Pivot-Stellung drehen. Dabei muss man allerdings die volle 155-mm-Höhenverstellung nutzen und den Monitor zusätzlich nach hinten kippen – dann klappt es. Sonst ist das Display zu groß und kommt nicht am Standfuß vorbei.

Tiefstmögliche Position nach vorn geneigt
Tiefstmögliche Position nach vorn geneigt
Höchstmögliche Position nach hinten geneigt
Höchstmögliche Position nach hinten geneigt

Der Fuß ist rund und trägt das gleiche matte Schwarz wie der Monitorarm und der Rahmen, was mir sehr gut gefällt. Beim Einstellen oder auch beim Wackeln am Tisch schwingt das Panel etwas nach.

Runder und schöner Fuß
Runder und schöner Fuß
Unter dem Logo ist ein Tragegriff
Unter dem Logo ist ein Tragegriff

Hinten am Standfuß hat EIZO eine Kabelhalterung vorgesehen, die bei Bedarf um 90 Grad gedreht werden kann. In der Praxis ist das funktional. Menschen wie ich, die am liebsten alle Kabel verstecken möchten, können die Kabel noch über den Monitorarm legen. Jetzt verdeckt dieser die Kabel. Eine Halterung dort ist bei anderen Modellen üblich und wäre mir lieber gewesen.

Der Kabelhalter erlaubt kein ordentliches Kabelmanagement
Der Kabelhalter erlaubt kein ordentliches Kabelmanagement
Mögliche Lösung, um die Kabel zu verstecken
Mögliche Lösung, um die Kabel zu verstecken

Geräuschentwicklung und Emission

Lediglich ein Klicken beim Ein- und Ausschalten und auf Wunsch ein akustisches Feedback beim Bedienen der Tasten – mehr ist in keiner Einstellung vom CS2731 zu hören. Das ist sehr erfreulich, denn EIZO konnte bei diesem Modell auf eine hörbare Lüftung verzichten.

Allerdings kommt hier mein größter Kritikpunkt: Aus den Lüftungsschlitzen oben kommt im Betrieb warme Luft und mit ihr ein chemischer Geruch. Dieser fällt deutlicher auf, wenn man den Raum wieder neu betritt. Der Professor würde sagen: „Alles, was riecht, emittiert.“ Für kopfschmerzempfindliche Menschen könnte das ein Trigger sein. Nach zwei Wochen und einer Betriebszeit von 65 Stunden ist dieser Geruch nur ein wenig geringer geworden.

Ein entspiegeltes Display ist entscheidend für mich, um einen Monitor überhaupt in Betracht zu ziehen. Die Entspiegelung ist beim CS2731 wirksam, hat aber keinen negativen Einfluss auf die Schärfe oder den Kontrast. Das Bild wirkt also trotz unterdrückter Spiegelung keinesfalls milchig.

Anschlüsse und USB-C

Auf der Unterseite befinden sich der Hauptnetzschalter und der Anschluss für das Netzkabel. Auf der anderen Seite sind die Anschlüsse für DVI, HDMI, DisplayPort und USB-C sowie ein USB-Typ-B-Ausgang und zwei USB-2.0-Eingänge zu finden.

Anschluss für Netzkabel und Schalter
Anschluss für Netzkabel und Schalter
Anschlüsse des Monitors unten
Anschlüsse des Monitors unten

An einer Seite des Monitors befinden sich dann noch zwei USB-3.1-Eingänge (Gen. 1). Ein wichtiges Highlight des CS2731 ist der USB-C-Anschluss. Es ist eines von diesen Features, über die ich mir nie Gedanken gemacht habe, die ich nach dem Test aber auch nicht mehr missen möchte. Die Idee mit dem USB-C-Kabel – ein Kabel für alles finde ich super – wird in der Praxis für viele allerdings nicht komplett funktionieren. Das Kabel soll zum Beispiel neben der Datenübertragung auch Strom für das Notebook liefern, bis zu 60 Watt. Das reicht jedoch für viele stärkere Rechner nicht. Mein Schnitt-Laptop hat beispielsweise ein 200-Watt-Netzteil. USB-C ist insgesamt auch nur für bis zu 100 Watt ausgelegt. Neben dieser Einschränkung könnte EIZO den Monitor als zentrale Schnittstelle auf dem Schreibtisch aber weiter ausbauen. Das ginge zum Beispiel mit einem LAN-Anschluss, welchen ich für eine schnelle Anbindung an das NAS verwende, oder einem Cardreader, zumindest für SD-Karten.

Seitliche USB-3.0-Eingänge
Seitliche USB-3.1-Eingänge
Arbeitsplatz vor Inbetriebnahme
Arbeitsplatz vor Inbetriebnahme

Super ist jetzt schon, dass ich über das eine USB-C-Kabel die USB-Anschlüsse am Monitor nutzen kann. An einem USB-2.0-Eingang habe ich ein Hub mit Peripheriegeräten wie Lautsprecher, Tastatur und Drucker angeschlossen. Zusätzlich sind auch die zwei USB-3.1-Eingänge an der Seite nutzbar. Diese haben im Test die gleiche Geschwindigkeit erreicht wie direkt am Laptop angeschlossene Komponenten. Mobile Geräte haben immer zu wenig schnelle USB-Anschlüsse, sodass diese Funktionalität beim CS2731 ein echter Mehrwert ist.

Auf technische Schwierigkeiten stoße ich dennoch: Sobald ich die Stromzufuhr nach dem Herunterfahren meines Schnitt-Laptops durch einen Netzschalter unterbreche, funktioniert der USB-C-Anschluss nicht mehr. Jetzt muss ein Reset (gleiche Wirkung wie kurz den Akku zu entnehmen) durchgeführt werden.

Viele Steckplätze sind belegt
Viele Steckplätze sind belegt
Durch das USB-C-Kabel wird es übersichtlicher
Durch das USB-C-Kabel wird es übersichtlicher

Bei einem zweiten Test-Laptop musste ich ins versteckte „Administratormenü“ des Monitors und das USB-C-Signal auf „extra“ stellen. Erst seitdem klappt die Verbindung überhaupt – einmal pro Session. Nach dem Trennen des USB-C-Kabels muss der Laptop erst heruntergefahren und neu gestartet werden, damit das Bild wieder beim Monitor ankommt.

Diese Fehler scheinen Software-bedingt und waren herstellerübergreifend bei Acer und Lenovo vorhanden. Ob der Monitor etwas mit diesen Fehlern zu tun hat, kann ich noch nicht sagen. Ein USB-C-Hub an meinem Schnitt-Laptop lief bis jetzt aber ohne Probleme.