Lesertest EIZO CS2731 – Präzision und Farbverbindlichkeit direkt ab Werk
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27 Zoll Monitor der CS-Serie aus Sicht eines freiberuflichen Filmemachers und Fotografen, der die Kalibrierung ab Werk sehr überzeugend findet (Werbung)

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Bedienung

Das Menü ist per Touchtasten zu bedienen, die sehr gut reagieren. Es ist übersichtlich aufgebaut und leicht verständlich. Die Tastenbeleuchtung ist ein mattes Weiß und kann in sieben Stufen gedimmt oder ganz ausgeschaltet werden. Auch den Tastenton kann man stummschalten. Das gefällt mir alles sehr gut. Mit der Bedienung habe ich mich schnell angefreundet und erreiche jeden Menüpunkt sicher und zügig. Nach kurzer Eingewöhnung findet man auch die richtige Schnellwahltaste zu wichtigen Funktionen wie Eingang, Profilwechsel oder Helligkeit auf Anhieb.

Schnellauswahl Helligkeit
Schnellauswahl Helligkeit
Das OSD ist übersichtlich
Das OSD ist übersichtlich

Das versteckte „Administratormenü“ kann aber nur über eine Tastenkombination erreicht werden, die in der heruntergeladenen Anleitung beschrieben wird. Dort finden sich weitere interessante Funktionen wie die angesprochene USB-C-Signalwahl. Was der Unterschied zwischen „Normal“ und „Extra“ ist, wird leider nicht erklärt. Dieses Extramenü hätte ich lieber in den normalen Einstellungen gefunden. Es hätte extra gekennzeichnet werden können, da man hier wohl tiefer in die Software des Monitors eingreift. Beim Verlassen dieses Admin-Menüs wird das Gerät automatisch neu gestartet.

Bildqualität

Direkt nach Inbetriebnahme ist mein Eindruck von der Farbwiedergabe als sehr gut zu beschreiben. Das Bild wirkt angenehm und völlig neutral. EIZO selbst bietet auf seiner Homepage eine Testmöglichkeit für Monitore an. Man kann sich dort ein einfaches Bild von wichtigen Parametern eines Bildschirms (oder mehrerer) im Vergleich machen. Wie bei EIZO erwartet, gibt es natürlich keine Pixelfehler oder Verzerrungen. Auch die Schärfe und gleichmäßige Ausleuchtung passen.

Leichte Aufhellungen in den Ecken bei einem schwarzen Bild sind eine kleine Einschränkung. Die Ergebnisse aus dem redaktionellen PRAD-Test kann ich also bestätigen. Von meinem bisherigen Hauptmonitor kenne ich aber viel stärkere und größere Aufhellungen. Auch habe ich nach dem Lesen des Testberichtes direkt danach gesucht. Im Normalbetrieb fallen mir die Aufhellungen nicht auf. Unter Windows 10 passt für mich die Skalierung auf 125 Prozent am besten. Die Schärfe unter Windows ist selbst bei der größten Stufe mit 225 Prozent sehr hoch – soweit das Programm mitskalieren kann. Einige Programme müssen neu gestartet werden, um die höhere Skalierung umzusetzen.

ColorNavigator

Die nötige Software für die Hardware-Kalibrierung bietet EIZO zum Download auf seiner Homepage an. Das Herunterladen und Installieren gehen ohne Probleme. Alle gängigen Messgeräte sind kompatibel und können direkt am Monitor angeschlossen werden. Die Datenübertragung zum Rechner läuft ebenfalls über das USB-C-Kabel oder wird bei einer anderen Signalart über das beigelegte USB-Typ-B-Kabel realisiert. Die Profilierung selbst wird genau beschrieben und ist sehr einfach.

Zusätzlich zu den vorhandenen Profilen können eigene Kalibrierungsziele festgelegt werden. Man hat hier die Auswahl zwischen manueller Eingabe der Zielwerte oder durch einen Abgleich auf Papierweiß. Bei der Vorgabe eines Farbstandards können Profile für zum Beispiel Rec. 709, welches für Fernsehproduktionen wichtig ist, angelegt oder verändert werden. Die Profile kann man dann am Monitor über die Schnellauswahl leicht wechseln. Schaltet man versehentlich die „Windows-Bildschirmkalibrierung“ ein, warnt ColorNavigator beim Start. Ist ColorNavigator aktiv, sind die Tasten am Monitor gesperrt. Wird es beendet, speichert es alle Daten in wenigen Sekunden neu im EIZO Monitor ab.

Kalibrierung mit ColorNavigator
Kalibrierung mit ColorNavigator
Schärfe und Bildqualität sind sehr gut
Schärfe und Bildqualität sind sehr gut

Eine Veränderung habe ich nach der Profilierung nicht festgestellt – das spricht für die Werkskalibrierung. Die Bildqualität ist insgesamt sehr gut. Diesem Monitor kann man vertrauen und so sicher sein, dass das angezeigte Bild dem entspricht, was man mit den eigenen Augen sieht. Bei den Grauwerten und Kontrasten waren die Felder gut voneinander zu unterscheiden, in den kritischen sehr hellen und sehr dunklen Bereichen wurde das dann etwas schwieriger. Die maximale Helligkeit war mir selbst bei einfallender Sonne in den Raum zu hell. Ich habe mich zwischen 100 cd/m² und 180 cd/m² bewegt.

Blickwinkel

Das erwähnte dynamischere Arbeiten an einem höhenverstellbaren Schreibtisch bringt größere Anforderungen an einen Monitor mit sich. Man schaut aus größeren und unterschiedlichen Winkeln auf den Bildschirm, als wenn man nur direkt frontal davorsitzt. Mit dem EIZO klappt das wunderbar. Selbst aus ungewöhnlichen Blickwinkeln gibt es so gut wie keine Farbverschiebungen. Auch der Kontrast verändert sich kaum. Erst bei extremen Winkeln gibt es eine leichte Verschiebung ins Rötliche, und der Kontrast nimmt ab. In meinem Arbeitsumfeld bin ich damit völlig zufrieden. Selbst wenn man zu zweit vor dem Monitor steht, lassen sich Fotos wunderbar auswählen und bewerten, ohne das berühmte „Das Bild ist doch viel zu dunkel – warte, ich stehe nicht mittig davor!“ aus früheren LCD-Zeiten.

Blick von der Seite
Blick von der Seite
Blick von sehr weit unten
Blick von sehr weit unten