Lesertest EIZO CS2731 – rundum gelungener Monitor für Kreative

Beurteilung des Monitors aus Sicht eines Filmproduzenten und Autoren von Werbeformaten und Imagefilmen, sowie als Hobbyfotograf der österreichischen Bergwelt (Werbung)

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Einleitung

EIZO steht für mich seit Beginn meiner professionellen Karriere im Film- und Fotobereich wie kein anderer Hersteller für die farbechte Wiedergabe von Bildmaterial für Fotografen, Filmemacher und Designer. Alle mir bekannten Fotografen und Filmemacher, mit denen ich zusammen Projekte umsetze, arbeiten fast ausschließlich mit Monitoren der renommierten japanischen Herstellerfirma.

Lesertest EIZO CS2731: Kandidat 2

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Video von Florian Albert zum EIZO CS2731

Doch bis jetzt hatte ich leider nie die Chance, mit einem Bildschirm von EIZO zu arbeiten. Umso mehr freut es mich nun, den nagelneuen ColorEdge CS2731 ausgiebig testen zu dürfen und meine nächsten Arbeiten damit umzusetzen. Von dem Modell erwarte ich mir natürlich vor allem Bildqualität und Farbwiedergabe auf Top-Niveau, gepaart mit allen Merkmalen eines modernen Monitors wie z. B. genug Videoanschlüsse, einen USB-C-Anschluss, eine einfache Bedienung und ein gutes Design.

Klare Linien, elegantes Design
Klare Linien, elegantes Design
Schöne matte Oberfläche
Schöne matte Oberfläche

Design und Ergonomie

Die Lieferung des CS2731 erfolgt in einem unspektakulären braunen Karton. Natürlich könnte EIZO bei dieser Aufmachung noch ein wenig mehr punkten und mit einem etwas höherwertigen Design der Verpackung aufwarten. Andere Hersteller verpacken ihre Konkurrenzprodukte hier ein wenig hochwertiger. Nichtsdestoweniger macht die Verpackung das, was sie machen soll. Sie bringt den EIZO-Monitor sicher zu mir nach Hause.

Beim Auspacken des Probanden fällt dem Käufer dann aber gleich die hochwertige Verarbeitung des Monitors auf, der bereits komplett montiert kommt. Er muss daher nur aus der Verpackung gehoben und direkt am Arbeitsplatz platziert werden. Mit seinen zehn Kilogramm ist er zwar kein Leichtgewicht unter den Displays, aber erst mal aufgestellt, wirkt er wie ein Fels in der Brandung. Nichts knarzt oder wackelt. Bei anderen Monitoren fiel es mir manchmal auf, dass sie sich beim Anpassen des Winkels oder anderen Veränderungen oft ungewollt verschoben und so eine genaue Anpassung schwierig machten. Da verhält sich der EIZO wirklich wunderbar. Durch seinen stabilen Stand lässt der CS2731 gezielte Anpassungen zu, auch wenn diese im Vergleich ein wenig schwergängig durchzuführen sind. Die restliche Verarbeitung lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Alles wirkt aus einem Guss.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Monitor und seinem Netzkabel ein kurzes Benutzerhandbuch sowie ein HDMI-, USB-C- und USB-B-Kabel. Letzteres verbindet den USB-Hub des Monitors mit dem PC.

Unspektakuläre, aber robuste Verpackung
Unspektakuläre, aber robuste Verpackung
Lieferumfang des Eizo CS2731
Lieferumfang

Mich wundert es, dass EIZO beim CS2731 auf ein prominentes Logo auf der Vorderseite oder dem Standfuß verzichtet. Auf dem oberen Teil des Rahmens befindet sich zwar ein Logo, das kann man aber wiederum meistens kaum erkennen, weil es so dezent gehalten ist. Mich stört diese Schlichtheit natürlich nicht weiter. Natürlich würde dem Monitordesign ein etwas schmalerer Rahmen noch besser stehen. Vor allem im Multi-Monitor-Setup mit Displays anderer Hersteller wäre das aus designtechnischer Sicht schön. Aber auch so gefällt mir das Design ziemlich gut. Der Monitor ist mit einer Tiefe von ca. 270 mm schon auf der größeren Seite unter den vielen Displays am Markt. Verarbeitet ist er aber vorne sowie hinten vorbildlich. Auf der Rückseite befindet sich dann auch noch ein großes Logo von EIZO.

DasEIZO-Logo schmückt die doch wuchtige Rückseite
Das Logo schmückt die doch wuchtige Rückseite

Erst mal angeschlossen und eingeschaltet, fallen sofort die schönen Farben ins Auge. Die Farbdarstellung out of the box wirkt schon sehr lebendig und farbecht. Darüber hinaus kann der Monitor aber natürlich auch kalibriert werden. Wie das funktioniert, schauen wir uns später an. Zunächst kommen wir zur Bedienung des neuen CS2731.

Bedienung

Eingeschaltet wird der Monitor rechts unten durch einen kleinen Powerbutton.
Dieser funktioniert sehr gut und lässt sich angenehm bedienen. Außerdem stehen dem Nutzer sechs Sensortasten zur Verfügung, die als LEDs beleuchtet sind und über einen angenehmen Druckpunkt verfügen. So kann der EIZO CS2731 einfach gesteuert werden. Vor allem finde ich die Direktauswahl der zehn verschiedenen Farbprofile sehr gut. Die LED-Knöpfe lassen sich im Zusammenspiel mit den Signaltönen haptisch wunderbar bedienen. Die Beleuchtung dieser LEDs kann wie der Signalton im Menü einfach angepasst bzw. deaktiviert werden. Außerdem kann der Nutzer sich zwei benutzerdefinierte Tasten mit verschiedenen Funktionen selbst belegen. So kann sich der Anwender ein kleines individuelles Menü zusammenstellen, was die Bedienung vereinfacht und somit beschleunigt.

Die Bedienung erfolgt über das OSD. Dabei stehen dem Benutzer sechs „Tasten“ zur Verfügung
Die Bedienung erfolgt über das OSD. Dabei stehen dem Benutzer sechs „Tasten“ zur Verfügung

Die Bedienung des CS2731 kann auch über die Software ColorNavigator 7 erfolgen. Wird diese gestartet, sperrt der Monitor seine Tasten, und die Bedienung kann ausschließlich über die Software erfolgen, bis diese wieder abgeschaltet wird. Sonst gibt es zu der Bedienung nicht mehr sehr viel zu sagen. Der Proband kann natürlich in alle Richtungen bewegt, geschwenkt, rotiert und geneigt werden. Das klappt alles wunderbar. Außerdem bietet er dem Betrachter einen Hochformat-Modus, der heute meist zum guten Ton bei der Ausstattung moderner Monitore gehört. In meiner Arbeit nutze ich ihn aber fast nie. Alles in allem bietet der neue Monitor der ColorEdge-Serie ausreichend Features, um dem Arbeitsalltag eines Kreativen standzuhalten. So kann sich der Anwender auf seine Arbeit und die farbtechnische Umsetzung selbiger konzentrieren.

Prozess Hardware-Kalibrierung

Kommen wir jetzt zu einem der wichtigsten Punkte eines jeden Monitors für Kreativschaffende: der Farbkalibrierung. Die Kalibrierung des CS2731 kann entweder über das OSD (On-Screen-Display) vorgenommen werden oder über die hauseigene Software ColorNavigator 7 von EIZO. Es stehen zehn Voreinstellungen zur Verfügung, wovon drei schon belegt sind und somit sieben gefüllt werden können. Mit den Tasten kann danach schnell zwischen verschiedenen Profilen gewählt werden. Dies ist vor allem nützlich, wenn man öfter zwischen Adobe RGB und einem anderen Farbprofil wechseln muss. Das ist bei filmischen Arbeiten z. B. der Fall, weil hier viel mit dem Farbprofil DCI-P3 gearbeitet wird, das der EIZO CS2731 zwar nicht zu 100 % wiedergibt, aber doch 95 % davon abdeckt, was auch für den Großteil professioneller Filmarbeiten ausreichend ist.

Für die Kalibrierung wird ein Kolorimeter benötigt
Für die Kalibrierung wird ein Kolorimeter benötigt
Kalibrierung
Kalibrierung

Eine Hardware-Kalibrierung bedeutet außerdem, dass die Daten direkt zum Monitor übertragen werden und dort durch das gespeicherte Profil wiedergegeben werden. Im Unterschied zur Software-Kalibrierung, wo der Farbumfang schon in der Grafikkarte umgesetzt und dann vom Monitor so wiedergegeben wird, gibt der Bildschirm so seine volle Farbtiefe von 10 Bit wieder. Für die Kalibrierung des Geräts steht wie angesprochen eine kostenlose Software von EIZO zur Verfügung, die wir uns jetzt näher ansehen.

Software ColorNavigator 7

Die Software wirkt auf den ersten Blick sehr aufgeräumt und übersichtlich. Um neben den drei vorhandenen Bildprofilen eigene zu erstellen, ist ein Kolorimeter notwendig.

Ich verwende dabei das X-Rite i1Display. Dieses wird von ColorNavigator 7 automatisch erkannt, und die Software führt den Anwender dann schrittweise sehr unkompliziert durch den Kalibrierungsprozess. Neben dem Kalibrierungsprozess kann der Benutzer auch eigene Kalibrationsprofile erstellen. Dabei ist jedoch ein wenig Erfahrung mit dem Thema Farbmanagement von Vorteil, denn tief versteckt bietet die Software wirklich viele Funktionen, sodass der Anwender sich seine Farben gezielt an seine Wünsche anpassen kann.

Hier können Kalibrierziele erstellt werden, wobei wiederum Weiß- und Schwarzwerte, Weißpunkt, Gamma und andere professionelle Farbwerte manuell angepasst werden können. Mit diesen individuell anpassbaren Kalibrierzielen können dann die verschiedenen Farbprofile kalibriert und benutzt werden. Ich habe für meinen Test ein solches Ziel mit dem Adobe-RGB-Farbraum und einer gewünschten Helligkeit von 120 cd/m² erstellt und diese dann mithilfe der Software kalibriert. Das klappt innerhalb weniger Minuten und ist sehr einfach. Aber auch die mitgelieferten Profile sind in der Farbwiedergabe ausgezeichnet, und somit können Anwender, die sich nicht vertieft mit der Materie auseinandersetzen wollen, einfach ein solches Profil auswählen und den Monitor damit kalibrieren.

Die Software ColorNavigator 7 führt den Anwender schrittweise durch den Kalibrierungsprozess
Die Software ColorNavigator 7 führt den Anwender schrittweise durch den Kalibrierungsprozess
Die Software bietet aber überdies eine Vielzahl an Einstellungen, sodass auch Profis im Farbmanagement voll auf ihre Kosten kommen
Die Software bietet aber überdies eine Vielzahl an Einstellungen, sodass auch Profis im Farbmanagement voll auf ihre Kosten kommen

Darüber hinaus verfügt die Software über eine Erinnerungsfunktion. Da Displays, die länger im Einsatz sind, dazu neigen, leichte Änderungen in Farbwiedergabe und Helligkeit zu entwickeln, erinnert die Software den Anwender nach einer voreingestellten Betriebsstundenzahl daran, eine Neukalibrierung vorzunehmen. Darüber hinaus gibt es eine Validierungsfunktion. Mit dieser wird ein vorhandenes Profil schnell überprüft, und der Anwender kann entscheiden, ob er die ermittelten Abweichungen toleriert oder der Monitor neu kalibriert werden soll. Wie gesagt sollte man sich aber mit der Materie Farbmanagement doch ein wenig auskennen, um viele der Funktionen der Software nutzen zu können. Hier findet man wiederum auf der EIZO-Seite erste Anleitungen und Hilfestellungen.