Lesertest i1Display Pro: Kalibrierung Smartphone & Co.

Tobias Braun fotografiert seit 10 Jahren und beschäftigt sich im Lesertest des i1Display Pro unter anderem mit der Kalibrierung mobiler Geräte

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Einleitung

Ich fotografiere nun schon seit über zehn Jahren mit einer Spiegelreflexkamera (Canon EOS 550D und mittlerweile Canon EOS 6D). Mit der Zeit ist das Hobby gereift und die Anforderungen gewachsen.

Bei meinem Bildbearbeitungs-Workflow mit Affinity Photo, Luminar 3.1 und Aurora HDR kämpfe ich in letzter Zeit vor allem mit der Farbdarstellung meiner fertig bearbeiteten Bilder. Da war die Farbwiedergabe im exportierten JPG anders als direkt in Affinity Photo – und auf dem Smartphone wieder anders. Da ich gern Bilder auf Instagram oder 500px.com veröffentliche, ist es mir wichtig, sie überall so dargestellt zu bekommen, wie ich sie bearbeitet habe. Ich denke, zum großen Teil lag das an meinem alten Dell U2410, der schon etwas in die Jahre gekommen ist. Diesen versuchte ich, mit der Farbkalibrierung von Windows 10 manuell zu kalibrieren. Das Bild blieb aber eher flau und farbstichig. Dieses Problem konnte ich mittlerweile mit meinem neuen AOC U3277PWQU in den Griff bekommen. Der Export meiner Bilder ist nun deutlich näher an der Darstellung im Bearbeitungsprogramm. Es ist aber noch Luft nach oben, wie man so schön sagt.

Ich habe mir also als Aufgabe für diesen Test gestellt, beide Monitore mit dem i1Display Pro zu testen, und bin sehr auf das Ergebnis gespannt.

Arbeitsplatz

Meine Bilder bearbeite ich an einem selbst zusammengestellten Computer mit Windows 10. Das System läuft seit Neuestem auf einer NVMe-SSD von Samsung, wird mit einem AMD Ryzen 1600 befeuert und von 16 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Bisher verwendete ich einen 24 Zoll großen Dell U2410 mit Full-HD-Auflösung, daneben einen kleineren 22-Zoll-Monitor von Acer mit TN-Panel. Dieses Monitor-Setup konnte ich nun komplett mit meinem neuen 32-Zöller von AOC mit 4K-Auflösung ersetzen. Das macht extrem viel aus. Ein zweiter Monitor ist aus meiner Sicht nicht mehr notwendig. Es ist endlich genug Platz für die verschiedenen Werkzeugleisten in Affinity Photo usw. Wie auf dem Bild zu sehen ist, habe ich mein digitales „Fotolabor“ bei mir zu Hause unter dem Dach eingerichtet. Hier fühle ich mich sehr wohl und kann mich ganz meinem Hobby widmen.

Mein digitales Fotolabor und ich
Mein digitales Fotolabor und ich

Fotografie

Fotografisch bin ich vor allem in der Landschafts- und Stadtfotografie zu Hause. Porträts meiner Familie sind auf jeden Fall auch ein Thema. Gerade mit dem Wechsel auf Vollformat mit der Canon EOS 6D macht das viel mehr Spaß durch das Bokeh, das auf einmal spielend einfach möglich ist. Darüber hinaus habe ich definitiv ein Faible für Skylines und konnte in den letzten Jahren einige schöne Bilder von Städten in den USA aufnehmen – einfach auf 500px.com vorbeischauen. Da ich mich beruflich verändert habe, bin ich nicht mehr so viel unterwegs und will mich nun mehr auf Frankfurt konzentrieren. Dies ist mein Geburtsort, und mit Dreieich bin ich immer noch nahe dran. Frankfurt ist der ideale Spielplatz, um sich fotografisch auszutoben.

Produktbeschreibung

Das X-Rite i1Display Pro wird in einer schlichten, edlen Box geliefert. Die Verpackung hatte durch den Versand an einer Ecke etwas gelitten. Da das Kolorimeter aber gut geschützt ist, hatte dies keine weiteren Auswirkungen. Die Information auf der Verpackung ist in englischer Sprache verfasst. Da ich beruflich meist Englisch spreche, stört mich das nicht weiter.

i1Display – Lichtdiffuserhalter geschlossen
i1Display – Lichtdiffuserhalter geschlossen
i1Display – Lichtdiffuserhalter geöffnet
i1Display – Lichtdiffuserhalter geöffnet

Neben dem i1Display selbst sind in der Packung eine Kurzanleitung und eine Treiber-CD zu finden. Am Kabel des i1Display findet sich ein einstellbares Gegengewicht. Einfach auf den Taster drücken, um die Position zu variieren. Dies ist notwendig, um das i1Display Pro am Monitor richtig zu positionieren. Das USB-Kabel selbst ist schön lang und kann gut angeschlossen und verlegt werden.

Am i1Display selbst lässt sich der Lichtdiffuserhalter zur Seite klappen. Der Mechanismus funktioniert einfach. Vier kleine Plastiknasen halten den Lichtdiffuserhalter an Ort und Stelle, sodass dieser nicht einfach wegklappen kann. Der Diffusor wird für die Umgebungslichterkennung benötigt und schützt ansonsten die Linse vor Verschmutzung. Um den Monitor zu kalibrieren, muss der Lichtdiffuserhalter angehoben und weggeklappt werden. Nun kommt eine Moosgummi-Beschichtung zum Vorschein, welche die Oberfläche des Monitors bei der Kalibrierung vor Kratzern schützt. Diese Lösung gefällt mir sehr gut. An der Unterseite des i1Display Pro findet sich ein Gewinde, um es auf ein Stativ zu montieren. Das ist vor allem bei der Kalibrierung für Beamer praktisch – ich benötige es nicht, aber haben ist besser als brauchen. Die Verarbeitung ist wertig: An der unteren Kante spürt man leicht das Plastik, ansonsten sind alle Ecken schön abgerundet.

Installation

Auf der CD steht die Versionsnummer der Software. Dies ist recht praktisch, denn so konnte ich direkt auf der Website des Herstellers überprüfen, ob eine neuere Version zur Verfügung gestellt wird. Bei mir war das der Fall, und ich lud die Version 1.8.3 herunter und installierte diese. Hier gab es ein kleines Problem mit dem Installer. Dieser beendete sich bei dem Schritt „Beenden der Installation“ nicht. Ich wartete also eine Weile und schloss den Installer dann mit dem Taskmanager. Die i1-Profiler-Software lässt sich ohne Probleme starten, daher habe ich dieses Thema nicht weiter analysiert. Ich denke, mit der nächsten Version hat das X-Rite bestimmt im Griff.

i1 Profiler

Wird die i1-Profiler-Software gestartet, begrüßt einen ein aufgeräumtes Menü. Das i1Display wird direkt erkannt, wenn es angeschlossen ist, und bei den entsprechenden Menüeinträgen verschwindet der Eintrag „Demo“. Die Monitorkalibrierung ist nun einsatzbereit. Die i1-Profiler-Software kann auch für die Kalibrierung eines Druckers oder Scanners verwendet werden, wenn eine entsprechende Lizenz vorliegt. Die verschiedenen Optionen sind als Demo verfügbar. Da ich keinen Farbdrucker besitze, lasse ich diese Menüpunkte außer Acht. Über die Schaltfläche „Lizenzen aktualisieren“ lässt sich der Lizenzstatus überprüfen.

i1 Profiler – Start-Ansicht
i1 Profiler – Start-Ansicht

Für den Test des i1Display Pro wurde mir von PRAD eine Kurzanleitung zur Verfügung gestellt. Diese half bei den ersten Schritten – ich bin ja neu in der Thematik. Die Software bietet auch eine Schaltfläche für Trainingsvideos an. Klickt man darauf, landet man auf der Website von X-Rite, die Flash benötigt. Die angebotenen Videos sind in englischer Sprache verfügbar, wirken aber veraltet. Auf Nachfrage beim Hersteller wurde mir bestätigt, dass die Website überarbeitet werden soll. Ein Hinweis auf aktuellere YouTube-Videos half mir weiter. Ich denke, eine überarbeitete Website mit aktuellen Informationen und Videos (ggf. auch auf Deutsch) könnten an dieser Stelle hilfreich sein. Aus meiner Sicht darf man das bei einem Preis von ca. 220 € auch erwarten. Die Software an sich funktioniert gut, könnte aus meiner Sicht jedoch moderner gestaltet sein. Auf einem 4K-Monitor wirken einige Schaltflächen und die Darstellung der Ergebnisse unscharf.

Kalibrierungsergebnis (Darstellung auf einem 4K-Monitor unscharf)
Kalibrierungsergebnis (Darstellung auf einem 4K-Monitor unscharf)