Lesertest i1Display Pro: Kalibrierung Smartphone & Co.
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Tobias Braun fotografiert seit 10 Jahren und beschäftigt sich im Lesertest des i1Display Pro unter anderem mit der Kalibrierung mobiler Geräte (Werbung)

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Kalibrierung

Kommen wir nun zur eigentlichen Kalibrierung. Die Menüführung ist an der Stelle einfach gehalten. Beim ersten Durchlauf habe ich die Kalibrierung selbst übersehen. Es ist möglich, zum Abschluss zu gehen, ohne die Kalibrierung selbst durchzuführen. Es ist auch jederzeit möglich, über das Menüband unten direkt in die verschiedenen Abschnitte des Assistenten zu springen.

Messung starten in der i1-Profiler-Software – Expertenmodus
Messung starten in der i1-Profiler-Software – Expertenmodus

Die Kalibrierung selbst funktioniert gut. Man wird Schritt für Schritt durch die einzelnen Punkte geführt und kann sich am Ende das Ergebnis mit einem Vorher-nachher-Vergleich anhand verschiedener Beispielbilder im TIFF-Format veranschaulichen. Es gibt viele Detaileinstellungen im Expertenmodus, der im Hauptmenü (siehe Fehler: Referenz nicht gefunden, rechts oben) aktiviert werden kann. Im Basismodus sind zum Beispiel 118 Messpunkte verfügbar, wohingegen im Expertenmodus 462 ausgewählt werden können. Einen Einfluss auf das Ergebnis konnte ich nicht feststellen, aber mehr ist ja grundsätzlich nicht falsch, weshalb ich eigentlich immer mit 462 Messpunkten kalibriert habe. Nur wenn es schneller gehen sollte, bin ich auf 118 gegangen.

Wenn der eigene Monitor 10 Bit unterstützt, ist es wichtig, bei einer Grafikkarte von NVIDIA den neuesten Treiber zu installieren und in den Einstellungen 10 Bit zu aktivieren. Dies funktioniert nur, wenn der Monitor mit einem DisplayPort-Kabel angeschlossen ist. Wird dies nicht berücksichtigt, kann der Bildschirm nicht seinen vollen Funktionsumfang entfalten.

Trendanalyse der Monitorqualitätsbewertung
Trendanalyse der Monitorqualitätsbewertung

Nachdem die Kalibrierung abgeschlossen ist, kann die Qualität des Monitors im Menü „Punkt Qualität“ überprüft werden. Hierbei werden verschiedene Farben mit dem i1Display vermessen. Der Abstand zum Idealwert wird am Ende der Prozedur angezeigt. Über verschiedene Parameter kann das Ergebnis bewertet werden. Das Programm bewertet den Fehler der Messung (Delta E) und gibt an, ob der Test erfolgreich war. Jedes Ergebnis kann einer Trendanalyse hinzugefügt und dargestellt werden. So ist einfach ersichtlich, ob eine erneute Kalibrierung des Monitors notwendig ist. Durch den Hilfe-Button (unten links das Fragezeichen) lässt sich jederzeit ein Hilfetext einblenden, der die einzelnen Elemente des jeweiligen Bildschirms erläutert. Einen Moment mit dem Mauszeiger über dem GUI-Element zu verweilen reicht schon. Diese integrierte, interaktive Hilfe gefällt mir sehr gut. Gerade für Neulinge in dieser Thematik ist die entsprechende Erklärung an entsprechender Stelle hilfreich.

Mir hat an dieser Stelle eine klare Angabe des Farbraums des Monitors gefehlt. Ein Profi mag das aus den Angaben ablesen zu können, ich hätte gern etwas wie „sRGB 100 %“, „Adobe RGB 98 %“ usw. gesehen. Die Darstellung des Farbraumes scheint ein Bild zu sein, auf dem der Weißpunkt dargestellt wird. Nur die 3D-Ansicht ist dynamisch, hier können verschiedene Profile und Monitore miteinander verglichen werden. Die Referenz zu den definierten Farbräumen fehlt.

Die Angabe der Farbraumabdeckung hilft, die Fähigkeiten des eigenen Monitors besser einschätzen zu können. Bei einem kurzen Test mit der Open-Source-Software DisplayCAL wurden mir diese Werte am Ende der Prozedur angezeigt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Umgang mit der Anwendung etwas komplexer ist und die Kalibrierungsprozedur auch deutlich länger als mit i1 Profiler gedauert hat.

3D-Darstellung des Farbraums – hier der Vergleich zwischen AOC U3277PWQU und Dell U2410
3D-Darstellung des Farbraums – hier der Vergleich zwischen AOC U3277PWQU und Dell U2410

Der AOC U3277PWQU schneidet bei der Kalibrierung recht gut ab. Nur den Grundwert für Rot konnte ich nicht in den von der Software vorgegebenen Bereich bringen. Das Grau des Anzeigedialogs wird stark rot dargestellt, da der Grundwert für Rot auf 100 % steht. Die Anzeige verbleibt hier auf dem Pfeil, der angibt, den Wert für Rot zu erhöhen. Wie im Hilfetext angegeben, habe ich an dieser Stelle einfach mit dem Standardwert (50) des Monitors weitergemacht. Die nötige Korrektur wurde dann über das Farbprofil ermittelt. Ich habe an dieser Stelle mit verschiedenen Grundwerten des Bildschirms experimentiert (auch für Grün und Blau) und komme zu dem Ergebnis, diese eher auf 50 zu belassen und die Korrekturen durch die Kalibrierung bewerkstelligen zu lassen.

Grundwerteinstellung für Rot des AOC U3277PWQU wird nicht durch die Software erkannt (links Rot auf 50, rechts auf 100)
Grundwerteinstellung für Rot des AOC U3277PWQU wird nicht durch die Software erkannt (links Rot auf 50, rechts auf 100)

Tipp: Ich hatte ähnliche Probleme bei der Grundwerteinstellung für Rot beim Dell U2410. Hier half es, im gleichen Verhältnis Grün und Blau zu senken, was zu einem Haken bei allen drei Grundfarbwerten führte.