Lesertest LG 27QN880-B: Genialer Ergo-Stand überzeugt auf ganzer Linie

Nach 180 Stunden Testbetrieb fällt das Gesamturteil sehr positiv aus. Überzeugt hat den Tester vor allem der LG Ergo-Stand, der zugleich das Alleinstellungsmerkmal des Monitors ist (Werbung)

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Einleitung

Seit längerer Zeit habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, mir für das Home-Office einen größeren Monitor zuzulegen. Wie es vielen ergangen ist, bin auch ich seit Beginn der Pandemie mehr oder weniger komplett im Home-Office. Zwar habe ich einen in die Jahre gekommenen 24″-Bildschirm, den ich auch daheim fleißig nutze. Jedoch war es schmerzhaft, auf die beiden 27″-Monitore zu verzichten, die ich in meinem Büro an der Universität habe. Daher waren der Aufruf zum Lesertest des LG 27QN880-B und vor allem die Zusage, dass ich teilnehmen werde, eine glückliche Wendung für mich.

Bevor ich in die Details eintauche, will ich ein paar Worte zu mir und meinen Erwartungen an den Monitor verlieren. Aktuell bin ich Doktorand im Fach Informatik und setze mich im Rahmen der Promotion mit Machine-Learning und „Natural Language Processing“ auseinander. Das heißt, dass ich meinen Computer und dementsprechend den Bildschirm zum Programmieren, Lesen und Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten und Surfen im Internet nutze. Ansonsten verwende ich meinen PC, um das ein oder andere Bild zu bearbeiten und um Filme oder Serien zu schauen.

Setup und Testumgebung

Neben dem bereits erwähnten 24″-Dell-Monitor umfasst mein Home-Office-Setup ein ThinkPad Yoga X1 Gen. 3, eine externe USB-Tastatur sowie eine Funkmaus mit USB-Empfänger. Zu dem Arbeits-Laptop kommen noch zwei private Laptops hinzu: Huawei MateBook und ThinkPad L450.

Mein Home-Office ist zugleich auch Schlafzimmer bzw. eigentlich andersherum. Vor Corona habe ich so gut wie nie von zu Hause gearbeitet. Daher hieß es dann am Anfang der Pandemie, dass ich mir daheim einen Arbeitsplatz einrichten muss, und die Wahl ist auf das Schlafzimmer gefallen. Daher ist eine meiner Anforderungen an den Monitor, dass er nicht ganz so sehr nach Büro aussieht und etwas stylisch ist.

Das Test-Setup
Das Test-Setup

Der LG 27QN880-B ersetzt meinen bisherigen Monitor als Hauptbildschirm, der als Zweit- bzw. Drittmonitor neben dem Laptop-Bildschirm weitergenutzt wird. Der Laptop-Bildschirm hat mit 2560 x 1440 die gleiche Auflösung wie der LG, während mein Dell eine Full-HD-Auflösung hat.

Verpackung & Lieferumfang

Der Monitor war sicher und gut in einem großen Karton verpackt. Wie bei fast allen Displays befindet sich viel Styropor im Karton, um den Inhalt vor Transportschäden zu schützen. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit frage ich mich hier, ob es mittlerweile nicht umweltverträgliche Alternativen zu Styropor gibt. Des Weiteren waren alle Einzelteile im Karton mindestens noch einmal in Plastik eingepackt. Bei Monitor und Standfuß ergibt das durchaus Sinn, um sie vor möglichen Kratzern zu schützen. Bei den Kabeln, dem Netzteil und den Anleitungen hätte man aber darauf verzichten können.

Neben dem Monitor findet man in dem Karton den Standfuß, ein Netzteil mit den dazugehörigen Kabeln, ein USB-C-Kabel, ein HDMI-Kabel und ein paar Anleitungen und Garantie-Informationen. Überraschenderweise liegt im Karton eine CD bei – wahrscheinlich mit Handbuch und optionaler Software, die man aber auch online findet. Im Jahr 2021 ist das meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß, da die meisten Computer gar kein CD-/DVD-Laufwerk mehr besitzen.

Übersicht Lieferumfang
Übersicht Lieferumfang

Überrascht hat mich das externe Netzteil, das mit 16 x 7 x 2,5 cm nicht gerade klein ausfällt. Bei allen meinen bisherigen Monitoren war das Netzteil im Display integriert. Wenn man nun bedenkt, dass das Netzteil neben dem Monitor auch den Laptop mit Strom versorgen muss und das Monitorgehäuse nicht sonderlich geräumig ist, wird klar, warum LG hier auf ein externes Netzteil setzt. Dem Netzteil liegt zudem ein Verlängerungskabel bei, sodass man es gut unter dem Schreibtisch verstecken kann.

Das externe Netzteil (ohne Verlängerungskabel)
Das externe Netzteil (ohne Verlängerungskabel)

Um den Bildschirm mit dem Computer zu verbinden, legt LG ein USB-C-Kabel und ein HDMI-Kabel bei, was für die meisten Anwender ausreichend sein sollte. Auf ein DisplayPort-Kabel hat LG verzichtet, obwohl der Monitor über so einen Anschluss verfügt. Meiner Einschätzung nach ist das vertretbar, da der DisplayPort sich nie wirklich durchgesetzt hat. Diejenigen, die ihren Computer über einen DisplayPort anschließen, wie es bei meinem ThinkPad L450 der Fall ist, haben in der Regel die notwendigen Kabel bereits parat.

Aufbau

Das Aufstellen des Bildschirms ist nicht so einfach wie bei anderen Monitoren. Der Grund ist der ergonomische Standfuß, der zugleich das Highlight des Geräts ist. Im Gegensatz zu anderen Monitoren, die man einfach auf den Tisch stellen kann, muss der LG 27QN880 fest am Tisch montiert werden. Für die Befestigung am Tisch bietet LG zwei Optionen: Man befestigt den Standfuß mittels eines Winkels und einer Klemmschraube an der Tischkante, oder man bohrt ein Loch durch den Tisch und fixiert den Standfuß mit der beiliegenden Montageplatte. Ich habe mich für Option 1 entschieden.

Als Nächstes steht man vor der Frage: Montiere ich den Standfuß als Erstes an den Tisch und hänge dann den Monitor ein, oder andersherum? Abhängig von den räumlichen Gegebenheiten hat beides Vor- und Nachteile. Ich habe mich dafür entschieden, erst den Standfuß am Tisch zu befestigen und dann den Monitor einzuhängen. Beim Aufbauen war ich mit zwei Herausforderungen konfrontiert. Die erste war das Einhängen des Monitors, denn man muss genau die Löcher auf der Bildschirmrückseite treffen. Wenn man hier nicht aufpasst, kann die scharfkantige Metallhalterung die Rückseite des Monitors verkratzen. Beim erstmaligen Einhängen hilft zudem die Kartonverpackung des Standfußes, die den Schwenkarm fixiert. Dadurch fällt es dem ungeübten Anwender etwas einfacher, den Bildschirm einzuhängen. Jedoch kann es vorkommen, dass man den Monitor beim Aufstellen öfter ein- und aushängen muss. Denn die zweite Herausforderung ist, die ideale Position des Standfußes zu finden. Bei einem Display mit klassischem Standfuß weiß man, wo die Mitte ist. Aufgrund der Flexibilität des Standfußes muss man hier verschiedene Positionen testen.

Der Karton hilft, den Schwenkarm beim Aufbauen zu fixieren
Der Karton hilft, den Schwenkarm beim Aufbauen zu fixieren

Auch wenn meine Schilderung bisher den Eindruck vermittelt, dass das Aufbauen sehr aufwendig ist, war der Monitor dann doch recht zügig aufgestellt und ausgerichtet. Wenn möglich, sollte eine zweite Person beim Aufstellen helfen. Das erleichtert das Aufstellen und richtige Positionieren des Standfußes erheblich.

Optik und Mechanik

Der LG 27QN880-B zeichnet sich durch ein schlichtes schwarzes Design aus. Auf der Vorderseite des Bildschirms befindet sich nur das LG-Logo – kein Button oder eine Status-LED. Den Joystick-Button für die Bedienung hat LG auf der Unterseite versteckt. Das Panel umschließt seitlich und oben ein ca. 3 mm dicker Rahmen. Das Spaltmaß zwischen Rahmen und Panel weist keine Abweichungen auf. Zusätzlich zum Rahmen hat das Panel einen ca. 6 mm breiten Rahmen.

Rahmen des Bildschirms
Rahmen des Bildschirms

Das Highlight des Monitors ist der in dezentem Schwarz gehaltene, ergonomische Standfuß mit Schwenkarm. Dieser ist aus Metall gefertigt und macht einen sehr wertigen Eindruck. Der Standfuß hat zudem einen integrierten Kabelkanal inklusive Abdeckungen, um die Kabel im Standfuß verschwinden zu lassen. Der Schwenkarm hat für die Kabelführung eine Aussparung. Im Vergleich zu anderen Monitorhalterungen ist das Kabelmanagement bei dem LG 27QN880 sehr gut gelungen.

LGs Ergo-Stand
LGs Ergo-Stand

Die Kombination aus fest montiertem Standfuß, Gasdruckfederung, Schwenkarm und Kugelgelenk sorgt dafür, dass man den Monitor in verschiedenste Richtungen ausfahren, einfahren, schwenken, drehen und neigen kann, ohne dabei Angst haben zu müssen, dass er umfällt. Besonders Letzteres kannte ich von meinen bisherigen Monitoren, wenn ich diese ins Hochformat gedreht habe.

Die Steifigkeit des Schwenkarms kann mittels eines Inbusschlüssels eingestellt werden, der jedoch nicht mitgeliefert wird
Die Steifigkeit des Schwenkarms kann mittels eines Inbusschlüssels eingestellt werden, der jedoch nicht mitgeliefert wird

Da im PRAD-Test bereits ausführlich berichtet wurde, welche Winkel bei Drehungen, Neigungen oder Rotationen möglich sind, wollte ich dies nicht noch mal in meinem Test wiederholen. Stattdessen habe ich ein kurzes Video gedreht, um die Flexibilität des LG-Ergo-Stands zu demonstrieren.

Lesertest LG 27QN880-B: Genialer Ergo-Stand überzeugt auf ganzer Linie

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Video von Max Wich zum LG 27QN880-B

Ein Punkt, den ich an LGs Ergo-Stand kritisiere, ist, dass er keine Einrastfunktion fürs Hoch- und Querformat hat. Diese würde den Wechsel zwischen den beiden Einstellungen erheblich vereinfachen. Ohne diese Einrastfunktion muss man nach dem Wechsel zwischen Hoch- und Querformat den Bildschirm immer etwas nachjustieren, damit er gerade ausgerichtet ist.

Rückseite des aufgestellten Monitors
Rückseite des aufgestellten Monitors

An dieser Stelle noch ein hilfreicher Hinweis: Bevor man den Monitor aufbaut, sollte man per Wasserwaage prüfen, ob der Schreibtisch gerade ist, ansonsten verzweifelt man beim Ausrichten des Displays.