Lesertest LG 27UK850-W – Screen Split und Bildmodus „HDR-Effekt“

Oliver Schacht betrachtet in seinem Lesertest zum LG 27UK850-W unter anderem den Bereich Office-Anwendungen sowie die Software Screen Split und den Bildmodus „HDR-Effekt“

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Einleitung

Um die intensive Benutzung des Computers kommt man als junger Mensch heutzutage kaum noch herum: Für Schule und Universität werden digital erarbeitete Hausarbeiten und Präsentationen erwartet. Nebenbei guckt man Tutorials und liest E-Books. Danach daddelt man eine Runde des Lieblingsspiels, um dann die Fotos aus dem letzten Urlaub zu bearbeiten und (hoffentlich) leinwandreif auszugestalten. Natürlich schaltet man, wenn es einem nach einfacher Unterhaltung dürstet, nicht den Fernseher an, denn auch dies lässt sich entspannt am PC über Mediatheken und Streaming-Dienste wie YouTube und Netflix erledigen.

Daraus resultiert zwangsläufig: Man verbringt mehr Zeit am Computer, als je eine Generation zuvor. Dabei schaut man die ganze Zeit durch das eine „Fenster“ in die digitale Welt: seinen Monitor. Hier muss also etwas Gutes her – man möchte sich ja nicht die ganze Zeit über gräuliche Farben, Flackern und unscharfe Konturen ärgern. Dies tat ich jahrelang mit meinem bisherigen, in die Jahre gekommenen Full-HD-Monitor. Daher bin ich nun umso gespannter, den LG 27UK850-W testen zu können und zu schauen, inwiefern dieser meine Nutzer-Erfahrung am PC verbessert.

So lächelt mir der LG 27UK850-W beim Auspacken entgegen
So lächelt mir der LG 27UK850-W beim Auspacken entgegen

Mit dem Monitor 27UK850-W verspricht LG ein wahres Allround-Talent: Es werden Features von großer Farbechtheit und Hardware-Kalibrierbarkeit für Bildbearbeitung und Grafik über AMDs FreeSync und benutzerdefinierte Bildmodi für Gaming bis hin zu praktischen Splitscreen-Features und einer Pivot-Funktion für die Office-Anwendung beworben. Eine Eier legende Wollmilchsau also?

Natürlich gehe ich deswegen nicht mit der Erwartung in den Test, dass man mit diesem Monitor als E-Sportler tätig sein oder aber beim Fernsehen Filme schneiden könnte, das kann ein Allrounder natürlich nicht leisten. Aber ich erwarte, dass er in vielen Anwendungsfällen gut funktioniert und dabei einen hohen Bedienkomfort bietet. Dabei spielen für mich die Einsatzbereiche Video und Streaming, Gaming, Office sowie Bildbearbeitung eine Rolle.

Optik und Mechanik

Beim Auspacken fällt sofort auf: Bei der Optik setzt LG auf klotzen statt kleckern! Das Display sieht sehr hübsch aus – hinten weiß, vorn ein schmaler, schwarzer Rahmen. Der Fuß ist aus mattem Metall und wird an einen höhenverstellbaren, dreh- und schwenkbaren Stab geschraubt. Dieser wiederum wird mit einem intuitiven Klickmechanismus mit dem Monitor verbunden.

Ein wahres Schmuckstück auf meinem Schreibtisch – optisch wird einiges geboten
Ein wahres Schmuckstück auf meinem Schreibtisch – optisch wird einiges geboten

Zwei Minuten später, keine Anleitung erforderlich, steht der Monitor fest und wackelt nicht – wunderbar! Als kleines Bonus-Feature liefert LG einen Clip mit, der die Kabel (die auch schick in Weiß gehalten sind) ordentlich nach hinten wegführt. Das wirkt alles sehr hochwertig.

Auch das Weiß an der Rückseite wirkt hochwertig, der Clip sorgt für gutes Kabelmanagement
Auch das Weiß an der Rückseite wirkt hochwertig, der Clip sorgt für gutes Kabelmanagement

Der Monitor lässt sich mit einem angenehmen Druckpunkt in der Höhe verstellen sowie nach oben und unten neigen. Zudem ist er um 90 Grad in die Vertikale drehbar (Pivot-Funktion). Schwenken geht leider nicht. Beim Zurückdrehen ins Querformat fällt mir etwas Unschönes auf: Der Monitor „überdreht“ und ist nicht waagerecht, wenn man ihn bis zum Anschlag dreht. Eventuell soll mit diesem Feature ein schräger Schreibtisch ausgleichbar sein – mich stört es jedoch etwas, da ich nun erst mal versuchen muss, den Monitor möglichst gerade ausgerichtet zu bekommen, und zwar jedes Mal, wenn ich die Pivot-Funktion nutzen möchte. Dennoch überzeugen mich Qualität und Vielseitigkeit des Standfußes so sehr, dass ich keinen anderen mehr haben wollen würde.

Die Wasserwaage lügt nicht: Dreht man den Monitor bis zum Anschlag, ist er schief
Die Wasserwaage lügt nicht: Dreht man den Monitor bis zum Anschlag, ist er schief
Feinjustierung am Display ist erforderlich
Feinjustierung am Display ist erforderlich

Anschlüsse

Ein erneuter Blick in den Karton zeigt: Aha, auch an Kabel wurde im Hause LG gedacht! Das ist in heutigen Zeiten ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr, aber neben dem Netzteil liegen auch HDMI- und DisplayPort-Kabel bei, sowie eine USB-C-Schnur – sehr schön! Letztere kann ich ohne Adapter allerdings nicht gebrauchen, da hat der digitale Fortschritt meinen drei Jahre alten Computer schon wieder überholt. Für künftige Generationen an PCs und vor allem auch Laptops/MacBooks ist es jedoch schön zu sehen, dass LG auf diesen innovativen Standard setzt, da er Bild- und Datenübertragung möglich macht. Mit einem Adapter könnte ich immerhin die Datenübertragung von den zwei USB-3.0-Hubs auf der Monitorrückseite an den Computer nutzen. Da mein PC aber direkt neben mir steht, würde ich stets die am Rechner vorhandenen Busse verwenden, da die am Monitor nicht gut erreichbar sind. Hier wäre eine Platzierung an der Seite sicherlich besser gewesen. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich ein Kopfhöreranschluss.

Anschlüsse

Konnektivitäts-Offensive: 2 x HDMI, 1 x DP und 1 x USB-C-Input, zudem 2 x USB 3.0 und 1 x Klinke (Kopfhörer) findet man auf der Rückseite des Monitors

Bedienung

Also dann: Monitor auf den Schreibtisch, DisplayPort-Kabel in den PC und anschalten. Letzteres erfolgt über eine Art „Joystick“ den ich direkt unter dem LG-Logo an der Unterseite des Displays erfühle. Ich kann ihn drücken und in vier Richtungen bewegen, um durch die Menüs zu navigieren und zum Beispiel den Bildmodus zu ändern oder die Sprache auf Deutsch zu stellen. Das finde ich persönlich elegant gelöst, da es effizient und praktisch zu bedienen ist. Meiner Oma würde ich es trotzdem nicht empfehlen, da man den Knopf nur sieht, wenn man den Kopf unter den Monitor dreht.

Erfahrene LG-Anwender kennen dieses System: Die Steuerung über den "Joystick" unterhalb des Monitors
Erfahrene LG-Anwender kennen dieses System: Die Steuerung über den „Joystick“ unterhalb des Monitors

Die Menüs selber sind übersichtlich und schnell verständlich, dennoch werden viele Funktionen geboten: Neben dem manuellem Verstellen der Bildwerte sind 14 Bildmodi für jeden erdenklichen Einsatz auswählbar. Einige lassen sich nach dem Geschmack des Nutzers verändern. Auch zwei kalibrierbare Modi sind vorhanden. Zum Schreiben dieser Zeilen verwende ich zum Beispiel den Lesen-Modus, der einen Blaufilter beinhaltet und die Helligkeit runterstellt, sodass das Weiß nicht so knallt und es sich angenehm für die Augen anfühlt. Möchte ich jetzt ein Computerspiel spielen, kann ich zum Beispiel auf „FPS-Spiel“ wechseln, sodass die Reaktionszeit optimal ist sowie AMDs FreeSync aktiviert und die Helligkeit hochgestellt wird.

Dies gefällt mir sehr gut, denn ich kannte bis jetzt häufig das manuelle Einstellen von Helligkeit, Kontrast, Farbsättigung, was aufwendig und anstrengend ist. Durch Installation der mitgelieferten Software „OnScreen Control“ wird die Bedienung sogar noch einfacher: Anstatt in den Menüs mit dem „Joystick“ kann man dann direkt mit der Maus die Bildmodi anpassen und auch beim Start bestimmter Programme sofort in den zugehörigen Bildmodus wechseln lassen. Sehr komfortabel, denn so muss man sich nicht mal mehr über die korrekte Bildkalibrierung für den aktuellen Anwendungsfall Gedanken machen.

OSD des LG 27UK850-W
OSD
Software-Menü des Monitors
Software-Menü des Monitors

Zudem lassen sich praktische Splitscreens aktivieren, die mehr Möglichkeiten bieten und besser funktionieren, als die in Windows 10 voreingebauten Splitscreens (durch „In eine Ecke ziehen“). Dieses Feature gefällt mir wirklich gut. Ich habe zum Beispiel ein E-Book als PDF, den Browser, Excel sowie Word offen, während ich an einem Uniprojekt arbeite, und mit einem Klick teilen sich die vier gerecht den Bildschirm. Dank der ordentlichen Bilddiagonale lassen sich alle vier Fenster gut im Auge behalten.

Nichts nervt mehr als viele offene Fenster. Die mitgelieferte Software organisiert diese und macht Multitasking zu einem einfachen Erlebnis – gefällt mir!
Nichts nervt mehr als viele offene Fenster. Die mitgelieferte Software organisiert diese und macht Multitasking zu einem einfachen Erlebnis – gefällt mir!