Smart-TV-Funktionen
Neben dem OSD für die Projektoreinstellungen gibt es ein weiteres On-Screen-Menü für die Smart-TV-Funktionen. Es lässt sich nur aufrufen, wenn Google TV geöffnet ist.
Hier können tiefergehende Einstellungen vorgenommen werden, um Apps, Konten der Nutzer, Netzwerkeinstellungen und KI-Funktionen anzupassen.
Smart-Funktionen
Wie von BenQ seit mehreren Jahren praktiziert, steht das „i“ am Ende der Produktbezeichnung für Intelligenz und bezeichnet die Smart-TV-Funktionen. Alle Features von Google TV sind verfügbar. Dazu gehören Chromecast, Google Cast, AirPlay und Bluetooth. Sogar Live-Übertragungen vom Smartphone zum Beamer gelingen problemlos.
Es stehen alle Streamingdienste zur Verfügung, die wir von den TV-Geräten kennen. Dazu gehören Disney+, Netflix, Amazon Prime Video, YouTube, WOW, DAZN, RTL+, Apple-TV+ sowie die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender und deren Mediatheken. Sollten Apps fehlen, können sie aus dem Google Play Store heruntergeladen und installiert werden. In unserem Fall sind das WOW, DAZN und Paramount+.
Die Sprachsteuerung ist eine große Hilfe, um schnell und zuverlässig lieb gewonnene Serien und Filme aufzurufen. Doch auch Apps im Google Play Store lassen sich damit ganz unkompliziert finden.
Besonders praktisch finden wir die Möglichkeit, Apps in der Startleiste zu verschieben. Vor allem die vielgenutzten Dienste verlegen wir an vordere Positionen, um schneller Zugriff darauf zu haben.
Auflösung
Der BenQ TH575i ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor mit Full-HD-Auflösung. Im Gegensatz zu anderen aktuellen Lichtwerfern hat er keine XPR-Shift-Technologie an Bord.
Praktisch alle Bildsignale skaliert der Projektor auf seine native Auflösung. 3D-Inhalte von Blu-rays stellt er per Frame-Packing originalgetreu mit 1920 x 1080 Pixeln dar.
Bildschärfe und Konvergenz
Der Vorteil von Ein-Chip-DLP-Projektoren gegenüber LCD- und LCOS-Lichtwerfern mit drei Chips besteht darin, dass keine drei Chips aufeinander abgestimmt werden müssen. Aus diesem Grund besitzt der BenQ TH575i keine Konvergenzfehler.
Bezüglich der Schärfe haben unsere Untersuchungen in diesem Preissegment noch keinen besseren Befund ausgewiesen.

Der BenQ TH575i liefert in der Mitte eine exzellente Abbildungsqualität. Das Bild ist gestochen scharf und offenbart sämtliche Details. Zeilen in Pixelauflösung werden komplett reproduziert und sind klar voneinander getrennt.


Der herausragende Eindruck aus der Mitte setzt sich zum Rand nicht ganz fort. Oben links verzeichnen wir eine sehr gute Schärfe, sodass Feindetails vollständig erkennbar sind. Oben rechts lässt die Schärfe etwas nach. Farbsäume und Farbtemperaturabweichungen sind nicht vorhanden, aber Abschattungen schmälern den Kontrastumfang.
An den unteren Rändern verzeichnen wir ein vergleichbares Ergebnis. Auf hohem Niveau sind nach wie vor Schärfe und Auflösung. Säume und chromatische Aberrationen glänzen mit Abwesenheit. Aber auch hier kosten Abschattungen etwas Differenzierung in der Pixelauflösung.
Farbwiedergabe
Der BenQ TH575i ist schon ab Werk hervorragend abgestimmt. Bereits die Farben im Bildmodus „Living Room“ gefallen. Noch eine Spur besser gelingt die Farbdarstellung im Preset „Kino“. Daher ziehen wir es für die Kalibrierung im Preset „Benutzer“ heran.
In der Werkseinstellung wird der Farbraum mit 86 % abgedeckt. Vor allem Grün und Cyan sind stark untersättigt. Das ist ein typischer Farbraum, wenn der Projektor auf maximale Helligkeit getrimmt wird.
Nach der Kalibrierung liegen Primär- und Sekundärfarben eine Spur besser, und der Weißpunkt macht mit 6507 K und D65 eine Punktlandung. An der untersättigten Farbdarstellung von Grün und Cyan ändert sich allerdings kaum etwas.
Der Graustufenverlauf ist in der Werkseinstellung bereits sehr gut. Mit 6748 K fällt die Farbtemperatur bei 100 % einen Hauch zu kühl aus. Im Rahmen der Kalibrierung senken wir die RGB-Gain-Regler ab, sodass sich ein mustergültiger Graustufenverlauf von 0 bis 100 % mit 6507 K ergibt.
In der Werkseinstellung erzielt der BenQ TH575i im Durchschnitt 3,4 Delta E und maximal 5,6 Delta E.
Im Rahmen der Kalibrierung ist es uns gelungen, die minimalen Abweichungen weiter zu optimieren, sodass durchschnittlich 1,0 Delta E und maximal 1,7 Delta E herauskommen.
Die Primär- und Sekundärfarben weisen ab Werk im Durchschnitt 13,3 Delta E und im Maximum 19,0 Delta E aus. Die Ursache dafür hat zwei Gründe: Zum einen sind Grün und Cyan im CIE deutlich untersättigt. Zum anderen ist „Brilliant Color“ aktiv. Ohne „Brilliant Color“ ergeben sich zwar messtechnisch deutlich bessere Messergebnisse nach der Kalibrierung, doch gehen sie zulasten der Maximalhelligkeit. Für eine in etwa doppelt so hohe Lichtausbeute opfern wir daher die letzte Farbpräzision.
Im Rahmen der Kalibrierung im Bildmodus „Benutzer/Kino“ stellt sich mit durchschnittlich 11,8 Delta E und 18,1 Delta E in der Spitze eine kleine Verbesserung ein, obgleich wir von einem „Sehr gut“ immer noch weit weg sind bezüglich Rot, Grün, Cyan und Magenta. Blau und Gelb sind ordentlich, das Weiß ist auf Referenzniveau.
Das Gamma beschreibt den Helligkeitsanstieg von Schwarz zu Weiß. Idealerweise verläuft er wahlweise um 2,2 oder 2,4 herum. Der BenQ TH575i stellt das Gamma bereits in der Werkseinstellung vorbildlich dar. Daher sind in dunklen und hellen Szenen alle Details vorhanden und werden auf der Leinwand abgebildet.
Im Rahmen der Kalibrierung auf Gamma 2,4 verzeichnen wir eine leichte Verbesserung, wodurch keine Details im Schwarz absaufen oder ins Weiß überstrahlen.




































