Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
Die UHP-Lichtquelle soll 3800 Lumen liefern. Im Bildmodus „Hell“ messen wir die höchste Lichtausbeute. Allerdings wird die Vorgabe mit 3562 Lumen um gut 6 % verfehlt. Darüber hinaus sehen die Farben relativ blass aus.
Viel besser ist das Ergebnis der Werkseinstellung „Kino“. Mit 2180 Lumen ist die Maximalhelligkeit immer noch sehr hoch. Im Rahmen der Kalibrierung verlieren wir rund 12 %. Das ist ein üblicher Wert. Die Lichtausbeute reicht, um Leinwandbreiten bis 4,40 m mit 20 fl zu befeuern.
Der statische Kontrast beträgt nach der Kalibrierung 1520:1 (On/Off), 1475:1 (Im Bild) und herausragende 677:1 (ANSI). Diese Werte werden von vielen DLP-Projektoren nicht erreicht, die um ein Vielfaches teurer sind. Chapeau, BenQ!
Dynamisch lässt sich der Kontrast noch auf 2575:1 steigern, ohne dass es durch die dynamische Regelung zu sichtbarem Helligkeitspumpen kommt.
Das Schwarz ist mit nativen 1,26 Lumen nicht besonders dunkel. Mit der dynamischen Helligkeitsregelung im Lampenmodus „Smart Eco“ verbessert es sich dynamisch auf 0,75 Lumen. Das hat in Summe ein etwas kontrastreicher erscheinendes Bild zur Folge.
| Bildmodus | Lumen |
| Benutzer/Kino (D65-kalibriert) | 1925 |
| Living Room | 2030 |
| Kino | 2180 |
| Hell | 3562 |
| Game | 2245 |
| Sport | 2200 |
| Benutzer 1 (Living Room) | 2030 |
| Benutzer 2 (Kino) | 2180 |
Graustufen und Helligkeitsverteilung
Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und farbliche Homogenität mit einem 100 %-Weißbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Mitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.
| – 19 % | – 14 % | – 40 % |
| – 14 % | 0 % | – 32 % |
| – 12 % | – 3 % | – 36 % |
Ungewichtete mittlere Helligkeitsverteilung: 81 %
Die ungewichtete mittlere Helligkeit beträgt 81 %. Sichtbare Abweichungen verzeichnen wir zunehmend zu den Rändern. Sie liegen oberhalb der Wahrnehmungsschwelle und haben Einfluss auf die Detail- und Farbdarstellung in diesen Bereichen. Schwankungen der Farbtemperatur sind hingegen nicht vorhanden.

Alle 256 Graustufen eines jpg-Testbildes werden dargestellt. Die für HDTV-Filme relevanten Wertebereiche 16 (Schwarz) bis 235 (Weiß) werden von unserem Testgerät vollständig reproduziert. Es laufen keine Inhalte im Schwarz zu, und es überstrahlt nichts ins Weiß.

Die Farbtemperatur macht mit 6507 K nach der Kalibrierung eine Punktlandung über alle 256 Abstufungen des jpg-Testbildes. In der Werkseinstellung weicht dieser Wert um rund 250 K vom Target ab. Das sind knapp 4 % und lässt sich spielend leicht korrigieren.
Empfohlene Einstellungen
Für ein stimmiges Grund-Setup haben wir folgende Einstellungsempfehlungen für Sie. Diese sind eine gute Grundlage, um eine Kalibrierung darauf aufzubauen.
SDR
| Bildmodus | Benutzer/Kino |
| Helligkeit | 49 |
| Kontrast | 51 |
| Farbe | 57 |
| Tönung | 50 |
| Schärfe | 15 |
| Brilliant Color | Ein |
| Gamma | 2,4 |
| Lichtquellenmodus | Smart Eco |
| Farbtemperatur | Kühl |

Subjektive Beurteilung
Der BenQ TH575i erzielt eine in seiner Preisklasse gute Farbtreue, ohne dabei Perfektion zu erlangen. Helligkeitsverläufe entsprechen exakt der Vorlage. Unterschiede sind auf der Leinwand nicht vorhanden. Die Hautfarben der Frauen werden natürlich reproduziert, ebenso der blaue Himmel mit den hellen Wolken und dem gelben Rapsfeld. Der Farbkasten und die Kannen sehen originalgetreu aus. Zu den Rändern nehmen Farbbrillanz und Farbtreue ab. Ebenso verliert das Weiß dort an Strahlkraft. Es erscheint eher hellgrau im Vergleich mit dem Originaltestbild.
Dank der sehr guten Schärfedarstellung gibt es weder Säume noch Aliasing-Effekte.
Sichtbare Unterschiede zwischen Original und Screenshot entsprechen den tatsächlichen Bildeindrücken.
Gaming
Der BenQ TH575i überzeugt auch beim Zocken. Der Input-Lag beträgt 16,7 ms bei Zuspielung von 1080p/60-Hz-Signalen. Damit kann er es mit den Gaming-Projektoren aufnehmen, die in der Spitze auf 4,6 ms kommen. Die hervorragende Schärfe und in weiten Teilen natürliche Farbdarstellung lassen Games dank der hohen Lichtausbeute auf der Leinwand förmlich erstrahlen. Hier empfehlen wir nicht den „Game“-Modus, sondern ebenfalls den kalibrierten „Benutzer/Kino“-Modus, weil die Farben schlicht und ergreifend stimmiger erscheinen. Dunkle Bereiche bieten viel Zeichnung nahe Schwarz, helle Szenen kommen nicht ins Clippen.
F1 und FIFA begeistern auf der großen Leinwand, weil die Bewegungsschärfe sehr gut ist. Nichts ruckelt. Für Profi-Gamer ist dennoch ein Gaming-Monitor von Zowie dem Beamer vorzuziehen, weil die Zowie-Modelle noch kürzere Reaktionszeiten besitzen.












