BenQ TH575i im Test: Heimkino-Beamer für die WM
5/5

SDR

Der BenQ TH575i zeigt alles, was im Full-HD-Signal enthalten ist. Die gute Schärfe schält vor allem in der Bildmitte alle noch so feinen Details heraus. An den Bildrändern nehmen Auflösung und Helligkeit ein wenig ab.

Die hohe Maximalhelligkeit liefert bis zu einer Leinwandbreite von 4,00 m strahlend helle Bilder. Auf kleineren Bilddiagonalen überzeugt sie bei zunehmendem Umgebungslicht.
Die Farben in Spielfilmen und auf Fotoaufnahmen sind weitgehend natürlich, erreichen aber keine Perfektion. Gemessen am Preis ist das Bild einzigartig, und man muss schon mindestens das Doppelte ausgeben, um eine bessere Performance auf der Leinwand zu erhalten.

Unsere Panorama-Aufnahme von Hamburg glänzt mit zahllosen kleinen Details. Der Proband liefert auch hier ein überzeugendes Ergebnis. Abschattungen am Rand sind vorhanden. Darüber hinaus ist die Farbe des roten Doppeldeckers originalgetreu. Jeder einzelne Pixel des DLP-Chips wird sauber abgegrenzt auf die Leinwand projiziert. Der gelbe Schriftzug „Stadtrundfahrt“ wird allerdings nicht vollständig abgebildet, weil hier nicht der Beamer limitiert, sondern die Full-HD-Auflösung. Wer den Schriftzug und die senkrechten Streben am Geländer auf der Brücke vollständig sehen möchte, benötigt einen 4K-Projektor und das UHD-Quellsignal.

Screenshot: Hamburg-Panorama im Original
Screenshot: Hamburg-Panorama im Original
Detailausschnitt
Detailausschnitt

Spielfilme werden mit 24, 50 und 60 Hz projiziert. Die Bewegungsschärfe ist demzufolge natürlich und fehlerfrei. Den Regenbogen-Effekt (RBE) hat BenQ stark reduziert, sodass er nur selten in kontrastreichen Szenen durch Farbblitzen auffällt.

Im Spielfilm „Elvis“ mit Austin Butler als King of Rock ’n‘ Roll bieten die Nachtaufnahmen viel Zeichnung. Das Nummernschild des Autos ist lesbar. Die Personen in den Schatten sind klar erkennbar. Nichts läuft im Schwarz zu. Allenfalls den grünen Neonschriftzug haben wir schon satter und kräftiger gesehen. Als Elvis beim Nachwuchswettbewerb auftritt, sind einzelne Zuschauer bis in die letzte Reihe voneinander zu unterscheiden. Das rosafarbene Outfit, die schwarzen Haare und das Make-up von Elvis sehen herrlich aus. Sobald er loslegt, bleibt die Bewegungsschärfe stabil. Nichts wirkt Soap-artig, nichts stottert auf der Leinwand. Der Kino-Look ist allgegenwärtig.

Während einer Rückblende in die Kindheit von Elvis entdeckt dieser ein Zelt, in dem gerade ein Gottesdienst stattfindet. Es ist das erste Mal, dass Elvis mit Gospel in Kontakt kommt. Die Buchstaben auf dem großen Schild vor dem Zelt sind perfekt zu lesen. Sogar die kleine Schrift auf der Tafel, die neben dem Eingang hängt, wird vollständig vom BenQ TH575i reproduziert.

„Elvis“ wird originalgetreu reproduziert
„Elvis“ wird originalgetreu reproduziert
Nachtaufnahmen sind sehr gut durchgezeichnet
Nachtaufnahmen sind sehr gut durchgezeichnet

Da die Fußball-WM vor der Tür steht, untersuchen wir, wie sich der Proband bei schnellen Abschlägen und einem temporeichen Spiel bewährt. Zunächst überrascht uns positiv, dass der Rasen bei der Sky-Übertragung von Bayer Leverkusen gegen den HSV natürlich aussieht und nicht entsättigt ist. Das Bild braucht vier bis fünf Sekunden nach dem Start des Senders, um „einzurasten“. Danach ist die Abbildungsschärfe bis zum Übertragungsende überraschend gut. Die Werbung auf der Bande ist klar und deutlich zu lesen. Einzelne Zuschauer sind auf der Tribüne erkennbar. Die weißen Kreidelinien auf dem Rasen heben sich kontrastreich vom Grün ab. Hier spielt der BenQ TH575i seinen herausragenden ANSI-Kontrast voll aus, den wir so gut selbst bei den meisten deutlich teureren Projektoren nicht gemessen haben. Die hellen Trikots der HSV-Spieler zeigen die blauen Elemente. Das Rot der Trikots der Leverkusener Spieler ist wunderbar satt. Die Bewegungen der Spieler sind natürlich. Es gibt keinen Seifenoper-Effekt. Nichts verschmiert. Der Ball rollt tatsächlich über den Rasen. Bei harten Schüssen lässt er sich bestens verfolgen.

In Kombination mit der hohen Helligkeit kann sich der Proband auch bei kontrolliertem Umgebungslicht behaupten.

Screenshot: Sky Bundesliga
Screenshot: Sky Bundesliga
Screenshot: Ausschnitt aus der Totalaufnahme
Screenshot: Ausschnitt aus der Totalaufnahme

Sound

Der im Projektor verbaute 10-Watt-Lautsprecher erzeugt einen Maximalpegel, der weit über Zimmerlautstärke hinausgeht. Höhen und Mitten werden glaubwürdig reproduziert. Auf Grundton und Bass muss natürlich verzichtet werden. Dafür bedarf es größerer Lautsprecher. Stimmen tönen sehr gut und sind bestens zu verstehen. Um im Garten oder bei Freunden den Kommentator eines Fußballspiels zu hören, reicht die Qualität allemal aus.

Musikdarbietungen fehlt es hingegen an Bass, Druck und Körperhaftigkeit. Zum großen Bild gehört daher ein ausgewachsenes 5.1-Lautsprecher-Set. Damit wird nicht nur das Erlebnis von Spielfilmen gesteigert, sondern auch die Kulisse im Stadion, da Live-Events oft mit Surround-Sound übertragen werden.

Bewertung

3.8

(GUT)

Fazit

BenQ bietet mit dem TH575i einen preiswerten und hellen DLP-Projektor mit Full-HD-Auflösung, der bei Gamern, Heimkino-Einsteigern und Sport-Liebhabern zum beliebten Spielpartner werden dürfte.

Mit einem Gewicht von 2,3 kg ist er für den mobilen Einsatz wie geschaffen, aber ebenso im Wohnzimmer für preiswerte Deckenhalterungen geeignet. Mit dem weißen Finish fügt er sich unauffällig ins gemütliche Wohnambiente ein.

Aufstellung und Installation gehen wie von BenQ gewohnt flott von der Hand, weil das Installationsmenü Schritt für Schritt durch alle relevanten Einstellungen führt. Google TV ist mit einem Klick am Smartphone via QR-Code eingerichtet.

Das Objektiv mit 1,1-fachem Zoom ist zwar nicht besonders üppig bemessen, bietet aber den gewünschten Komfort bei der finalen Aufstellung des Beamers. So kann eine 2,50 m breite 16:9-Leinwand aus einer Entfernung von 3,72 bis 4,10 m komplett ausgeleuchtet werden.

Gamer profitieren vom niedrigen Input-Lag, um jede Menge Großbildspaß zu erhalten.
Mit der Fernbedienung lassen sich Projektor und Smart-TV-Funktionen steuern. Die Navigation durch das OSD gelingt zügig. Vier Direktwahltasten bieten Zugriff auf Netflix, YouTube, Prime Video und Disney+.

Das Betriebssystem Google TV hat zahlreiche Streamingdienste, Chromecast, AirPlay, Bluetooth,und Google Cast für reichliche Unterhaltungsmöglichkeiten im Gepäck. Alle bekannten Dienste werden unterstützt. Apps wie WOW, Apple TV, DAZN und Paramount+ können kostenlos aus dem Google Play Store heruntergeladen und mit einem Knopfdruck installiert werden. Die Sprachsteuerung funktioniert fehlerfrei.

Bereits in der Werkseinstellung bietet der Proband ein beeindruckendes Großbilderlebnis. Graustufenverlauf, Gamma und ANSI-Kontrast sind herausragend. Leider wird der Rec.-709-Farbraum nicht vollständig abgedeckt, wodurch Grün und Cyan untersättigt sind. Mit unseren Einstellungsempfehlungen können wir das ein Stück weit kompensieren, erreichen aber messtechnisch keine Perfektion. Die Schärfe ist hingegen sehr gut, die Ausleuchtung preisklassenüblich mit leichten Abschattungen am Randbereich. Der Stromverbrauch ist angenehm niedrig für einen Beamer, der kalibriert 1925 Lumen erzielt und somit für Bildbreiten von bis zu 4,00 m geeignet ist.

Wer auf der Suche nach einem sehr preiswerten, kompakten und technisch ausgereiften Full-HD-Projektor mit Smart-TV-Funktionen und hoher Lichtausbeute ist, darf beim BenQ TH575i zugreifen.

Plus

  • Hohe Lichtausbeute
  • Natürliche Farbdarstellung ab Werk
  • Smart-Funktionen, die dank zahlreicher Apps, Bluetooth, Chromecast und AirPlay keine Wünsche offenlassen
  • 3D-fähig
  • Geringer Input-Lag
  • Gute Schärfe
  • Leise, energieeffizient und wartungsfrei

Minus

  • Rec.-709-Farbraum limitiert mit 85 %
  • Kein Lens-Shift
  • Kein HDR

Testlogo BenQ TH575i

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den TH575i leihweise von BenQ zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.

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Michael B. Rehders

… arbeitet seit 1996 als freiberuflicher Journalist, Fotograf und Autor mit Schwerpunkt Projektoren. Als Color-Management-Experte hält er Vorträge auf Hochschulen, Universitäten, Messen und schult Grafiker sowie Fotografen im Umgang mit Messequipment und Farbmanagement. Für PRAD ist er seit 2023 tätig.

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