Betrieb
Der BenQ TH575i benötigt etwa 35 Sekunden zum Hochfahren. Bis er seinen optimalen Arbeitspunkt erreicht hat, vergehen rund 30 Minuten. Bis dahin können sich Schärfe und Bildlage noch minimal verändern. Geschuldet ist dieser Umstand der UHP-Lampe, die länger benötigt als Laser oder LEDs, um ein stabiles Lichtspektrum zu erzeugen.
Wird der Projektor am Ende einer Vorführung ausgeschaltet, beträgt die Abkühlphase beachtliche 95 Sekunden, danach ist er im Stand-by. Das geht bei Geräten mit Laser- und LED-Lichtquelle sehr viel schneller – hier verzeichnen wir teilweise nur 1 bis 2 Sekunden, bis der Beamer im Stand-by ist.
Stromverbrauch
Der BenQ TH575i ist ob seiner nominellen Lichtleistung sehr genügsam im Energieverbrauch. Die Leistungsaufnahme liegt mit 245 Watt auf höchster Lichtstufe sogar noch unter der Herstellerangabe von 295 Watt. Der Stand-by-Verbrauch ist mit 0,1 Watt erwartungsgemäß vorbildlich.
| Bildmodus | Maximal | Stand-by |
| Lampenleistung Hoch | 245 Watt | 0,1 Watt |
*Stromverbrauch in Watt pro Stunde
Betriebsgeräusch, Kühlung und Wartung
Laut Hersteller beträgt das Betriebsgeräusch 34 dB(A) im hohen Lichtmodus und 29 dB(A) im Eco-Modus. Unsere Messungen aus einer Entfernung von 2 m frontal vor dem Projektor fallen mit 32 dB(A) und 28 dB(A) noch etwas besser aus.
Die Kühlung erfolgt über mehrere Lüfter, welche die Abwärme seitlich aus dem Gehäuse abtransportieren. Sie tönen sonor, die Strömungsgeräusche sind aber schon zu hören, wenn der Projektor in höchster Lichtstufe betrieben wird. Im Eco- oder Smart-Eco-Modus ist der Proband dann unauffällig.
BenQ beziffert die Lebensdauer der UHP-Lampe („Ultra High Pressure“) auf 6000 Stunden im normalen (hohen) Lichtmodus und auf 10 000 Stunden im Smart-Eco-Modus. Erfahrungsgemäß büßen Hochdruck-Quecksilberdampf-Lampen bis 2000 Stunden rund 50 % ihrer Lichtausbeute ein.
Was das in der Praxis bedeutet, veranschaulichen wir mal: Wer alle 104 Spiele der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko schaut, kommt auf rund 312 Stunden, wenn 3 Stunden pro Spiel angesetzt werden – inklusive Vor- und Nachberichterstattung.
Wird mit dem BenQ TH575i jeden Tag ein Zwei-Stunden-Film geschaut, beträgt die Lebensdauer im hohen Lichtmodus über acht Jahre, wenn wir die Herstellerangabe für die Berechnung heranziehen.
Eine Ersatzlampe kostet im BenQ-Onlineshop derzeit 149 Euro. Damit sind die Folgekosten überschaubar.
Eine Wartung ist durch den Nutzer nicht nötig, weil im BenQ TH575i die Lightengine gekapselt ist. Luftfilter braucht es daher nicht. Das Objektiv sollte aber gelegentlich vorsichtig abgestaubt werden, damit die gute Bildqualität aufrechterhalten bleibt.
Bedienung und OSD
Im Gegensatz zum BenQ 4100i besitzt der TH575i nur einen Controller. Dieser nutzt Infrarot für die Steuerung des Projektors und Bluetooth für die Bedienung der Smart-Funktionen.
Für das Projektor-Menü gibt es eine Taste, ebenso für das Hauptmenü von Google TV. Die Sprachsteuerung funktioniert auf Tastendruck. Ferner sind Direktwahltasten für YouTube, Netflix, Prime Video und Disney+ vorhanden.
Während der Projektorsteuerung und Kalibrierung mussten wir mit dem Handsender präzise auf den Probanden zielen, anstatt wie üblich auf die Leinwand. Die Ursache liegt am Infrarot-Empfänger auf der Vorderseite des TH575i. Dieser war bei unserem Testgerät nicht voll funktionsfähig. Wir gehen deshalb von einem Fehler beim Testgerät aus und haben BenQ darüber informiert. Der Empfänger auf der Oberseite des Gerätes funktioniert hingegen einwandfrei.
Im Rahmen der Smart-TV-Nutzung spielt es keine Rolle, in welche Richtung der Controller gehalten wird. Die Navigation durch das OSD, die Sprachsteuerung und die Direktwahltasten für die Apps funktionieren dank Bluetooth selbst ohne direkten Sichtkontakt.
Die Navigation durch das übersichtlich strukturierte On-Screen-Menü geht flott von der Hand. Die einzelnen Menüs sind selbsterklärend beschriftet. Alle Einstellungen werden für HDTV, 3D und Smart-Funktionen übernommen.
Der BenQ TH575i besitzt nicht das aktuelle On-Screen-Menü, sondern die ältere Version. Ab Werk ist auch hier ein Basismenü aktiv, in dem rudimentäre Einstellungen möglich sind. Die Eingaben beziehen sich auf die Auswahl von Helligkeit, Lichtmodus, Seitenverhältnis, Fast Mode, Bildmodus, Information, Lautstärke und Menütyp. Allein von hier ausgehend kann der Nutzer in das „Erweiterte Menü“ umschalten – und das bleibt anschließend dauerhaft aktiv.
Alle Menüs überlagern das zugespielte Bildsignal, damit die Parameter gut lesbar sind.

Für die Kalibrierung steht unter „Erweiterte Farbeinstellungen“ ein Sechs-Achsen-Farbmanagement zur Verfügung. Es trägt den Namen „Farbverwaltung“. Hierin können Rot, Grün, Blau, Cyan, Magenta, Gelb und der Weißpunkt angepasst werden. Das Besondere daran ist, dass sich hinter „Weißpunkt“ das eigentliche Gain/Offset-Menü verbirgt. Da die RGB-Offset-Regler in der Praxis nicht genutzt werden sollten, weil damit Schwarz aufgehellt wird oder Bildinhalte ins Schwarz zulaufen, hat BenQ darauf kurzerhand verzichtet und lediglich die Gain-Regler implementiert.
Feste Farbtemperatur-Presets wie „Kühl“ oder „Warm“ lassen keine Rückschlüsse zu, welcher Wert sich dahinter versteckt. Daher haben wir nachgemessen: „Kühl“ kommt 6500 K am nächsten.
Letztendlich kann das Gamma ausgewählt werden. Dafür sind folgende feste Presets vorhanden: Gamma BenQ, 1.8, 2.2, 2.3 und 2.4.




















