Test ASUS ProArt A1: Hohe Lichtleistung und riesiger Farbraum

Weltweit erster Calman-verifizierter Projektor, der ab Werk bereits vorkalibriert ist und eine Farbgenauigkeit von Delta E

0
3279

Einleitung

Mit dem A1 bringt der taiwanesische Hersteller ASUS seinen ersten Projektor aus der ProArt-Reihe auf den Markt. Unter ProArt versteht das Unternehmen die Fusion aus professionell ausgelegter Technik und Kunst. Die vielen Anwendern vor allem aus dem Monitorsegment bekannte ProArt-Reihe wendet sich dementsprechend vor allem an professionelle Nutzer aus dem Bereich der kreativen Content-Erstellung mit erhöhten Ansprüchen an die Bildqualität.

Für die Vorführung der Ergebnisse vor einem großen Publikum ist da jeder handelsübliche Grafikmonitor noch viel zu klein. Hier sollen die ProArt-Projektoren Abhilfe schaffen. Sie versprechen eine branchenführende Farbgenauigkeit, um die Inhalte dadurch exakt wie beabsichtigt auf der Leinwand erscheinen zu lassen.

Der ASUS ProArt A1 ist dazu ab Werk für eine Farbgenauigkeit von Delta E <2 vorkalibriert und laut Hersteller dabei der weltweit erste Calman-verifizierte Projektor. Der A1 setzt dabei wie der ASUS H1 auf LED-Technik, die für leuchtkräftige und brillante Farben bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz bekannt ist. Dementsprechend soll auch ein großer Farbraum vorhanden sein, der die sRGB- und Rec.-709-Farbräume zu 98 % abdeckt.

Für einen LED-Projektor sind mit 3000 Lumen auch die Angaben zur Lichtleistung beeindruckend. Bei der Auflösung muss man sich allerdings mit Full HD bescheiden. Dass das in dieser Preisklasse nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, haben wir bei den beiden letzten Vertretern im Test mit ganz echtem „True 4K“ gesehen. Dabei hat das Marketing der jeweiligen Hersteller die Pixel in den technischen Angaben so wild geshiftet, dass einem ganz schwindelig wurde.

In puncto Konnektivität bietet der A1 nicht nur zahlreiche kabelgebundene Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite. Per Wireless Mirroring können Inhalte auch mühelos von geeigneten iOS-, Android- oder Windows-10-Geräten drahtlos übertragen werden. Die Vier-Ecken- und 2D-Trapezkorrektur sowie ein 1,2-facher Zoom sollen dabei große Projektionen selbst in beengten Verhältnissen ermöglichen.

Zum Zeitpunkt der Testerstellung war der ASUS ProArt A1 im Online-Versand bereits für 1.405 Euro inklusive Versandkosten erhältlich. Das macht das Gerät auch für Heimkino-Enthusiasten interessant, denn eine genaue Farbdarstellung ist dort ebenfalls immer ein Plus.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des ASUS ProArt A1.

Lieferumfang

Der Lieferumfang umfasst neben dem Projektor und der zugehörigen Fernbedienung eine praktische Tragetasche. Sie wirkt recht kostengünstig produziert und hat wenig Polsterung. Für den gelegentlichen Transport ist sie aber eine willkommene Dreingabe. In dem mit einem Reißverschluss versehenen Außenfach lassen sich dabei auch die Kabel und die Fernbedienung gut verstauen.

Lieferumfang des ASUS ProArt A1 Projektors
Lieferumfang

Neben einem Stromkabel (mehrere für verschiedene Länder) gehört ein HDMI-Kabel zum Lieferumfang. Beide sind ca. 1,8 m lang, sodass der Spielraum bei einer klassischen Heimkino-Festinstallation eher begrenzt ist. Die Beigabe eines HDMI-Kabels ist dennoch bemerkenswert. Zum einen, da es bei Projektoren eher selten im Lieferumfang enthalten ist. Zum anderen, da es sich um ein sehr hochwertiges High-Speed-Exemplar handelt.

Die passenden Batterien zur Fernbedienung werden ebenfalls mitgeliefert, sodass man sofort loslegen kann. Bei der ersten Inbetriebnahme hilft dann eine gedruckte Schnellstart-Anleitung. Die Vorkalibrierung ab Werk wird mit einem mit individueller Seriennummer versehenen Kalibrierungsreport bescheinigt.

Einen Gerätetreiber und ein Standardfarbprofil haben wir auf der Support-Seite von ASUS dagegen vermisst. Angesichts der Vorkalibrierung und der ProArt-Zielgruppe wäre das eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Vielmehr wurden wir von der Meldung „We don’t currently provide a software utility or drivers for this model“ überrascht. Da ASUS auf der Produkt-Website speziell das Zusammenspiel mit der ProArt-Palette-Software für einfaches Farbmanagement bewirbt, ist das schon verwunderlich.

Anschlüsse

Bei den Anschlussmöglichkeiten bietet der A1 neben zwei HDMI-2.0-Eingängen sogar einen analogen VGA-Eingang. Damit ist auch das Zusammenspiel mit älteren Geräten sichergestellt. Auf den LAN-Anschluss des ASUS H1 muss man beim A1 zwar verzichten, der dient dort aber ohnehin nur zum zentralen Projektor-Management. Der A1 hat stattdessen einen zusätzlichen USB-Port, an dem man den zum Lieferumfang gehörenden Wi-Fi-Dongle anschließen kann. Per Wireless Mirroring können damit Inhalte von geeigneten iOS-, Android- oder Windows-10-Geräten auch drahtlos übertragen werden.

Anschlüsse auf der Rückseite des ASUS ProArt A1
Anschlüsse

Von links nach rechts zeigt die Abbildung: Öffnung für Kensington-Sicherung, Kopfhörer-Ausgang und analoger Audio-Eingang, USB-WiFi-Dongle-Port, 2 x HDMI (2.0), VGA, USB-Port (Typ A), und RS232-Schnittstelle. Die USB-Buchse ist nicht für den Anschluss von USB-Sticks geeignet, sondern lediglich zur Stromversorgung von Mobilgeräten gedacht (bis zu 7,5 Watt).

Optik und Gestaltung

Hatte man zuvor den ultraportablen ASUS ZenBeam S2 in der Hand, wirkt der ASUS ProArt A1 schon recht mächtig. Das Design orientiert sich an klassischen Heimkino-Projektoren und sorgt nicht zuletzt durch das optisch fast schon zu einem kleinen Sternenportal aufgemotzte Objektiv-Auge für einen kräftigen Auftritt.

Das Design ist allerdings schon vom ASUS H1 bekannt. Äußerlich unterscheiden sich die beiden Geräte kaum. Der ASUS ProArt A1 wirkt aber dank der bronzefarbenen ProArt-Verzierungen schon eleganter und hochwertiger.

Beamer Ansicht diagonal
Ansicht diagonal

Die Verarbeitung und die Haptik machen ansonsten wie schon beim H1 einen überwiegend sehr hochwertigen und für die Preisklasse eher überdurchschnittlich guten Eindruck.

Beamer Ansicht vorn
Ansicht vorn
Beamer Ansicht hinten
Ansicht hinten

Ob man es für ein Sternenportal oder Saurons Auge hält: Von vorn kann man sich der magischen Anziehung des Objektivs kaum entziehen. Hat man den Warnhinweis links neben dem Objektiv gesehen und verstanden, ist es schon zu spät. Dass man bei 3000 Lumen nicht aus nächster Nähe in den Lichtstrahl schauen sollte, ist aber hoffentlich den meisten schon vorher klar gewesen.

Beamer Ansicht rechte Seite
Ansicht rechte Seite
Beamer Ansicht linke Seite
Ansicht linke Seite

An der Unterseite besitzt der Projektor Bohrungen für eine Deckenmontage. Die Bildlage kann dazu im Menü von Tisch- auf Deckenprojektion umgestellt werden, auch Rückprojektion ist in beiden Positionen möglich. Eine entsprechende Halterung ist als optionales Zubehör erhältlich.

Beamer Ansicht oben
Ansicht oben
Beamer Ansicht unten
Ansicht unten

Das anthrazitfarbene Kunststoff-Gehäuse ist ansonsten recht kantig gehalten. Mit seinen Abmessungen von 405 x 99 x 283 mm (B x H x T) und einem Gewicht von 5,7 kg ist der ProArt A1 eher auf eine dauerhafte Aufstellung/Fest-Installation ausgerichtet. Zur Gerätesicherung befindet sich auf der Rückseite die Öffnung für ein Kensington-Kabelschloss. Bohrungen an der Unterseite ermöglichen eine Deckenmontage.

Aufstellung

Die Flexibilität bei der Aufstellung ist durchaus ein wichtiges Kaufkriterium, da der Projektor sich in der Regel möglichst einfach in ein bestehendes Wohnzimmer integrieren lassen soll.

Zur Beurteilung stellen wir das Gerät an einem vorgegebenen Ort auf und prüfen, wie gut sich Bildgröße und Bildposition in Verbindung mit einer optimalen Fokussierung anpassen lassen. Gefragt sind hier also die optischen Möglichkeiten des Objektivs (Zoom, Lens-Shift, Fokussierung ohne Änderung von Bildgröße und -position).

Zwei ausschraubbare Standbeine vorn zur Veränderung des Neigungswinkels
Zwei ausschraubbare Standbeine vorn zur Veränderung des Neigungswinkels

Vorn hat der ASUS A1 zwei rutschfest gummierte Standfüße, die sich nach Bedarf einzeln ausschrauben lassen. Der maximal erzielbare Neigungswinkel beträgt 6°. Ein Niveau-Ausgleich in der Waagerechten ist nur bis maximal 2,2° möglich, da das Gerät sonst unten aufsitzt. Die hintere, längs verlaufende Auflage ist ebenfalls gummiert. Sie lässt sich aber in der Höhe nicht verstellen.

Schaubild für Neigungswinkel und Nivellierung (Screenshot: ASUS-Handbuch)
Schaubild für Neigungswinkel und Nivellierung (Screenshot: ASUS-Handbuch)

Nutzt man die Standbeine zur Neigung des Gerätes, entstehen zwangsläufig an den Seiten schiefe Linien. Zum Ausgleich hat der ASUS ProArt A1 eine elektronische Trapezkorrektur (±40 Grad, horizontal und vertikal). Zusätzlich ist eine Korrektur der vier Ecken möglich, um Verzerrungen zu korrigieren. Eine gerade Ausrichtung ohne Neigung ist dennoch immer zu empfehlen. Die Nachteile in Sachen Bildschärfe und Detaildarstellung kann die Elektronik nicht ausgleichen.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!