Test Dell Pro Webcam 4K WB726 mit 4K60 und HDR
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Bildqualität bei guter Beleuchtung

Die Detailschärfe über das gesamte Bildfeld ist als gut zu werten – auch am Rand. 4K liefert zwar mehr Details als das auf 1080p heruntergerechnete Bild, doch der Effekt ist nicht so groß, dass er auf den ersten Blick zu erkennen ist. Erst bei einem vollflächigen Bild fällt er deutlicher aus.

Farbwiedergabe und Hauttöne erzielen eine gute bis sehr gute Wertung: Sie wirken natürlich und zeigen keine Farbstiche. Die Funktion „Smart Enhancement“ liefert ein optimales Bild, auch wenn die Darstellung eine Nuance zu hell abgestimmt ist. Gerade bei unterschiedlichen Helligkeitswerten der Umgebung erfüllt die Automatik ihren Zweck jedoch vollkommen – wer möchte schon ständig die Einstellungen verändern? In lichtdurchfluteten Räumen oder gar bei seitlichen Fenstern sollte zudem „Smart HDR“ in jedem Fall aktiviert werden. Die Bildqualität der Umgebung verbessert sich dadurch signifikant; die Gesichtsdarstellung ist in beiden Szenarien einwandfrei.

Smart HDR „An“
Smart HDR „An“
Smart HDR „Aus“
Smart HDR „Aus“

Am Kontrastverhalten und Dynamikumfang ist nichts auszusetzen. Auch optische Fehler wie eine Verzeichnung (Fischaugeneffekt) bei 90°-Sichtfeld, chromatische Aberration an kontrastreichen Kanten oder eine Vignettierung konnten wir nicht feststellen. Bildrauschen tritt bei guten bis sehr guten Lichtverhältnissen ebenfalls nicht auf.

Der Sony-Starvis-Sensor ist an dieser Stelle das zentrale Versprechen. Die Technologiebezeichnung ist auf eine hohe Lichtempfindlichkeit ausgelegt und arbeitet mit rückwärtiger Belichtung (BSI): Das einfallende Licht erreicht die Fotodioden, ohne die Leiterbahnen der Sensorvorderseite passieren zu müssen.

Schwachlicht, HDR und Gegenlicht

Bei schlechten Lichtverhältnissen liefert die Dell WB726 ebenfalls eine überzeugende Leistung. Selbst das Monitorbild reicht aus, um ein einwandfreies Bild darzustellen, zumindest solange es hell genug ist, also ein überwiegend weißes Bild angezeigt wird. Eine Schreibtischlampe ist dann vollkommen ausreichend, um eine einwandfreie Darstellung des Gesichts zu ermöglichen.

Bildrauschen ist bei sinkender Beleuchtungsstärke auszumachen, insbesondere je vollflächiger das Bild angezeigt wird. Ein Webchat ist aber in jedem Fall auch bei geringeren Lichtverhältnissen problemlos möglich. Lediglich „Auto-Framing“ sollte deaktiviert werden. Anscheinend kann der Fokus bei sehr dunklem Umgebungslicht die Raumgröße nicht korrekt erkennen und zoomt das Gesicht sehr deutlich in den Vordergrund.

Auf HDR bei Gegenlicht oder seitlichem Lichteinfall sind wir bereits eingegangen. Ghosting bei aktivem HDR konnten wir nicht ausmachen. Dennoch empfehlen wir, „Smart HDR“ zu deaktivieren und „Kompensation bei geringen Lichtverhältnissen“ zu aktivieren.

Autofokus, Sichtfeld und Zoom

Das Sichtfeld lässt sich zwischen 65°, 78° und 90° wählen. 90° nehmen im Homeoffice mehr vom Raum mit ins Bild, als vielen lieb ist; ein engerer Ausschnitt wirkt in Einzelgesprächen ruhiger und professioneller. Solange Auto-Framing aktiviert ist, lässt sich allerdings auch das Sichtfeld nicht beeinflussen.

Der Autofokus überzeugt mit seinem Tempo und benötigt nur wenige Sekunden. Hält man beispielsweise ein Dokument vor die Kamera, wird die Schrift nach kurzer Zeit scharf abgebildet – und bleibt es auch dauerhaft. Natürlich nur, solange man das Dokument nicht bewegt. Ein Pumpen des Fokus konnten wir nicht beobachten. Eine Steuerung per Gesten oder von Hand ist ebenfalls möglich.

Manuelles Zoomen ist möglich, und das Bild lässt sich innerhalb des Fensters per Pfeiltasten kinderleicht justieren. Für alle, die auf Auto-Framing verzichten wollen, ist das eine gelungene Einstellmöglichkeit.

KI-Funktionen im Praxistest

Dell listet vier automatische Funktionen: Auto-Framing, intelligente Szenenerkennung („Smart Enhancement“), Belichtungsautomatik und automatischer Weißabgleich.

Auto-Framing hält die erkannte Person im Bildzentrum und passt den Ausschnitt an. Bei der Nachverfolgungsempfindlichkeit kann zwischen „Normal“ und „Schnell“ gewählt werden. Aus unserer Sicht ist „Normal“ die richtige Wahl, weil Auto-Framing nicht gleich reagieren sollte, nur weil man sich kurz vorbeugt, um danach sofort in die ursprüngliche Position zurückzukehren. Wenn die Kamera bei jeder kleinen Bewegung eine Korrektur vornimmt, kann das von den Konferenzteilnehmern schnell als nervig empfunden werden.

Smart Enhancement passt das Bild automatisch an die Lichtsituation an. In einem hellen, von Tageslicht durchfluteten Raum korrigierte die Funktion das Gegenlicht sichtbar: Das Gesicht blieb vor dem Fenster deutlich erkennbar, statt in der Silhouette zu verschwinden. Das gesamte Bild wurde optimal in der Helligkeit reduziert, sodass eine Bildoptimierung erkennbar war.

Auch der automatische Weißabgleich und die intelligente Belichtung erledigen ihre Aufgabe zuverlässig.
Insgesamt lieferten die KI-Funktionen im Test eine überzeugende Leistung. Wer seine Einstellungen nicht ständig an wechselnde Lichtverhältnisse anpassen möchte, fährt damit gut.

Audio: Das integrierte Mikrofon

Dell nennt ein integriertes Mikrofon mit einer Reichweite von bis zu 3 m. Getestet wurde in einem Büroambiente mit laufender und deutlich hörbarer Klimaanlage. Ein Umstand, der bei den momentanen Temperaturen besonders praxisnah ist. Die Tonqualität ist ausgezeichnet, klar und ohne Halleffekte. Die Geräuschreduzierung funktioniert perfekt. Von den Geräuschen der Klimaanlage ist nichts zu hören – so sollte es sein!

Windows Hello und Datenschutz

Die WB726 ist laut Dell Windows-Hello-kompatibel, also für die biometrische Anmeldung per Gesichtserkennung geeignet. Die Webcam besitzt einen dafür notwendigen Infrarotsensor, der auch der An- und Abwesenheitserkennung dient.
Die Einrichtung unter Windows 11 klappte problemlos, und die Erkennung war perfekt. Ob mit oder ohne Brille, bei heller oder dunkler Umgebung: Windows Hello funktionierte tadellos.

Webcam betriebsbereit
Webcam betriebsbereit
Webcam mit Blende über dem Objektiv
Webcam mit Blende über dem Objektiv

Für den Einsatz im Unternehmensumfeld schreibt die IT-Richtlinie häufig eine mechanische Abdeckung und eine LED vor, die zuverlässig anzeigt, wann die Kamera aktiv ist. Beide Anforderungen werden erfüllt. Auf der Oberseite befindet sich ein Schieberegler, der das Objektiv verdeckt und somit die Übertragung unterbindet. Nach Betätigung des Schiebereglers blinkt die weiße LED kurz und leuchtet anschließend wieder. Durch den Schieberegler wird die Webcam jedoch nicht komplett deaktiviert, wie es beispielsweise bei einer versenkbaren Kamera in einem Monitor der Fall ist.

Für wen lohnt sich die WB726?

Im Büro und Unternehmenseinsatz liegt die eigentliche Zielgruppe. Dafür sprechen die dreijährige Garantie (eingeschränkte Hardware) mit erweitertem Austauschservice, die zentrale Verwaltbarkeit über den Dell Display and Peripheral Manager und die breite Kompatibilität mit den gängigen Konferenzplattformen. „Eingeschränkt“ bedeutet: Die Garantie deckt ausschließlich Herstellungs- und Materialfehler ab, die bei normaler Nutzung auftreten. Wer ohnehin Dell-Hardware im Einsatz hat, bekommt eine Lösung, die sich in dieselbe Management-Software einfügt.

Im Homeoffice profitiert von der Dell WB726 am stärksten, wer täglich mehrere Stunden in Videokonferenzen verbringt, häufig extern präsentiert oder in einem Raum mit schwieriger Lichtsituation sitzt – Fenster im Rücken, wenig Deckenlicht. Wer zwei- bis dreimal pro Woche ein Meeting hat, wird den Unterschied zur Notebook- oder Monitorkamera sicherlich sehen. Ob der Preis der WB726 das rechtfertigt, muss aber jeder selbst entscheiden. Hier ist die rund 65 Euro günstigere 2K-Variante WB526 die naheliegendere Wahl.

Für rein private Videotelefonie ist die WB726 überdimensioniert. Zum Streamen sind aus unserer Sicht Sensorgröße, 60 fps und eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes entscheidend. Die ersten beiden Punkte erfüllt die Kamera aufgrund der Spezifikationen. Getestet haben wir dieses Nutzungsszenario allerdings nicht, weshalb wir hier keine Bewertung abgeben.

Bewertung

ca. 180 Euro (Stand: 17.08.2026)
4.3

(GUT)

Fazit

Auf dem Papier bringt die Dell Pro Webcam 4K WB726 alles mit, was eine Business-Webcam der Oberklasse ausmacht: ein großer Sony-Starvis-Sensor, eine lichtstarke f/2.0-Optik, 4K bei 60 fps, HDR, eine kamerainterne KI-Aufbereitung und ein integriertes Mikrofon mit ausgezeichneter Rauschunterdrückung.

Die Kamera lieferte im Test praxistaugliche Ergebnisse. Allerdings sollte vor dem Erwerb klargestellt werden, dass die Webcam bei Nutzung der KI-Funktionen lediglich mit 30 fps arbeitet. Wer Bilder ausdrücklich mit 60 Hz verarbeiten möchte, muss die KI-Funktionen deaktivieren – was allerdings schade wäre, da sie ausgesprochen zuverlässig funktionieren.

Wem eine 2K-Auflösung genügt, der sollte sich die etwa 80 Euro günstigere Dell WB526 einmal ansehen. Wir hatten leider nicht die Möglichkeit, beide Kameras gegeneinander antreten zu lassen. In einem YouTube-Video kann man aber erkennen, dass die Bild- und Tonqualität der WB726 in nichts nachsteht und uns sehr an die interne Kamera des Monitors Dell P3426WEB erinnerte.

Wer eine zuverlässige 4K-Webcam für den Business-Einsatz sucht, macht mit der WB726 sicherlich nichts falsch.

Testlogo Dell WB726

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt die WB726 von Dell als Testmuster und durfte das Gerät anschließend behalten. Dieser Umstand hat die Testergebnisse nicht beeinflusst. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung. Da uns das Gerät dauerhaft überlassen wurde, kennzeichnen wir diesen Test aus Gründen der Transparenz dennoch als Werbung.

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