Test Monitor Eizo CG246
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Farbraumemulation

Color Navigator 6 bietet für Bildschirme mit 3D-LUT zwei verschiedene Möglichkeiten, eine Farbraumemulation zu realisieren.

Die erste Variante kann mit allen Bildschirmen der ColorGraphic-Reihe verwendet werden. Der Benutzer legt den gewünschten Farbumfang über Eingabe der xy-Normfarbwertanteile für die Primärfarben fest. Alternativ können die Daten auch aus einem ICC-Profil ausgelesen werden. Letzteres hat den Charme, dass die vorgesehene Gradation übernommen wird.

Das Ergebnis ist sehr exakt, allerdings kam es bei der Simulation von Farbräumen, die über den maximalen Bildschirmfarbraum hinausgehen, bislang zu keinem Gamut-Mapping mit definiertem Rendering-Intent. In der aktuellen Softwareversion wird die Konfiguration durch eine Gamut Clipping Einstellung ergänzt, die laut Eizo aber nicht für alle Bildschirme vorgesehen ist. Nach Aktivierung erfolgt die Farbraumanpassung relativ farbmetrisch.

Eizo Cg246 Monitor Cn11
 

Die zweite Emulationsfunktion setzt eine 3D-LUT voraus und verbirgt sich hinter dem Advanced-Button. Zunächst wird das Emulationsziel als ICC-Profil festgelegt (also z.B. das sRGB-Arbeitsfarbraumprofil). Abschließend muss ein Kalibrationsziel ausgewählt werden. Die Farbraumtransformation beruht dann auf Bildschirm- und Emulationsprofil und wird bei Aktivierung in die 3D-LUT geschrieben. Solange die Charakterisierung durch das übergeordnete Kalibrationsziel aktuell ist, können die Umrechnungen sehr präzise erfolgen. Für die untergeordneten Emulationsprofile ist kein erneuter Durchlauf von Kalibration und Profilierung erforderlich.

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Eizo Cg246 Monitor Cn13
 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Benutzer kann sehr unkompliziert verschiedenste Farbräume emulieren und muss keine Anpassungen für unterschiedliche Weißpunkte durchführen. Die Farbraumtransformation wird mit spezifiziertem Rendering-Intent durchgeführt.

Wichtig: Diese Variante der Farbraumemulation muss während der Verwendung von farbmanagementfähiger Software unbedingt deaktiviert werden. Das ICC-Profil enthält die farbmetrischen Daten des übergeordneten Ziels. Die doppelten Transformationen von Software und Bildschirm führen dann zu einer fehlerhaften Darstellung.

Nachfolgend haben wir die Farbraumemulation aus Color Navigator heraus für die Simulation von sRGB, AdobeRGB und ECI-RGB v2 genutzt. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB
White Point / CCT Kelvin 6485K
White Point XYZ (normalized) 94.91 100.0 108.37
DeltaE to D50/ D65 19.2 / 0.4
DeltaE to Blackbody Curve * 0.22
Assumed Target Whitepoint 6500K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 0.31
Brightness / cd/m² ** 139.4
Black Point / cd/m² ** 0.17
Contrast / x:1 820:1
Gradation (Average) 2.18

* Based on CCT / ** Measured with X-Rite DTP94

Eizo Cg246 Monitor SRGBemu
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.
Vergleich der AdobeRGB-Emulation mit AdobeRGB
White Point / CCT Kelvin 6508K
White Point XYZ (normalized) 94.98 100.0 108.86
DeltaE to D50/ D65 19.51 / 0.12
DeltaE to Blackbody Curve * 0.06
Assumed Target Whitepoint 6500K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 0.09
Brightness / cd/m² ** 139.6
Black Point / cd/m² ** 0.17
Contrast / x:1 821:1
Gradation (Average) 2.17

* Based on CCT / ** Measured with X-Rite DTP94

Eizo Cg246 Monitor ARGBemu
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.
Vergleich der ECI-RGB v2-Emulation mit ECI-RGB v2
White Point / CCT Kelvin 6501K
White Point XYZ (normalized) 94.99 100.0 108.76
DeltaE to D50/ D65 19.44 / 0.13
DeltaE to Blackbody Curve * 0.05
Assumed Target Whitepoint 6500K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 0.05
Brightness / cd/m² ** 139.7
Black Point / cd/m² ** 0.17
Contrast / x:1 822:1
Gradation (Average) 2.37

* Based on CCT / ** Measured with X-Rite DTP94

Eizo Cg246 Monitor EciRGBemu
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.

Die Farbraumemulation erreicht die Präzision von „Live-Transformationen“ eines CMM auf Basis von ICC-Profilen (siehe Abschnitt: Messungen nach Kalibration und Profilierung). Das liegt in ihrer Umsetzung begründet und ist eine ideale Voraussetzung für die normativ korrekte Wiedergabe in nicht farbmanagementfähiger Umgebung.

Das Gamut-Mapping mit relativ farbmetrischem Rendering-Intent wird bei der Simulation von ECI-RGB v2 sichtbar: Tonwerte innerhalb des Bildschirmfarbraums werden ideal umgerechnet. Alle anderen Tonwerte werden bestmöglich auf die Farbraumgrenze verschoben. Einziger Nachteil: Es kann zu Farbabrissen kommen, wenn mehrere Farben auf den gleichen Repräsentanten abgebildet werden.

Zum Vergleich haben wir ECI-RGB v2 noch einmal mit der „Standard-Farbraumemulation“ und deaktiviertem Gamut Clipping simuliert:

Eizo Cg246 Monitor EciRGBemu2
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.

Gut zu erkennen sind die erhöhten Abweichungen von Tonwerten, die innerhalb des Monitorfarbraums liegen.

Profilierung von Tablet-Computern

Eine weitere interessante Funktion ist die Profilierung externer Bildschirmgeräte, wie beispielsweise Tablet-Computer. Als Messgerät muss ein ColorMunki oder i1 Pro von X-Rite verwendet werden.

Die Testfelder werden auf dem Zielgerät via Internetbrowser vollautomatisch angezeigt. Der notwendige Netzwerkport wird während der Konfiguration vom Benutzer spezifiziert. Die Ergebnisse können als Matrix- oder LUT-Profil gespeichert und natürlich auch für die Farbraumemulation verwendet werden.

Eizo Cg246 Monitor Cn15
Eizo Cg246 Monitor Cn16
Eizo Cg246 Monitor Cn17
Profilierung eines Tablets mit Color Navigator.

7 KOMMENTARE

  1. Noch ein allgemeiner Kommentar zum Thema Geräuschentwicklung bei (IT-)Geräten. Es ist leider so, dass die Leute, die nicht so empfindliche Ohren haben wie andere, das manchmal als ziemliche „Anstellerei“ wahrnehmen, wenn man sich über ein „flüsterleises“ Geräusch beschwert. Andere Leute haben aber leider empfindlichere Ohren. Und wenn es auch nicht darum geht, dass man vom Lüftungsgeräusch eines Notebooks oder Monitors direkt „weggeblasen“ wird, so nervt es doch einfach tierisch, dieses monotone Surren/Rauschen/Fiepen den lieben langen (in meinem Fall) 8 bis 14 Stunden dauernden Arbeitstag, Tag für Tag für Tag für Tag…, um die Ohren zu bekommen.

    Und für empfindlichere Ohren ist es leider auch keine Alternative, einfach die ganze Zeit mit lauter Musik gegenzusteuern — das nervt ja noch mehr. Nicht in den ersten 15 Minuten, klar. Die ersten 2 bis 3 Stunden werden auch noch OK sein — aber irgendwann geht’s einem einfach auf die Nerven.

    Eine Lösung könnte darin bestehen, mehrere Tage hintereinander die Disco zu besuchen, und die Ohren abwechselnd direkt an die Basslautsprecher zu halten, so lange bis man seine Ohren auf eine einigermaßen „allgemeinverträgliche“ Unempfindlichkeit runtergewirtschaftet hat. 😉 Aber das dürfte für die meisten meiner „Leidensgenossen“ auch keine Alternative sein. Wir *hören* einfach das Surren der Netzteile, das Rauschen der Notebooks und das Fiepen der Lichtdimmer. Das können sich einige Leute nicht vorstellen, weil sie selbst es eben nicht hören, und gehen davon aus, dass sich hier völlig überzogen angestellt wird. Aber wenn man zu den betroffenen „Katzenohren“ gehört, dann ist man für jedes Gerät dankbar, dass keine zusätzlichen Geräusche verursacht.

    Da die neuen EIZOs offenbar alle Lüfter verbaut haben, werde ich nach rund 20 Jahren EIZO-Fanschaft mich wohl leider anderweitig umsehen müssen. 🙁 Sehr schade… wird nicht einfach werden, was adäquates zu finden.

  2. Na ja wir haben noch Meinungsfreiheit und ich denke jeder wird erkennen, dass es sich hier um eine maßlose Übertreibung handelt. Jeder hat ein anderes Empfinden und solche Monitore werden in der Regel im Kreativ-Büro eingesetzt. Da wird es kaum so still sein, dass man den Lüfter hört. Wer aber einen absolut auf leise getrimmten Rechner hat, vermag den Lüfter bei absoluter Stille wohl wahrnehmen.

  3. 6 Lüfter in meinem PC selbst wenn dieser im Vollastbetrieb läuft…

    solche Behauptungen können geschäftsschädigend sein. Das mit dem Lüfter kann kaum sein und man muss hier aufpassen, dass man nicht wegen unlauterem Wettbewerb drankommt. Ich kann bei meinem EIZO nichts hören und bin sicher nicht schwerhörig. Von wegen 6 Lüfter. Ich bitte Sie, diesen Text zu überprüfen und gegebenenfalls zu entfernen, danke

  4. Das Lüftergeräusch im CG246 macht konzentriertes Arbeiten in ruhiger Umgebung praktisch unmöglich. Ein absolutes No Go für einen Monitor dieser Preisklasse. Das Lüfterrauschen übertönt die 6 Lüfter in meinem PC selbst wenn dieser im Vollastbetrieb läuft. Der Lüfter selbst ist zudem nicht temperaturgeregelt, läuft also unabhängig von der Umgebungstemperatur stets mit voller Lautstärke.

  5. CG246 – Lüftergeräusch! Trotz dieses sehr informativen Test bestand weiter die Unsicherheit wegen der Geräuschwahrnehmung. Denn die Einsatzumgebung ist normal/nicht störend. Bei üblichen Grafikkarten-Test werden Lüftergeräusche in dB gemessen, in diesem Test leider nicht.
    Zum Geräusch dieses Eizo CG246 mit Lüfter. PC unter dem Tisch, Dell XPS 630i (Grafikkarte Quadro 2000) > leises Summen.

    Meßwerte :

    PC AUS – Meßwert 35 dB – CG246 AUS

    PC AN – Meßwert 42 dB – CG246 Aus

    PC AN – Meßwert 43 dB – CG246 AN

    Mein subj. Empfinden, CG246-Lüftergeräusch erhöht nicht das übrige Grundgeräusch, Differenz kaum meßbar, sehr gut!

  6. Die Wahrnehmung ist in diesem Fall doch unterschiedlich. Auch wenn der Lüfter durchaus hörbar ist, von unangenehme kann keine Rede sein. Zumal es sich hier um einen Grafikmonitor für den Produktiveinsatz und weniger für das Schlafzimmer handelt.

    Auch wenn die LED-Technologie weniger Wärme entwickelt, so kommt hier sehr komplexe Technik zum Einsatz. Eine Erwärmung wäre absolut kontraproduktiv für die Bildstabilität und bei der Entwicklung stand die Bildqualität sicherlich vor der Geräuschentwicklung.

  7. Ich habe den fast baugleichen CX240 auf Grund der Geräuschentwicklung sofort wieder zurückgeschickt. Ich bin fast vom Stuhl gefallen nach dem Anschalten. Ein Lüfter hat in einem Monitor von der Größe nicht verloren. Ein Gerät dieser Preisklasse soll einfach ein vernünftiges Bild machen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Jeder aktuelle Aldi-PC ist leiser. Für den Betrieb im Schlafzimmer absolut untauglich. Mein Tinnitus hat sich gleich bedankt, als ich den Monitor wieder ausgeschaltet habe. Das sollte mein dritter Eizo werden und mir den Traum von einem hardwarekalibrierbaren Monitor erfüllen. Leider wurde er zum Alptraum. Wie man bei weniger Wärmeentwicklung (LED Technik) einen Lüfter verbauen kann, der noch dazu unentwegt gleichmäßig pustet (keine Temperaturregelung), ist mir ein Rätsel. Das Geräusch hört man noch in 4 Meter entfernung – meinen Core i2600k mit GeForce 56ooTi nicht. Dazu kommt, dass so ein Monitor im Gegensatz zum Rechner direkt vor der Nase steht. Das es auch anders geht, beweisen CG245 wie auch die entsprechenden NEC-Geräte. Eine diesbezügliche Anfrage an Eizo hat bis heute zu keiner Antwort geführt. Schade, wirklich schade. Ich bin fassungslos (immernoch).

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