Test Monitor Eizo CG246
7/8

7
3250

Internes Colorimeter

Die interne Sonde kann als eigenes Messgerät in Color Navigator ausgewählt werden. Sie ermöglicht den vollständigen Verzicht auf eigenes Messequipment und fährt nach ihrer Aktivierung automatisch im unteren linken Bildschirmbereich aus. Die zunächst wenig ideal erscheinende Messposition stellt kein Problem dar: Die Sonde wurde mit einer Referenzmessung in der Bildschirmmitte korreliert.

Wir haben zu Testzwecken eine Kalibration und Profilierung mit dem eingebauten Colorimeter durchgeführt und das Profil anschließend mit dem X-Rite i1 Pro validiert.

Eizo Cg246 Monitor Sondeintern
Das interne Colorimeter in Aktion.
Profilvalidierung (internes Colorimeter => i1 Pro)
White Point / CCT Kelvin 6152K
White Point XYZ (normalized) 94.94 100.0 102.95
DeltaE to D50/ D65 15.52 / 3.71
DeltaE to Blackbody Curve * 0.43
Assumed Target Whitepoint 6200K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 0.8
Brightness / cd/m² ** 139,6
Black Point / cd/m² ** 0.18
Contrast / x:1 776:1
Gradation (Average) 2.19

* Based on CCT / ** Measured with X-Rite DTP94

Eizo Cg246 Monitor Validierung2
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.

Das Ergebnis überzeugt. Die gegenüber der bereits durchgeführten Profilvalidierung (siehe Abschnitt „Profilvalidierung auf Seite x) etwas erhöhten Abweichungen sind bei dieser Testkonstellation – d.h. der Verwendung zweier unterschiedlicher Sonden – nicht ungewöhnlich. Unter Berücksichtigung der „Streukreisradien“ beider Geräte sind die ermittelten Werte absolut im grünen Bereich.

Wer die Messungen auf eine vorhandene, externe Sonde abstimmen möchte, kann dies über die Korrelierungsfunktion realisieren. Zu diesem Zweck wird die gleiche Messreihe von interner und externer Sonde durchlaufen. Daraus wird eine Korrekturmatrix für die interne Sonde errechnet und mit ihr in Form einer zusätzlichen internen Sonde verknüpft. Wir empfehlen die Verwendung dieser Funktion höchstens mit X-Rite i1 Pro oder i1 Display Pro – es sei denn man hat seine Abläufe auf einen Messfehler „abgestimmt“.

Profilvalidierung (internes Colorimeter (korreliert) => i1 Pro)
White Point / CCT Kelvin 6487K
White Point XYZ (normalized) 95.05 100.0 108.66
DeltaE to D50/ D65 19.36 / 0.14
DeltaE to Blackbody Curve * 1.07
Assumed Target Whitepoint 6560K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 0.09
Brightness / cd/m² ** 141.3
Black Point / cd/m² ** 0.18
Contrast / x:1 785:1
Gradation (Average) 2.19

* Based on CCT / ** Measured with X-Rite DTP94

Eizo Cg246 Monitor Validierung3
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.

Mit der internen Sonde ist eine Selbstkalibration möglich. Der Bildschirm kann damit auch ohne Software oder eingeschalteten Computer automatisch kalibriert werden. Es handelt sich bei dieser Funktion jedoch um keinen Ersatz für die Kalibration aus Color Navigator heraus, denn kann sich keine Profilierung anschließen.

Die Selbstkalibration fußt daher auf den Parametern von Kalibration und Profilierung und erlaubt eine Verlängerung des Zeitraums – und Erhöhung der Präzision – zwischen den Ausführungen über Color Navigator.

Man könnte sich beispielsweise überlegen, den Bildschirm einmal im Quartal mit der internen Sonde manuell über Color Navigator zu kalibrieren und profilieren. Danach läuft einmal in der Woche die Selbstkalibration mit den entsprechenden Parametern in der arbeitsfreien Zeit.

Die Konfiguration der Selbstkalibration ist sehr einfach. Hat man den Bildschirm bereits kalibriert, sind die notwendigen Parameter schon vermerkt. Der Benutzer muss nur noch das gewünschte Zeitintervall festlegen. Notwendige Aufwärmzeiten werden berücksichtigt.

Eizo Cg246 Monitor Cn18
 

Reaktionsverhalten

Den CG246 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte..

Im Handbuch werden zwei Reaktionszeiten genannt: 12 Millisekunden schwarz-weiß-schwarz und 7,7 Millisekunden Grau-zu-Grau. Wir messen zunächst mit der Werkseinstellung (Overdrive Ein) und erhalten 9,0 Millisekunden für Schwarz-Weiß und 10,1 Millisekunden für den schnellsten Grauwechsel. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messwerte ist mit 13,4 Millisekunden ähnlich lang.

Eizo Cg246 Monitor Reaktion Off
Eizo Cg246 Monitor Over Off
Overdrive ein: videotaugliche Schaltzeiten und Beschleunigung ohne Überschwinger.

Beim Helligkeitsverlauf zeigt das Chart – wie bei vielen Eizo-Monitoren – eine sorgfältig ausgelegte Beschleunigung, die stärkere Überschwinger konsequent vermeidet. Die Schaltzeiten sind dadurch im gesamten Helligkeitsbereich so kurz wie das mit dem IPS-Panel unter dieser Voraussetzung eben noch möglich ist. Diese neutrale Charakteristik vermeidet unerwünschte Bildartefakte und ist damit sehr gut für Videos geeignet. Freunde sehr schneller Computerspiele werden sich etwas kürzere Zeiten wünschen, dennoch kann man mit dem CG246 auch gut eine Runde spielen.

Eizo Cg246 Monitor Reaktion On
Eizo Cg246 Monitor Over On
Overdrive aus: kaum längere Schaltzeiten.

Nur unwesentlich längere Schaltzeiten ergeben sich in der Einstellung „Overdrive aus“. Der Helligkeitsverlauf wird ein wenig glatter, die Überschwinger noch eine Spur moderater. Für diese Einstellung gelten daher dieselben Aussagen.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die Signalverzögerung ist beim CG246 mit 10,0 Millisekunden etwas länger als bei den meisten aktuellen Monitoren. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen weitere 6,7 Millisekunden (Overdrive ein), für die mittlere Gesamtlatenz ergibt sich somit ein für IPS-Panels durchschnittlicher Wert von 16,7 Millisekunden.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des CG246 arbeitet mit LEDs. Wie bei den allermeisten Geräten wird für die Helligkeitsregelung auch hier die verbreitete PWM-Technik eingesetzt.

Der gemessene Helligkeitsverlauf ist selbst bei voller Helligkeit (Regler bei 300 cd/m²) nicht gleichförmig, vielmehr finden wir ein überlagertes Schaltsignal mit einem Amplitudenanteil von 17 Prozent. Bei 140 cd/m² sind dann gut 80 Prozent des Helligkeitsverlaufs getaktet, die Tastrate liegt bei 50 Prozent (1:1).

Trotzdem gibt es eine gute Nachricht für alle vom Backlight-Flimmern Betroffenen: die PWM-Frequenz des CG246 beträgt extrem hohe 18.000 Hz – Eizo zeigt hier, was mit der LED-Technik möglich ist. Schaltfrequenzen in dieser Größenordnung rufen sicherlich kein Flimmern mehr hervor.

Eizo Cg246 Monitor Back1
Eizo Cg246 Monitor Back2
PWM-gesteuertes Backlight mit extrem hoher Schaltfrequenz (18 kHz).

7 KOMMENTARE

  1. Noch ein allgemeiner Kommentar zum Thema Geräuschentwicklung bei (IT-)Geräten. Es ist leider so, dass die Leute, die nicht so empfindliche Ohren haben wie andere, das manchmal als ziemliche „Anstellerei“ wahrnehmen, wenn man sich über ein „flüsterleises“ Geräusch beschwert. Andere Leute haben aber leider empfindlichere Ohren. Und wenn es auch nicht darum geht, dass man vom Lüftungsgeräusch eines Notebooks oder Monitors direkt „weggeblasen“ wird, so nervt es doch einfach tierisch, dieses monotone Surren/Rauschen/Fiepen den lieben langen (in meinem Fall) 8 bis 14 Stunden dauernden Arbeitstag, Tag für Tag für Tag für Tag…, um die Ohren zu bekommen.

    Und für empfindlichere Ohren ist es leider auch keine Alternative, einfach die ganze Zeit mit lauter Musik gegenzusteuern — das nervt ja noch mehr. Nicht in den ersten 15 Minuten, klar. Die ersten 2 bis 3 Stunden werden auch noch OK sein — aber irgendwann geht’s einem einfach auf die Nerven.

    Eine Lösung könnte darin bestehen, mehrere Tage hintereinander die Disco zu besuchen, und die Ohren abwechselnd direkt an die Basslautsprecher zu halten, so lange bis man seine Ohren auf eine einigermaßen „allgemeinverträgliche“ Unempfindlichkeit runtergewirtschaftet hat. 😉 Aber das dürfte für die meisten meiner „Leidensgenossen“ auch keine Alternative sein. Wir *hören* einfach das Surren der Netzteile, das Rauschen der Notebooks und das Fiepen der Lichtdimmer. Das können sich einige Leute nicht vorstellen, weil sie selbst es eben nicht hören, und gehen davon aus, dass sich hier völlig überzogen angestellt wird. Aber wenn man zu den betroffenen „Katzenohren“ gehört, dann ist man für jedes Gerät dankbar, dass keine zusätzlichen Geräusche verursacht.

    Da die neuen EIZOs offenbar alle Lüfter verbaut haben, werde ich nach rund 20 Jahren EIZO-Fanschaft mich wohl leider anderweitig umsehen müssen. 🙁 Sehr schade… wird nicht einfach werden, was adäquates zu finden.

  2. Na ja wir haben noch Meinungsfreiheit und ich denke jeder wird erkennen, dass es sich hier um eine maßlose Übertreibung handelt. Jeder hat ein anderes Empfinden und solche Monitore werden in der Regel im Kreativ-Büro eingesetzt. Da wird es kaum so still sein, dass man den Lüfter hört. Wer aber einen absolut auf leise getrimmten Rechner hat, vermag den Lüfter bei absoluter Stille wohl wahrnehmen.

  3. 6 Lüfter in meinem PC selbst wenn dieser im Vollastbetrieb läuft…

    solche Behauptungen können geschäftsschädigend sein. Das mit dem Lüfter kann kaum sein und man muss hier aufpassen, dass man nicht wegen unlauterem Wettbewerb drankommt. Ich kann bei meinem EIZO nichts hören und bin sicher nicht schwerhörig. Von wegen 6 Lüfter. Ich bitte Sie, diesen Text zu überprüfen und gegebenenfalls zu entfernen, danke

  4. Das Lüftergeräusch im CG246 macht konzentriertes Arbeiten in ruhiger Umgebung praktisch unmöglich. Ein absolutes No Go für einen Monitor dieser Preisklasse. Das Lüfterrauschen übertönt die 6 Lüfter in meinem PC selbst wenn dieser im Vollastbetrieb läuft. Der Lüfter selbst ist zudem nicht temperaturgeregelt, läuft also unabhängig von der Umgebungstemperatur stets mit voller Lautstärke.

  5. CG246 – Lüftergeräusch! Trotz dieses sehr informativen Test bestand weiter die Unsicherheit wegen der Geräuschwahrnehmung. Denn die Einsatzumgebung ist normal/nicht störend. Bei üblichen Grafikkarten-Test werden Lüftergeräusche in dB gemessen, in diesem Test leider nicht.
    Zum Geräusch dieses Eizo CG246 mit Lüfter. PC unter dem Tisch, Dell XPS 630i (Grafikkarte Quadro 2000) > leises Summen.

    Meßwerte :

    PC AUS – Meßwert 35 dB – CG246 AUS

    PC AN – Meßwert 42 dB – CG246 Aus

    PC AN – Meßwert 43 dB – CG246 AN

    Mein subj. Empfinden, CG246-Lüftergeräusch erhöht nicht das übrige Grundgeräusch, Differenz kaum meßbar, sehr gut!

  6. Die Wahrnehmung ist in diesem Fall doch unterschiedlich. Auch wenn der Lüfter durchaus hörbar ist, von unangenehme kann keine Rede sein. Zumal es sich hier um einen Grafikmonitor für den Produktiveinsatz und weniger für das Schlafzimmer handelt.

    Auch wenn die LED-Technologie weniger Wärme entwickelt, so kommt hier sehr komplexe Technik zum Einsatz. Eine Erwärmung wäre absolut kontraproduktiv für die Bildstabilität und bei der Entwicklung stand die Bildqualität sicherlich vor der Geräuschentwicklung.

  7. Ich habe den fast baugleichen CX240 auf Grund der Geräuschentwicklung sofort wieder zurückgeschickt. Ich bin fast vom Stuhl gefallen nach dem Anschalten. Ein Lüfter hat in einem Monitor von der Größe nicht verloren. Ein Gerät dieser Preisklasse soll einfach ein vernünftiges Bild machen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Jeder aktuelle Aldi-PC ist leiser. Für den Betrieb im Schlafzimmer absolut untauglich. Mein Tinnitus hat sich gleich bedankt, als ich den Monitor wieder ausgeschaltet habe. Das sollte mein dritter Eizo werden und mir den Traum von einem hardwarekalibrierbaren Monitor erfüllen. Leider wurde er zum Alptraum. Wie man bei weniger Wärmeentwicklung (LED Technik) einen Lüfter verbauen kann, der noch dazu unentwegt gleichmäßig pustet (keine Temperaturregelung), ist mir ein Rätsel. Das Geräusch hört man noch in 4 Meter entfernung – meinen Core i2600k mit GeForce 56ooTi nicht. Dazu kommt, dass so ein Monitor im Gegensatz zum Rechner direkt vor der Nase steht. Das es auch anders geht, beweisen CG245 wie auch die entsprechenden NEC-Geräte. Eine diesbezügliche Anfrage an Eizo hat bis heute zu keiner Antwort geführt. Schade, wirklich schade. Ich bin fassungslos (immernoch).

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen